Monatsarchive: März 2016

Wir sind alle abhängig und hadern mit dem Schicksal.

Leicht abgewandelt eine Aussage von Bayerns KHR (nicht zu verwechseln mit KMH aus dem ASS) als Titel. Nur gut, das wir uns aktuell nicht mit dieser dreisten Forderung nach einer finalen Wild Card auseinandersetzen müssen, um auf ewig für ein Finale gegen den FC Barcelona gesetzt zu sein. KHR tritt jeglichen Wettbewerbsgedanken im Fußball mit den Füßen.

Den Fußball mit den Füßen traten die Kicker von der Hafenstraße auch. Jedoch in letzter Zeit so schlecht, so dass sich die Situation rund um die Hafenstraße 97a immer mehr zuspitzte und nach der Niederlage vergangener Woche in Düsseldorf in wütendes Aufheulen der Anhängerschaft gipfelte. Unter dem Strich stand nach dem Spiel unter dem Strich. Man ist geneigt zu schreiben: Endlich!

Wochenlang schon pfiffen es die Spatzen von den Dächern: Abstiegskampf, Ihr seid im Abstiegskampf! Schien aber so wirklich keinen zu interessieren, denn verloren wurde ja auch nicht wirklich. Und so ging es stark kritisiert immer weiter. Unterbrochen gar von einem Halbfinalerfolg im Pokalwettbewerb des kleinen Mannes gegen den Angstgegner FC Kray. Wer glaubte da schon ernsthaft an einen Abstieg? Scheinbar keiner der Aktiven auf dem Feld, denn ansonsten ist die Leistung gegen Düsseldorfer Zweitfortunen nicht zu erklären. Oder ging es doch gegen den Trainer? gegen den Mitspieler? Gegen den Fan? Wir werden es wohl nie erfahren.

Jedenfalls brachte uns Düsseldorf nun definitiv die Erkenntnis, in höchste Abstiegsgefahr geraten zu sein. Wir, der Meister von 1955, welcher unterklassig höchstens durch Lizenzentzug absteigt, steht auf einem Abstiegsplatz der Regionalliga West. „Caramba, mir kocht der Blut“, um es mal mit Marika Rökk zu schreiben! Das war und ist zu viel für den leidgeprüften Fan. Die Kommentarzeilen kochten über; oftmals auch mit ungesundem Hass und blanker Gewaltandrohung. Das geht leider noch weniger, als eine unterirdische Leistung auf dem Feld! Isso! Die Tage nach Düsseldorf also Tage, die verwirrten; sprachlos machten und zugleich unfähig, auch nur annähernd etwas zu Papier zu bringen, was der Situation entsprechen könnte. Als außenstehender Blogger jedenfalls.

Die Argumente wogten hin und her; die Zuordnungen wurden im Minutentakt neu verteilt, ebenso die Schuldfrage. Jan Siewert schien schon entlassen, als Suspendierungen zweier Spieler ausgesprochen wurden und der suspendierende Trainer überraschenderweise bleiben konnte. Es ist ja nicht so, als ob ich mir nicht gewünscht hätte, dass der Trainer zum Verein gepasst hätte oder immer noch passen könnte. Ich würde mir aber wünschen, dass Jan Siewert wenigsten einmal auch menschelt. In einer Pressekonferenz zum Beispiel. Er agiert bisweilen so trocken und unnahbar wie die britischen Kronjuwelen hinter Panzerglas. Herrgott von Bentheim, da ist es doch kein Wunder, dass wir Unwissenden von schlechtem Betriebsklima zwischen Mannschaft und Trainer schwadronieren. Wir haben doch bald mehr Abgänge und Suspendierte als aktive Spieler im Kader. Zuzüglich Drölftausend Neuzugängen.

So viele Spieler, so viele Namen. Aber für uns nur ein Verein: Rot-Weiss Essen! Ok, wir atmen einmal kurz durch und sammeln die Fakten bis zum heutigen Spielbeginn: Trainer und sportlicher Leiter weiter im Amt; Mannschaft dezimiert; Vorstand in der Kritik; Abstiegsplatz; Boykott vieler Fans; Boykott des Boykottes durch ebenso viele Fans….na das konnte ja was werden. Und es wurden, um das Ganze ein wenig abzukürzen, drei Punkte! Der SC Verl erwies sich gestern Abend als der endlich richtige Gegner, den es verunsichert galt, verunsichert zu bezwingen. Wir alle im Stadion haben kein richtig gutes Fußballspiel gesehen. Und nur der Verler Harmlosigkeit in diesen neunzig Minuten war es zu verdanken, das stets kämpfenden und vollsten Einsatz zeigenden Essener zu einem 1:0 Kantersieg kamen. Dem ersten Dreier seit langer, langer Zeit. Die Verunsicherung und der Willen gaben sich bei den Spielern des RWE die berühmte Klinke in die Hand. Erst das einzige Tor des Abends offenbarte einen kleinen Einblick in die Seele des rot-weißen Vertragsspielers: Die Auswechsel- und somit nicht suspendierten, Spieler rannten wie von Sinnen auf das Feld nach jenem Treffer, während es andere Spieler sogar Richtung Trainerbank zog. Der Trainer also doch nicht derjenige welche?

„Siewert raus“ Rufe gab es übrigens nur dezent zweimal. „Abgefeuert“ auf der Haupttribüne von einem älteren Fan in Zivil. Der Boykott übrigens sollte nicht unerwähnt bleiben, denn meines Erachtens hat er funktioniert! Funktioniert deshalb, weil er beiderseitig respektiert wurde. Von denen die trotzdem gucken und jenen, die wegschauen wollten. Beide bekamen ihre Bühne Westtribüne. Und das war gut so! Gewaltandrohungen weniger, denn die helfen einfach keinem. Was auch nicht hilft, ist der Auftrag der RevierSport, alles und jedes in dermaßen überzogener Art zu martialisieren. Flatterbänder sind de facto keine Barrikaden. Warum muss immer alles so überzogen dargestellt werden? Warum diese Gier nach reisserischen Überschriften und Artikeln? Kommt mal runter und schreibt wieder über Fußball. Ein frommer Wunsch, ich weiß. Aber wünschen darf man sich alles, hat meine Mutti früher immer gesagt. Tja, wir alle haben also endlich einmal wieder drei Punkte mit auf den Heimweg bekommen. Drei Punkte für die Seele, aber noch nicht zur Beruhigung. Und sicher nicht annähernd dafür geeignet, um etwas Ruhe an die Hafenstraße zu bekommen. Das schaffen nur weitere Punkte. Und vielleicht mal klare Worte, was wirklich los war, im Frühjahr 2016.

Ein modernes Halbfinalmärchen

1.Halbzeit:

„Das Stadion wurde eröffnet mit einem Eröffnungsspiel“ Der mir bis dato nicht bekannte Kommentator Oliver Forster eröffnete die Berichterstattung mit einem wahren Bonmot. Unbekannt bedeutet andererseits: Jörg Dahlmann hat Urlaub. Ein gutes Zeichen.

Der Platz sieht übrigens aus, als hätten die GVE Mitarbeiter auf Geheiß ihres Chefs hier und dort die Grashalme herausgerupft und mit irgendetwas undefinierbarem aufgefüllt.

Der FC Kray mit dem besseren Start. Aber das war von der aktuellen Nummer Eins der Stadt auch so zu erwarten.

Oliver Forster vermisst nach 7 Minuten noch die Struktur im Spiel des RWE. Die vermissen wir bisweilen über viele Spiele hinweg; er muss sich also gedulden.

Stimmlich erinnert Oliver Forster übrigens an die Light Version von Hansi Küpper.

In der zwölften Minute der erste Eckball für den RWE, der da nichts einbrachte. Aber immerhin.

„Rot-Weiss Essen, ein großer alter Verein“ stöhnt Oliver Forster in sein Mikrofon und muss dabei leicht lachen. Ist aber sonst in die Vereinsgeschichte gut eingearbeitet worden.

In der neunzehnten Minute werden die Presseabteilungen beider Vereine gelobt, und namentlich erwähnt. Der bisherige Höhepunkt im Spiel und definitiv so zu unterstreichen.

Zwanzigste Minute: Das Glas Cola ist leer und Gattin hört meine Rufe nicht. Eine Spielunterbrechung wäre jetzt angebracht.

Benjamin Baier endlich mit dem, was er so gut kann: Distanzschuss! Zur Belohnung erwähnt Oliver Forster die Vita seines Bruders Daniel.

Erste hörbare Anfeuerung für die Krayer. Dermaßen motiviert folgt direkt der erste geordnete Torschuss der Mannen in den textmarkerfarbenen Trikots.

Patrick Huckle mit einem weiteren sehenswerten Schuss aus der Distanz als Auflockerung in einem bislang qualitativ überschaubaren Spiel. Aber Einsatz und unbedingter Wille ist auf beiden Seiten vorhanden.

Und da ist aus dem Nichts die Führung für den RWE. Andreas Ivan nutzt einen Torwartfehler. Ach so, Moment: Emotionen 3,2,1: Jaaaaaaaaaa……

Der erste grobe Patzer von Oliver Forster im Spiel: 9.600 Fans im Schnitt sind es aktuell definitiv nicht in dieser Saison. Das ist der aktuelle Zuschauerschnitt des VfL Wolfsburg bei Spielen der Champions League. Er hat sich einfach vertan, kann passieren.

„Oh immer wieder, RWE..“

Ich verneige mich vor Oliver Forster: Erst in der sechsunddreißigsten Minute fiel der Name Helmut Rahn. Somit ein Kommentator, der sich aktuell mit dem Verein beschäftigt und nicht ständig von der Vergangenheit schwafelt oder jemanden vor das Mikrofon zerrt.

Und wo ich das tippe, markiert Zeiger das 2:0 für unsere wundervollen Farben. Somit ist klar: Kein Liveticker kann live alles verfolgen und zeitgleich in die Tasten hauen. Auch die legendären 11Freunde Texte müssen schon vorformuliert sein, das ist menschlich kaum zu leisten. So schnell tippt keiner! Ich bin hier scheinbar einem ganz großen Skandal auf der Spur. #Tickergate sozusagen.

Gattin guckt zur Tür herein. Leider ohne Getränk. Aber mit dem Verweis, dass ich zeitverzögert gucke, da das Tor bei ihr früher gefallen ist. Während ich noch darüber grüble, warum wir dann nicht zusammen gucken, nimmt sich Stefan Blank am Spielfeldrand einen tiefen Schluck aus der Pulle.

Es können Wetten bei bwin platziert werden und die „West“ sendet lautstark Grüße gen Oberhausen.

Wuppertal hört sich bei Oliver Forster übrigens in etwa so an wie Tupperware. Es sind ja auch Ähnlichkeiten vorhanden: Tupperware wird auch ständig hoch gehandelt und dann fliegt das ganze Zeugs doch nur in Einzelteilen im Schrank herum.

Pause! Rot-Weiss Essen führt völlig plötzlich und unerwartet mit 2:0.  WhattsApp aus dem Stadion sagt: „Läuft“. Twitter fragt: „Sollten sie wirklich gewinnen?“ Millionen Fans vor den Bildschirmen sind vorfreudig erregt ob der zweiten Halbzeit.

Halbzeit:

Thomas Helmer meldet sich aus der 11Freunde Bar in Essen zu Wort. Für den Moment ist der TV Abend mal wieder gelaufen und dabei wollte ich mich gerade mit Sport1 versöhnen. Und überhaupt wird klar, dass ein Spiel der eigenen Mannschaft auf dem Sofa einfach nicht funktioniert. Das funktioniert definitiv nur im Stadion.

2.Halbzeit:

Oliver Forster direkt wieder auf Betriebstemperatur. Jörg Dahlmann würde noch irgendwo zwischen uninteressant oder nicht wichtig schwadronieren. Der Anpfiff erfolgte natürlich auch wieder. Und mit diesem steht Conny Kramer auf dem Liedzettel.

So, die Spieler des FC Kray haben in der Pause gut zugehört und drücken aktuell auf das Essener Tor wie manch Fan draußen am Stand noch auf die Senftube. Und prompt fängt sich der RWE das Tor. Oliver Forster sieht nun ein Pokalspiel aufziehen.

Erneuter Eckball für den RWE: Keine schlechte Nummer, und zudem wurde klar: Auch Frank Löning steht noch auf dem Feld, nahm er den Ball doch direkt an. Das hatte was! Was macht das Nervenkostüm? Es scheint aktuell noch zu halten. Aber ist ja auch noch früh.

Recht gediegene Atmosphäre an der Hafenstraße. Ey das war Foul, der hat geschubst!

Die sechzigste Minute ist um, und gegen die drohende Langeweile wird nun ein Rudel gebildet. Krayer können Schwalbe und selbst des Unparteiischen Hinterteil mischt nun im Spielgeschehen mit. Hier ist doch was los. Also in Essen natürlich.

Den RWE andauernd als großen Favoriten zu bezeichnen wird der bisherigen Seuchensaison aber wirklich nicht gerecht. An dieser Stelle also energischer Einspruch.

„Freunde,Freunde“ Oliver Forster kann sogar Marcel Reif. So langsam mischt sich Angstschweiss mit grippal bedingt erhöhter Temperatur.

Wechsel RWE: Nummer 18 geht, die Hälfte kommt.

Kardiu geht auf Seiten des FC Kray. Das erinnert mich daran, noch einen Termin für ein Belastungs- EKG zu machen. Aktuell lässt sich der RWE  ein für meinen Geschmack ein wenig zu viel einlullen. Oliver Forster muss vorab an mein erst im Mai erscheinendes Buch gekommen  sein: Er nennt Vereinsfakten daraus und zitiert sogar Edson Arantes do Nascimento.

Fünfundsiebzigste Minute: Der erste Pfiff von den Rängen ertönt. Das hat aber sehr lange gedauert. Die West hält mit Stimmung dagegen. Der Löning geht, das hat seinen Grund, denn der kommt. Noch zehn Minuten. Ich flehe schon höhere Mächte an, auch wenn ich mit dem Fußballgott nicht mehr kommuniziere.

Ein Tor würde dem rot-weissen Spiel jetzt gut tun. Völlig zerfahrenes Spiel jetzt. Der RWE verliert mal wieder das, was sich spielerische Linie nennt. Und trifft konsequenterweise zum 3:1. Die machen einfach immer das völlig Unerwartete.

Vierundachtzigste Minute und eine zwei Tore Führung: Bin gerade mit dieser Situation völlig überfordert. Oliver Forster erwähnt ehemalige Größen, die möglicherweise alle vor dem Fernseher sitzen. Die Zuschauerzahl wird durchgegeben und überrascht auch etwas. Negativ. Zur weiteren Beruhigung trägt direkt aber das 4:1 für den RWE bei. Es könnte tatsächlich zum ersten Sieg seit 1978 reichen. Wir fahren nach Berlin.

Der Höhepunkt zum Schluß: Jan Siewert nimmt Zeit von der Uhr! Rot-Weiss Essen steht im Finale des besten Pokalwettbewerbs aller Zeiten. Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit; für einen wirklich guten Kommentator und geben zurück in die angeschlossenen Funkhäuser. Ich bin einfach nur froh. Danke Jungs!

 

 

 

 

STOPP!

Wenn zwei zerstrittene Parteien etwas miteinander zu klären haben, kann mitunter eine professionelle Mediation helfen. Diese ist kostenlos und bedarf der Bereitschaft beider Parteien, etwas an der aktuell verfahrenen Situation zu ändern. Ein ganz wichtiges Merkmal einer Mediation ist, das im Vorfeld ein Signal vereinbart wird, mit dem eine mögliche Hasstirade, Negationen oder einfach auch zu belastende Momente sofort unterbrochen werden. Hält sich eine der beteiligten Parteien nicht daran, ist die Mediation sofort für gescheitert erklärt und übernehmen die Gerichte. Oder die Fünftklassigkeit!

Nun haben weder die Mannschaft noch die Fans prinzipiell ein gescheitertes Verhältnis zu klären, reden wir angeblich ja immer noch von Fanliebe einerseits und dem Fußballerstolz, an der Hafenstraße spielen zu dürfen, andererseits. Und doch ist es vielleicht an der Zeit, den Reklamierarm zu heben und lautstark „STOPP!“ zu rufen. Nehmen wir doch einfach mal an, es wären nach der Winterpause Vereinbarungen getroffen und Ziele vereinbart worden; denn auch das ist Bestandteil einer Mediation. Und tun wir weiterhin einfach mal so, als säßen der RWE und manch Fan in einer Mediation: Dann müssten die Mediatoren nun langsam, aber eindringlich und bestimmt mal darauf hinweisen, dass wir uns alle nicht an die Vereinbarungen halten.

Wir tun also einfach weiter so als ob: Die Mannschaft hatte das Ziel, einen Dreier einzufahren und personell aufpoliert, diese Vereinbarung mindestens beim abgeschlagenen Tabellenletzten FC Wegberg-Beeck  in die Tat umzusetzen. Zumal nach dem couragierten Auftritt gegen Wattenscheid 09. Die Mannschaft hat sich jedoch nicht an die fiktive Vereinbarung gehalten und einen besorgniserregend schwachen Auftritt im Morast von Wegberg hingelegt. Es war ja klar; und das ist jetzt Fakt, dass dieses Spiel eines der schwersten der Saison sein wird: Es galt in Anbetracht der eigenen, insbesondere aber der Tabellensituation der Wegberger, nichts anderes als ein Dreier inklusive vieler eigenen Tore. Brutaler Druck.

„Angst essen Seele auf“. Mich an diesen Filmtitel erinnernd, vermochte ich mich der allgemeinen Sicherheit vor dem Spiel nicht anschließen und habe vor Zeugen 1:1 getippt. In der Hoffnung, dass dieses Ergebnis niemals so kommen wird. Es kam so und nun musste kommen was fast zu erwarten war: Auch manch Fan fühlte sich direkt mit Abpfiff nicht mehr an die fiktive Zielvereinbarung gebunden und aus allen Rohren wurde wieder unter jedem möglichen Post zu dem Spiel Hohn und Spott bis hin zu blankem Hass in die Kommentarspalten geledert.

STOPP!

So geht das nicht mehr weiter. So steigen wir ab. Liebe Mannschaft, was können wir tun, was braucht Ihr? Was können wir (fiktiv) neu vereinbaren, damit der so ersehnte Erfolgsfall eintritt und wir die Tabelle wieder etwas entspannter betrachten können? Ihr seid gute Fußballer. Aber vielleicht nehmt Ihr nach dem Training mal zwei Kisten Stauder unter die Arme und setzt Euch alle zusammen in die Zeche Hafenstraße und spielt gemeinsam am dortigen Kickertisch einen aus. Guckt Euch an den Wänden um und erkennt, warum uns Fans das alles so viel bedeutet. Stellt Euch vor, Ihr steht eines Tages in den Geschichtsbüchern, hängt da überdimensional in Jubelpose an der Wand. Und vergesst nicht den Willi mitzunehmen, ist schließlich Euer Mannschaftskamerad. Der hat Euch einiges zu erzählen. Meinetwegen geigt Euch die Meinung. Aber betretet Samstag mit erhobenem Kopf den Platz und nicht mit ängstlicher Seele.

Und wir, die Fans, was könnte uns als neue (fiktive) Zielvereinbarung auferlegt werden? Respekt fällt mir da als erstes ein. Respekt auch den Spielern, die in Wegberg leider Gottes nicht gewonnen haben, aber keiner versagt extra! Solche spielen jetzt woanders für mehr Geld. Dieses Internet ist Fluch und Segen zugleich: Segen, wenn sich auch der RWE Fan in Australien ein Bild von der aktuellen Lage machen kann. Fluch, da die Hemmschwelle gegen den Spieler und Vertreter des eigenen Vereins mitunter unter Teppichbodenhöhe gesunken ist. Alle gegen alle. Aber es ging doch auch früher kreativer, seinen Unmut zu äußern: Fan könnte das Stadion erst gar nicht betreten. Fan könnte schweigen und die Mannschaft erst einmal machen lassen. Fan könnte so vieles. Aber nicht mehr blindwütig agieren. Droht der Fan sogar, so steigt auch er ab. Moralisch und tatsächlich dann am Saisonende.

Keiner will einen Abstieg. Wir wollten ursprünglich etwas ganz anders. Aber darüber schweigen wir uns besser aktuell aus. Jetzt gilt es etwas zu verhindern. Danach wird sicher zu Tisch gebeten und muß Tacheles geredet werden. Es geht um Rot-Weiss Essen. Und wir alle sind doch auch Rot-Weiss Essen. Der Fan ein Leben lang, der Spieler bis Vertragsende. Das neue Ziel lautet nun Velbert. Das Spiel wird sicher kein Ball werden, denn der Ball sollte gut rollen. Aber vielleicht ist dieses Zitat aus dem Film „The Rock“ aktuell ganz angebracht:

  • Mason: „Schaffen Sie das auch wirklich?“Goodspeed: „Ich werd‘ mein Bestes tun.“Mason: „Ihr Bestes? Versager jammern immer von wegen ihr Bestes, aber Sieger gehen nach Hause und vögeln die Ballkönigin!“Goodspeed: „Carla war die Ballkönigin.“Mason: „Wirklich?“Goodspeed: „Ja!“

Holt Euch die Ballkönigin!