Die Quadratur des Kreises und das große Rechteck.

Fairerweise muß ich darauf hinweisen, dass diese Überschrift schon vorab für das Spiel unserer Roten in Siegen gegen den TuS 1895 e.V. Erndtebrück gesetzt war. Simpel ausgedrückt bedeutete es nichts anderes als die bisherige Problematik, ein Tor für die eigenen Farben zu erzielen.  Das Spiel fiel bekanntermaßen aus; eine neue Überschrift für das Spiel gegen den Nachbarn aus Wattenscheid somit den internen Sparmaßnahmen zum Opfer.

Die Rückrunde begann gefühlt also mit dem Spiel gegen einen Nachbarn, welches aber immer noch kein Derby ist. Der Tabellenstand wurde ja über die Wintermonate in altbekannter Manier über Gebühr diskutiert, beziehungsweise über die Schmerzgrenze hinweg kommentiert. Wir kennen das ja: „Alle raus“! Sofort. Haut ab, verpisst Euch. Weil, wenn Ihr alle weg seit, dann steigen wir sofort noch während der laufenden Saison auf. Tun wir aber nicht! Da kann noch so wüst gepöbelt werden! Nur gut, dass die meisten Fans unserer wunderbaren drei Buchstaben diesen Fakt mittlerweile akzeptiert haben, denn die Mannschaft wurde dermaßen wohlwollend vor der gut gefüllten Westtribüne begrüßt, so dass man sich unweigerlich dabei ertappte, für den Moment im falschen Film zu sein. Wir können wohl doch nicht ohne einander.

8329 Fans inklusive vieler Gästefans wollten hier und heute einen Neuanfang. Und sie bekamen ihn auch. Der RWE legte gut los, auch wenn es scheinbar einen Dirigenten auf dem Feld bedurfte. Wenigstens wurde schon in der siebten Minute endlich die eigene Torflaute beendet!  Wenn auch in das eigene Tor. Sah elegant aus und war trotzdem nur dumm gelaufen. Tribünen und Spieler schüttelten sich kurz und machten dann unverdrossen weiter. Was auch ratsam war ob der Kälte. In der vierzigsten Minute war es dann Benjamin Baier, der den Wunsch aller scheinbar erahnte und endlich einmal aus der zweiten Reihe draufhielt: Ausgleich. Ja endlich! Warum immer versuchen den Ball bis in das Tor zu dribbeln, anstatt mal einen satten Schuss zu wagen? Strammes Ding! Adiole.

Unentschieden also in eine ziemlich frostige Pause, was aber eher an der Außentemperatur lag. Das Spiel selbst war recht hitzig und intensiv geführt. Die Vielzahl an verschiedenen Schals lag übrigens auch an der Vielzahl der Karnevalisten, die urplötzlich in der Fastenzeit das Stadion bevölkerten. Freude- und sonst auch trunkenes Völkchen. Manch einer schien sogar ein Fan der Roten zu sein. Zweite Halbzeit, Richtung West. Ballsicher sind unsere Jungs doch fast alle; wenngleich auch manch Ball nicht sofort den gewünschten Anspielpartner fand. Es fehlt zuweilen die ordnende Hand im Mittelfeld, der klassische Zehner halt. Und doch gelang Andreas Ivan, einem Neuzugang, in der 54. Minute die Führung. Unglaublich, aber wahr: Der RWE führte in einem Ligaspiel. Herzrasen und Tribünenekstase. Rot Weiss Essen auf einem guten Weg. Der ersehnte Dreier in greifbarer Nähe. Doch dann kam sie, die große Zeit des Unparteiischen Dustin Sikorski.  „Ein Mann,  ein Wort“ so hieß es früher. An diesem kalten Februarabend musste es heissen: „Ein Mann, viele Karten“.

Natürlich bin ich nicht objektiv. Wie aber auch soll man es sein, wenn nacheinander drei eigene Spieler von Bochumer Vorstädtern vor der „Rahn“ umgenietet werden, und der parteiisch Unparteiische zeigt keine Regung? Wohl aber dem schon erwähnten Spieler Ivan den gelben Karton. Nebst fünf weiteren Mannschaftskameraden. Das Spiel wogte hin und her, bis zur 62. Minute auch elf gegen elf geführt, als wieder Andreas Ivan die Hauptrolle übernahm: Er wusste nicht genau wohin mit dem Ball, versuchte eine optimale Schussposition zu finden, nachdem alle anderen Optionen mittlerweile zugestellt waren. Es ging also weiter Richtung Mitte, bevor der Ivan fiel. Der Mann ging nicht liegen, sondern der fiel wirklich. Und da die gemeine Schwalbe hier bei ISDT „Staatsfeind Nummer eins“ ist, war es aus unserer  Sicht der Dinge definitiv ein Foul. Was uns übrigens auch direkt über die soziale Medien von anderen Standpunkten aus bestätigt wurde. Es galt sich also auf einen Elfmeter vorzubereiten, die plötzlich und unerwartet durch den Abgang des eigenen Spielers unterbrochen wurde. Der Sikorski Dustin, der Unparteiische, tat das einzig nicht richtige und schickte den Ivan mit gelb- rot vom Feld.

Das Kartenverhältnis wuchs auf Seiten des RWE weiter an, während die Wattenscheider weiter recht robust und ungestraft hinlangen durften. Jede korrekte Eishockey Mannschaft hätte Euch mal so richtig einen auf die Zwölf gegeben. Aber, Ihr hattet den zwölften Mann auf dem Feld, wir nur noch deren zehn. Das Ungleichgewicht auf dem Feld soll nicht verhehlen, das der RWE noch einige Zeit dafür benötigt, um als Mannschaft endlich die Vorgaben umzusetzen und zu funktionieren. Vielleicht spielt auch nicht ein jeder Spieler auf seiner angestammten Position, aber man merkt doch: In der Mannschaft scheint es endlich zu stimmen! Und das ist die halbe Miete um einen Abstiegskampf erfolgreich zu bestehen. Der RWE führte also immer noch mit 2:1, und die Vorfreude auf einen flotten Dreier stieg von Minute zu Minute. Was wiederum den Mann an der Pfeife auf den Plan rief: Die eigentliche Spielzeit schon vorüber sah der Mann im Strafraum etwas, was nach Einsicht der Bilder definitiv außerhalb passiert ist:  Die Pfeife an selbiger pfiff einen unberechtigten Elfmeter gegen den RWE und ermöglichte den Wattenscheidern somit in der Nachspielzeit noch den Ausgleich. Vielleicht sogar angemessen auf die gesamte Spielzeit, aber nicht so! Ein unberechtigter Elfmeter, gegeben durch einen Schiedsrichter, der sich schon der Beobachtung der Oberen „erfreute“ und dessen Pfeifen Historie nicht gerade einwandfrei zu sein scheint. Wir sind schlechte Leistungen von Spielern und Schiedsrichtern an der Hafenstraße gewohnt, aber das Herr Sikorski, das war eindeutig die Krönung!

Es endete also 2:2 Unentschieden. Wir wissen nicht, mit wem der Parteiische nun sein Trikot getauscht hat, aber er kann sich sicher sein, dass Andreas Ivan touchiert wurde. Unter dem Strich verbleibt also ein Punkt, welcher in den (a-)sozialen Medien gewohnt zwischen Hass und Liebe kommentiert wird. Hier bleibt  nur die Fassungslosigkeit zurück. Trainerteam und Mannschaft jedoch, die sind auf einem guten Weg. Glauben wir daran, werden wir alle belohnt. Bis dahin gilt es durchzuhalten. Nur der RWE!

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