Quo vadis RWE?, Episode 1907!

Für den heutigen Dauerregen kann Rot-Weiss Essen nichts. Der ist wohl automatisch mit an Bord, wenn es gegen den langjährigen Dauerbegleiter SC Verl geht. Rot-Weiss Essen kann auch nichts dafür, dass der Familientag nicht unbedingt nur positiven Anklang findet. Eine Tatsache, die sich mir persönlich nicht wirklich erschließt, denn den Familientag gibt es bereits im sechsten Jahr und wurde definitiv nicht dafür erfunden, um aktuell schlechte sportliche Leistungen zu kaschieren, sondern um der sozialen Bedeutung als Verein der Stadt gerecht zu werden; neue Fans für unsere gemeinsame Sache RWE zu begeistern (Falls sich in den letzten fünf Jahren nun mal ein Kind in Königsblau an die Hafenstraße verirrt hat: Einzelschicksale wird es nun mal immer und überall geben)!

Wofür Rot-Weiss Essen jedoch (hier und heute konkret und ausnahmslos seine sportlichen Angestellten) etwas kann ist, den heute anwesenden Zuschauern, egal ob jung oder alt, einmal mehr den Tag versaut zu haben. Aber gründlich!

Die eigene Messlatte wird ja in bester Limbo Tradition schon von Spiel zu Spiel niedriger gelegt, aber heute hat die Mannschaft ihr eigenes Niveau so tief angesetzt: Das war beim besten (Fan-)Willen nicht mehr zu schaffen, ohne daran zu scheitern. Heute hat unsere Mannschaft nicht einen einzigen jungen Fan dazugewonnen, sondern wieder etliche Veteranen vergrault. Sie scheint tatsächlich das Stadion leer zu spielen. Ich weiß, dass die Mannschaft das nicht will, und sie lieber mit uns feiern möchte. Aber umgesetzt bekommt sie es nicht mehr. Hier wird mit dem sportlichen Arsch eingerissen, was an anderer Stelle mühsam Woche für Woche wieder aufgebaut wird. Hier wird kaum noch der gute Ball, aber die Geduld der Fans und den immer noch vielen Sponsoren mit den Füßen getreten.

Das Spiel unseres RWE (auch der SC Verl hatte keinen guten Tag, was aber für uns gut war, denn sonst wären wir unter die Räder gekommen!) war von Beginn an geprägt von kompliziertem und langsamen Aufbau Richtung Verler Tor. Bevor mal ein überraschender Pass in die Tiefe kam, wurde lieber noch einmal hintenrum gespielt. Es hatte bisweilen den Anschein, als ob bestimmte Mannschaftsteile (Spieler?) lieber das Tempo herausnehmen wollten, anstatt das Spiel zu beschleunigen. Es hatte den Anschein, als ob bestimmte Spieler lieber nicht laufen wollten und bestimmte Spieler, die laufen wollten, nicht angespielt wurden.

Dafür, wie lange dieses lethargische Etwas namens Fußballspiel andauerte, war das Publikum zur Pause noch gnädig und gab es nur Pfiffe. Die Stimmung war eh schon Scheisse, da bedurfte es nicht direkt einer weiteren negativen Aufwertung. Die Körpersprache unserer Mannschaft so undefiniert, diese könnte aktuell kein noch so versierter Übersetzer entziffern.  Es wäre ja alles halb so wild, wenn wir nicht alle wüssten, dass die Jungs es können und wir gute Fußballer in unseren Reihen haben. Ich sag nur Mönchengladbach.  Aber genau das ist unser Problem da draußen auf den Rängen: Wir wissen, Ihr könnt einen emotionalen Stiefel spielen und lauft aktuell in Ackerpömps über das Feld. Wie sollen wir denn damit klar kommen?

Man möchte auf das Feld hüpfen und die Jungs fragen: „Wie kann ich Euch helfen?“. Man leidet doch mit ihnen; möchte mit ihnen feiern und zufrieden nach Hause gehen. Stolz auf seinen Verein sein. Auch in Liga Vier. Man möchte den Ball in das Tor beten, damit dem Verein der, heutzutage leider üblich, anschließende und respektlose „Shitstorm“ in den (a-)sozialen Medien erspart bleibt. Man weiss, wie direkt wieder die Verantwortlichen angegangen werden, ohne ihrerseits selbst auf dem Feld zu stehen. Das alles tut weh, trägt man die drei Buchstaben im Herzen und Respekt als eigene „zwischenmenschliche Fahne“ vorneweg. Wir zerfleischen uns doch mittlerweile schon selbst untereinander in den Kommentarspalten ob solch gezeigter Leistungen. Das darf nicht sein. Es geht doch nur um Fußball. Aber, leider geht es auch um unseren Verein.

Dummerweise gibt es nach einem Spiel wie dem heute gesehenen kein Argument mehr, sich auch als gemäßigter Fan vor Mannschaft und Trainerteam zu stellen (Und trotzdem wird unsererseits nicht blind gepöbelt, denn das hilft wirklich niemanden). Die Ergebnisse der anderen Vereine noch immer beständig so, so dass man dem Ziel „Oben mitspielen“ mit zwei gewonnene Spielen nacheinander ruckzuck hätte näher kommen können. „Wäre, wäre Fahrradkette“ um in Lothar Matthäus zu schreiben. Das frustriert umso mehr: Keine andere Mannschaft marschiert uneinholbar vorneweg!

Nein, spätestens nach heute hat man das Gefühl, dass ganz andere Kräfte innerhalb und/oder rund um die Mannschaft wirken, welche eine gute Leistung kopfmäßig verhindern. Das Fleisch ist willig, der Geist ist schwach. So vielleicht, ein bekanntes Zitat umgekehrt? Ist es das, was unsere Spieler ausbremst? Ist der Trainer das „R“, die Mannschaft das „W“ und vielleicht jemand dazwischen, der stört, das „E“? Wir wissen es nicht. Das Problem aber dabei: Wir sind alle drei Buchstaben zusammen. Wir sind RWE! Und das macht uns gerade komplett fertig. Lässt uns fassungslos und, was viel schlimmer ist, bisweilen lethargisch nach Hause gehen. Gut, manch einer wankt auch nach Hause. Aber dann hat sich wenigstens das gelohnt.

Es muss sich dringend etwas ändern. Am besten sofort. Klärt das. Seid Männer! Wollt Ihr, oder wollt Ihr nicht? Und wir außerhalb: Bitte lasst uns ohne Beleidigungen auskommen. Wir reden immer noch über das, was wir bis an unser Lebensende doch lieben. Manchmal und meistens von Geburt an. Ich bitte daher auch hier auf „ISDT“ um eine weiterhin so gute und sachliche Auseinandersetzung mit dem „Ist Zustand“ wie bisher hier.

Du unser RWE, wohin gehst Du? Liegt es an uns? An der Geschichte? was ist los mit Dir?

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