Ich heisse Jupp und bin bei Krupp

Und das Schmunzeln geht weiter. Eigentlich bin ich immer noch überrascht, das ich mich nach Mittwoch zwei Tage später schon wieder in Essen zum Ligaspiel gegen die Dynamos aus Dresden befand, aber von Mareike kam keine nennenswerte Gegenargumentation. Und dann auch noch alleine…. Selbst Peter bekam für dieses Aufeinandertreffen der Traditionen kein „Frei“ und eine angebisssene Tastatur konnte wohl nur durch Liveticker und dem Medium Handy verhindert werden. Ach ja, das Schmunzeln: Dazu gleich mehr. Alleine zu fahren hat neben der durchaus vorteiligen Geschichte, mal einfach nicht reden zu müssen auch seine Nachteile: Keiner reicht einem Getränke oder verstaut diese wieder sachgerecht. Und somit hatte ich eine volle Flasche Wasser zwischen den Knien und den Deckel irgendwo im Fussraum verloren. Anhalten? Keine Zeit und bei Tempo 180 sollte auch nicht das Steuer verlassen werden. Aber, ich hatte Glück und fand noch einen zweiten Deckel. Erste Krise beseitigt. Die zweite fand an der Hafenstrasse statt, denn diese war gesperrt. Also zurück und rechts ab auf den Suterkamp, der doch eigentlich ausschließlich den Gästefans vorbehalten ist. Aber so kam ich dann doch und unbehelligt zum Parkplatz. Das Szenario rund um das Stadion ließ erahnen, dass es sich hier um ein Spiel der Sicherheitsstufe „90 Doppel D“ handelte. Reiterstaffeln, Wasserwerfer und noch mehr Polizei als sonst hatte ich hier noch nicht erlebt. Nun gut, Eintracht hat ja auch noch nicht in Essen gespielt. Im Stadion entwickelte sich nach zögerlichem Beginn auf dem nassen Rasen und den Rängen eine klasse, temporeiche und ungemein spannende Partie, die abseits vom Ergebnis das Herz eines jeden Fussballfans höher schlagen ließ: „Hin und Her“, rote Karte, gehaltener Elfmeter, nicht gegebenes Tor, einen Schiri, den man den Werdegang eines landwirtschaftlichen Bewohners auf vier Beinen mit steckdosenartiger Nase wünschte usw. In der 2. Halbzeit wechselte ich mal den Platz, in der Hoffnung hier etwas mehr Ruhe für die „Livekonferenz“ zu finden und siedelte mich in Block „N“ und zwar recht oben an. Doch, weit gefehlt: Hier wars noch lauter. Telefonieren konnte ich später ja noch, nun galt es weiter mitzufiebern und anzufeuern. Das Spiel endete dann schiedlich friedlich 1:1 und der Lohn für diese beiden Spiele der Woche war zwar keine weitere Siegeshumba, aber donnernder Applaus, der ohne Worte das bekundete was ich empfand: Klasse Leistung einer immer mehr zusammenwachsenden Mannschaft. Nur, ab Nummer 12 holperts noch etwas. Nach dem Spiel noch mehr Polizei und ich hatte das Gefühl eines kurzeitigen Gewitters, denn es blitzte. Aber ich war nur 5 kmh schneller als erlaubt. Vielleicht komme ich um ein Ticket drumherum. Ach Herrgott, das Schmunzeln: Vor dem Spiel gab es eine weitere Perle der Ruhrpott-Poetik zu hören: „Ich heisse Jupp und arbeite bei Krupp“ hiess das Lied und ist noch nicht via Suchmaschine aufzutreiben. Sämtliche Klischees werden dabei bedient. Vor dem Spiel gab es auch wieder den „Steiger“. Der hat am Mittwoch gefehlt und wurde somit dem Sozi und gefühlten Bergbaumalocher Bernd vorenthalten.


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