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Manchmal nach Verlängerung. Seltener im Elfmeterschießen und gelegentlich gar nicht.

Der DFB Pokal steht mal wieder vor der Tür. Die Teilnahme für einen unterklassigen Verein wie den RWE nicht immer selbstverständlich. Zeit also für eine richtig fade Angelegenheit um die Zeit bis zum Anpfiff zu überbrücken: Heute nur Begegnungen. Und zwar alle Pokalspiele des RWE seit 1938:

1938/39

28.08.1938: RWE – FC St. Pauli Hamburg 5:1

11.09.1938: SV Werder Bremen – RWE 2:3

09.10.1938: RWE – Hertha BSC Berlin 3:0

06.11.1938: SV Waldhof Mannheim – RWE  3:2 nach Verlängerung

1939/40

18.08.1940: Edelstahl Krefeld – RWE 3:4

Bei Edelstahl Krefeld handelte es sich um den Betriebssportverein der Deutschen Edelstahlwerke AG. Nach einigen Umbenennungen wurde der Verein 1945 aufgelöst. Vom Grotifanten wurde sich schon seinerzeit distanziert.

08.09.1940: RWE – SG Eintracht Frankfurt 0:2

1940/41

13.07.1941: RWE – Gelsenkirchen 1:2 nach Verlängerung

1941/42

19.07.1942: RWE – VfL Köln 1899 2:5

Bis hierhin firmierte der Pokalwettbewerb als „Tschammerpokal“und erstickte 1943 am Krieg und seinen langen Nachwehen. Erst 1952 wurde der Wettbewerb als DFB Pokal wieder weitergeführt.

1952/53

16.08.1952: RWE – Jahn Regensburg 5:0

19.11.1952: RWE – VfL Osnabrück 2:0

01.02.1953: RWE – Hamburger SV 6:1

08.03.1953: RWE – SV Waldhof Mannheim 3:2

01.05.1953: RWE – TSV Alemannia Aachen 2:1

Somit wurde unser legendärer RWE der erste DFB Pokalsieger der Nachkriegsgeschichte.

1967/68

14.01.1967: RWE – Karlsruher SC 1:2

1968/69

04.01.1969: RWE – SV Werder Bremen 1:2

1969/70

24.03.1970: RWE – 1.FC Köln 3:3 nach Verlängerung

27.07.1970: 1.FC Köln – RWE 5:1

Seinerzeit gab es noch das Wiederholungsspiel.

1970/71

12.12.1970: Rot Weiß Oberhausen – RWE 4:3

1971/72

Die Essener Farben hielt in diesem Pokalwettbewerb einmalig der Essener FV von 1912 hoch. Als Turnverein gegründet schloss man sich 1998 dem FC Saloniki Essen an und sagte als eigenständiger Verein leise Servus. Der Gegner in Hin- und Rückspiel war der 1.FC Köln. Insgesamt wurde mit 1:14 (1:9 und 0:5) verloren.

1972/73

09.12.1972: RWE – Hamburger SV 5:3

20.12.1972: Hamburger SV – RWE 5:0 (Somit der HSV mit 8:5 eine Runde weiter)

Das Endspiel bedarf nur eines Namen und alles ist geschrieben: Netzer, Günter Netzer!

1973/74

01.12.1973: 1.FC Kaiserslautern – RWE 5:3 nach Verlängerung

1974/75

07.09.1974: OSV Hannover – RWE 2:5

26.10.1974: RWE – DJK Gütersloh 6:2

08.02.1975: Schwarz-Weiß Essen – RWE 1:2

15.03.1975: RWE – FK Pirmasens 6:0

12.04.1975: RWE – Fortuna Düsseldorf 1:0

29.04.1975: SG Eintracht Frankfurt – RWE 3:1 nach Verlängerung

Das Halbfinale im diesjährigen Wettbewerb zu 3/4 eine Sache der (Ruhrgebiets-) Ehre: Der MSV Duisburg, Borussia Dortmund und eben unser RWE hielten die staubigen Fahnen hoch. Der Pokal ging leider trotzdem nach Hessen.

1975/76

02.08.1975: 1.FC Nürnberg – RWE 2:1

1976/77

07.08.1976: SV Meppen – RWE 2:3 nach Verlängerung

16.10.1976: 1.FC Saarbrücken – RWE 0:3

18.12.1976: RWE – VfL Bochum 5:1

08.01.1977: RWE – DSC Arminia Bielefeld 2:0

19.02.1977: SpVgg Bayreuth – RWE 1:2

07.04.1977: 1.FC Köln – RWE 4:0

Wieder Halbfinale, wieder Endstation. Der Pott geht nach Köln.

1977/78

30.07.1977: RWE – VfR Bürstadt 3:2

20.08.1977: FC Tailfingen – RWE 1:2

15.10.1977: Fortuna Düsseldorf – RWE 4:1

Wir unterbrechen an dieser Stelle für einen traurigen Fakt: Der SV Eintracht Nordhorn unterlag beim Namensvetter in Braunschweig mit 1:10!

1978/79

05.08.1978: Sport Club Freiburg – RWE 3:1

1979/80

25.08.1978: – 1.FC Köln Amateure 2:1

28.09.1979: Borussia Mönchengladbach – RWE 4:0

1980/81

30.08.1980: RWE – VfR Neuss 7:2

03.10.1980: VfL Bochum- RWE 5:1

1981/82

29.08.1981: RWE – OSV Hannover 2:0

09.10.1981: RWE – SV Leiwen 4:1

15.12.1981: RWE – Bayer 04 Leverkusen 4:1

09.01.1982: RWE – Borussia Mönchengladbach 0:4

Leiwen an der Mosel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße an. Leiwen ist ein staatlich anerkannter Erholungsort (Quelle: Wikipedia).

1982/83

28.08.1982: RWE – Borussia Dortmund 1:3

1983/84

27.08.1983: RWE – Hannover 96 3:4

1984/85

01.09.1984: RWE – 1.FC Saarbrücken 1:2

1987/88

29.08.1987: RWE – FC Bayern München 1:3

Ziemlich konsequent wurde in einem Zeitfenster von fünf Jahren entweder gar nicht oder nur für eine Runde am Wettbewerb teilgenommen. Manchmal braucht man halt etwas Abstand voneinander.

1988/89

05.08.1988: TSV Verden – RWE 1:2

24.09.1988: SSV Reutlingen – RWE 1:1 nach Verlängerung

12.10.1988: RWE – SSV Reutlingen 3:1 (Rückspiel)

16.11.1988: Hamburger SV – RWE 3:1

1989/90

19.08.1989: RWE – SG Wattenscheid 09 1:2

Mauerfall. Die Karten im Pokal werden schon bald neu gemischt.

1990/91

04.08.1990: FC Wangen 05 – RWE 1:2

04.11.1990: FV 09 Weinheim – RWE 1:3

30.11.1990: Bayer 05 Uerdingen – RWE 4:2 nach Verlängerung

Die Stadt Wangen im Allgäu im Südosten Baden-Württembergs (Westallgäu) hat gut 26.000 Einwohner und ist nach Ravensburg die zweitgrößte Stadt des Landkreises Ravensburg. Wangen im Allgäu bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Von 1938 bis 1972 war Wangen Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Am 1. Januar 1973 wurde dieser in den Landkreis Ravensburg eingegliedert und Wangen zur Großen Kreisstadt ernannt. Mit den Nachbargemeinden Achberg und Amtzell hat die Stadt eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft (Quelle Wikipedia).

1991/92

18.08.1991: RWE – Karlsruher SC 0:2

1992/93

13.09.1992: RWE – Gelsenkirchen 2:0

10.10.1992: RWE – Stahl Eisenhüttenstadt 3:2

07.11.1992: RWE – Chemnitzer FC 0:1

1993/94

25.08.1993: 1.FC Bocholt – RWE 2:3

10.09.1993: RWE – FC St. Pauli 3:2 nach Verlängerung

27.10.1993: RWE – MSV Duisburg 4:2

30.11.1993: FC Carl-Zeiss Jena – RWE 0:0 nach Verlängerung/ 5:6 im Elfmeterschießen

08.03.1994: RWE – Tennis Borussia Berlin 2:0

14.05.1994: SV Werder Bremen – RWE 3:1

Finale in Berlin. Arm aber verdammt sexy. Lizenzlos.

1994/95

14.08.1994: RWE – VfL Bochum 0:2 nach Verlängerung

1995/96

26.08.1995: RWE – Hannover 96 2:0

20.09.1995: Greifswalder SC – RWE 1:4

04.10.1995: RWE – Bayer 04 Leverkusen 4:4 nach Verlängerung/1:4 im Elfmeterschießen

1997/98

15.08.1997: RWE – MSV Duisburg 1:2

2002/03

01.09.2002: RWE – Bayer 04 Leverkusen 0:1

2004/05

22.08.2004: RWE – TSV Alemannia Aachen 0:2

2005/06

19.08.2005: RWE – Energie Cottbus 2:2 nach Verlängerung/4:5 im Elfmeterschießen

2006/07

09.09.2006: RWE – Energie Cottbus 1:0

25.10.2006: RWE – SG Eintracht Frankfurt 1:2

2007/08

04.08.2007: RWE – Energie Cottbus 2:2 nach Verlängerung/6:5 im Elfmeterschießen

31.10.2007: RWE – 1.FC Kaiserslautern 2:1

30.01.2008: RWE – Hamburger SV 0:3

Das waren die Jahre der legendären Cottbus Trilogie. Vielleicht aber war es auch nur unglaublicher Zufall.

2008/09

09.08.2008: RWE – Borussia Dortmund 1:3

2011/12

29.07.2011: RWE – 1.FC Union Berlin 2:2 nach Verlängerung/4:3 im Elfmeterschießen

26.10.2011: RWE – Hertha BSC Berlin 0:3

Die Berlin Serie. Inklusive des epischen Spiels in einem halb abgerissenem Stadion gegen die Eisernen.

2012/13

20.08.2012: RWE – 1.FC Union Berlin 0:1 nach Verlängerung

2015/16

09.08.2015: RWE – Fortuna Düsseldorf 0:0 nach Verlängerung/1:3 im Elfmeterschießen

2016/17

20.08.2016: RWE – DSC Arminia Bielefeld 2:2 nach Verlängerung/4:5 im Elfmeterschießen

Der Kicker schreibt: Nach einem wahren Pokalkrimi steht Bielefeld in der 2. Runde!

Heute nun Borussia Mönchengladbach, wieder DFB Pokal. Unter dem Strich dieser Fleißarbeit, nach Abgleich aller Fakten, steht eines außer Frage: Es wird wieder ein episches Spiel werden, und es wird einen Sieger geben. Und ich glaube fest daran, dass es unsere Farben sein werden, die eine Runde weiter kommen werden. Also vielleicht jetzt. Nur der RWE!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bielefeld Verschwörung

Es soll ja Zeitgenossen geben, die halten diese Verschwörung für längst abgehakt. Ich persönlich finde es durchaus noch witzig. Witziger allemal als das Geschehen rund um die diesjährige Auslosung der ersten DFB Pokalhauptrunde 2016/17. „Beckmanns Sportschule“ das Format also, in welchem die Auslosung stattfand. Nach 23:30 Uhr wohlgemerkt. Der Deutschen zweitwichtigster Wettbewerb wird also erst kurz vor Geisterstunde gelost, anstatt die Republik schon zu früherer Stunde darüber aufzuklären, wer denn nun auf wen trifft.

Irgendetwas, als Geist von was auch immer verkleidetes Etwas, stolperte dennoch der Kamera entgegen. Ganz wichtig allerdings die Information, dass diese Sendung definitiv von unseren Rundfunkgebühren finanziert wird. Habe ich da nicht auch einen Hauch von Mitspracherecht? Oder kann ich wenigstens etwas von dem bekommen, was die Verantwortlichen für dieses Format genommen haben, um das so knallhart durchzuziehen? Ich will das auch! Denn dann ist es mir ziemlich egal, was ich von mir gebe. Wieviel hat eigentlich Tim Wiese bekommen, um sich nun vollends seiner Würde zu entledigen und warum tut sich ein Uwe Seeler das an? Hat man Euch beiden nicht gewarnt?

Ist ja auch relativ Latte, denn es ging um die Kugel mit Inhalt RWE und der weitaus wichtigeren, die direkt im Anschluss aus dem anderen „Topf“ gezogen wird. Leider ging es nicht so schnell wie erhofft, und so galt es, die psychedelische Gitarre im Hintergrund und Beckmannsche Phrasen im Vordergrund weiterhin zu ertragen. Eine Sendung, wie geschaffen für RTL2.  Walter Baresel vermag sich im Grabe umzudrehen, wie „seine“ Auslosung einmal mehr der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Eine Auslosung taugt einfach nicht zur Show. Hier wollen wir keinen hüpfenden Bestatter, sondern nur Begegnungen sehen. Hoffen auf langersehnte Duelle, Derbys und Emotionen. Aber doch nicht auf solch Chaos. Muss es immer schlimmer? Höher und weiter? Reicht es nicht, einfach und zu angemessener Zeit Begegnungen zu ziehen, die im Anschluss wochenlang für Vorfreude oder auch Enttäuschung sorgen? Und warten immer alle auf die Bayern? Im Leben nicht!

Die Auslosung im letzten Jahr war schon schlimm. Dieses Jahr war kaum zu ertragen.Direkt als die Kugel RWE gezogen und der Gegner ermittelt wurde, war Schluß. Aus die Maus und der Fernseher direkt mit. Es ist der DSC Arminia Bielefeld geworden und ich bin sehr zufrieden darüber. Bielefeld lebt und kommt nach Essen. Volle Hütte!