Balsam für gequälte (Fan) Seelen

Na das ist doch mal ein Ding: Nach 28 Jahren greift der so geschundene SV Eintracht wieder in den DFB Pokal ein. Mit 5:4 im Elfmeterschiessen wurde der klassenhöhere Verein aus der Löwenstadt und ebenfalls Eintracht getauft, nach Hause geschickt, wie man so schön sagt. Nachzulesen ist dies ganze erstaunlich objektiv und informativ im Liveticker der Braunschweiger: „Pünktlich“ anwesend zur 2. Halbzeit bot sich eine Nordhorner Mannschaft, die so spielte, als ob die ganze Saison nur noch aus diesem einen Spiel besteht. Bei solch einem Spiel, lässt sich der momentane Tabellenstand kaum in die Köpfe der Nordhorner Öffentlichkeit transportieren. Da wurde gerannt, gefightet und gehalten, was die Beine,Arme und Köpfe hergaben. Aber auch das war es nicht, was den Abend für mich so bemerkenswert machte und in Gedanken immer noch macht. Es war vielmehr der Anblick der gut gefüllten Tribünen, der vielen bekannten Gesichter die früher Dauergäste am Heideweg waren, der Anblick von standing Ovations der Tribünenbesucher, das Erleben von Spielaktionen die von Klatschrythmen begleitet wurden, das „Ahhh“ und „Ohhh“ beim Elfmeterschiessen….und vor allem der Jubel nach dem Spiel und die Tränen in den Augen derer, die am 29. August 1980 den SV Eintracht zum DFB Pokalspiel beim SC Herford begleitet haben. Zum ersten und auch letzten Mal die 2. Runde im DFB Pokal erreichte man übrigens im WM Jahr 1974 und schied dort gegen Bayer 04 Leverkusen mit 0:2 aus. Unser heutiger Gegner schickte uns in der Saison 1977 im Erstrundenspiel mit 10:1 nach Hause. Des Jägermeisters Breitner Paule gab dort übrigens sein Pflichtspieldebüt nach seiner Rückkehr von Real Madrid. Fussball sollte es in solcher Intensität wie heute abend eigentlich auf Rezept geben, denn in einer Phase wo das Leben eher einem Hindernislauf anstatt des gewünschten langen ruhigen Flusses gleicht, boten diese Erlebnisse eine völlige Ablenkung. Schade nur, dass einige ganz treue Fans aus beruflichen Gründen dieses Spiel nicht erleben konnten. Daher viele Grüsse auf den Turm, die Klarastrasse oder den kleinen Mann. (Obwohl, der hat mit Sicherheit irgendwo gesteckt..). Ich muss übrigens die Mannschaft noch mal in die Gepflogenheiten des britischen Fussballs einweihen: Dort gibt der Fan schon mal seine Devotionalien nach Spielschluß eines besonderen Spieles als Dank und Anerkennung an die Mannschaft weiter. Im Gefühl des Sieges und einer spontanen Armbewegung folgend sollte mein Schal der Leistung des Torwartes gewidmet werden, um dann allein auf dem grünen Rasen zu liegen. Torwart geht weiter, ein Zuschauer kommentiert: „Du, da hat jemand seinen Schal vergessen….“ Das ist unsere Crux hier in Nordhorn, keiner versteht mich und meine Einstellung zum Fussball ;-). Verstanden haben viele von „uns“ aber unseren Manager, der sich mit deutlichen Worten via Interview über die lokale Presse geäußert hat. Recht hat er und meine Befürchtung, dass sich nun einige im Erfolg der Mannschaft sonnen, die sonst eher Schattenspieler sind, hat mich beim Anblick des Vorsitzenden nach Spielschluß nur bestätigt. Da droht uns eine hektische „One Man Show“. Das soll ja was werden bis zum Anpfiff irgendwann im Jahre 2008.

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