Monatsarchive: Mai 2014

Über die Notwendigkeit der Erneuerung zur Genehmigung. Oder auch: DFL ist, wenn man trotzdem lacht.

Rot Weiss Essen hat, wie von der DFL gefordert, sein Emblem entsprechend den Statuten verändert, und hofft so zur kommenden Saison auf eine Eingliederung in die 2. Bundesliga.

Zum Vergleich: Oben links das alte Emblem. Oben rechts und unten links Vorschläge der Werbeagentur. Unten rechts nun das veränderte und zu genehmigende Emblem.

Emblem

Hallelujah!

Wir haben es geschafft. Diese Saison ist vorbei. Endlich. Eine Meinung, die allenthalben rund um die Hafenstraße geteilt wird. Und dazu bedarf es nur eines Besuches während der Halbzeit auf der Toilette. Ungefragt wird es Dir während der Erleichterung mitgeteilt: „Ker, gut datt die Saison vorbei iss, nä ?“ Der daneben stehende Auszutretende hat aber direkt das Grundübel erkannt: „In der Mitte, da hat er gefehlt. RWE hat seit Jahren keinen mehr in der Mitte“.

Ein Pissoir weiter wird schmunzelnd ausgerichtet und eingepackt. Dem ist alles Latte. Nur schnell raus hier, die zweite Halbzeit erleben. Ist ja auch die letzte Halbzeit an der Hafenstraße für einige Wochen. Wohl auch aus diesem Anlass haben die Ultras Essen noch mal so richtig angepackt und einen rausgehauen. Großes Kino nach speziellen Diskussionen.

Und plötzlich ist es wie fast in jedem Jahr: Eigentlich haben sich doch alle lieb! Die schlecht spielende Mannschaft im Schulterschluss mit den schlecht gelaunten Fans. Das Loblied auf Schalke, der Schrecken vom Niederrhein, die deutsche Meisterschaft und nicht zuletzt dieses immer wieder! Machste nichts: Rot Weiss Essen ist halt immer wieder! Immer wieder lassen wir alles stehen und liegen, sobald der Verein uns ruft. Immer wieder ertragen wir Rumpelfußball, immer wieder auch schlechte Neuigkeiten oder jedwedes Politikum.

Ihr lieben Allesfahrer: Habt Ihr einmal so richtig guten Fußball in dieser Saison gesehen ? Nun leben wir aber alle wohl von der Hoffnung, und somit überwiegt doch bei vielen schon die Vorfreude auf die kommende Saison. Es wird geflüstert ob der Neuverpflichtungen. Wird gerätselt ob der neuen Trikots. Apropos Trikots: Wollte mir heute eins zulegen, aber keins mehr da. Auch dumm gelaufen. Wie eben so vieles in dieser nun abgelaufenen Saison.

Ich für meinen Teil konnte mit ihr abschliessen, und es war mir wichtig: Waldemar Wrobel war vor Ort. Wirkte entspannt. Auch das vielleicht ein Beleg dafür, dass Rot Weiss Essen mehr als einfach nur ein Verein ist! In der VIP Etage gibt es Currywurst und der geschasste Trainer wäscht keine schmutzige Wäsche. Ich bin dann hin, habe eine Unterhaltung gestört, die Hand gereicht und mich bedankt für alles, was er in den letzten Jahren für unseren RWE geleistet hat. Es war mir wichtig. Erst danach war die Saison dann endgültig beendet.

Den Fußball übergeben wir nun in den kommenden Wochen den Eventfans, aber danach geht es weiter. Immer weiter. Nur der RWE! Hafenstraße

Lärminstrumente wie Trommeln, Sirenen, Musikgeräte usw. sind nicht erlaubt!

Ein Titel, der direkt einem Schild über dem Eingangsbereich des alten Sportplatzes der SF Lotte entstammen könnte. Stimmt, tut er auch. Die Sportfreunde habe den Sinn des Fußballs also schon recht früh verstanden. Die weitere Abkehr dessen, einstmals ein sympathischer Verein gewesen zu sein, zeigte sich in einer neuen Kleiderordnung: Keine rot weissen Fanutensilien auf der Sitzplatztribüne. Freies Land, freier Bürger! Protest war angesagt: Protest auf der Geschäftsstelle, den Ordnungshütern vor Ort und wohl auch dem Mikrofon von Radio Essen gegenüber, welches eigentlich Stimmen zur sportlichen Situation einfangen wollte.

Der vor mir stehende Essener Fan am Kassenhäuschen war schlauer: Er bekam seine Karte mit dem Verweis, er sieht nur nach RWE aus, sei aber Fan des VFL Bochum. Einmal um das von Werbetafeln zusammengehaltene Fußballfeld herum, wuchs die Lust auf Widerstand gegen die Lotte: Jacke zu, Schal darunter, gleiches Kassenhäuschen : Mit einem netten Nicken wurde mir die gewünschte Karte verkauft. Vorbei an jenen Polizeibeamten, welche vorhin noch mit ähnlicher Fachlichkeit die Kleiderordnung verteidigten , wie das Jugendamt die Mutter als alleiniges Elternteil. Den Hauch von Revolution mit auf die Tribüne nehmend,  erfuhr die neue Kleiderordnung einen weiteren Tiefschlag: Einige Essener hatten sich durch die feindlichen Linien geschlagen. Manche von ihnen tranken gar friedlich ein Getränk. Ungewöhnlich für ein Barbarenvolk.

Genug der Ironie: Für mein Verständnis sind Farben tragende selten Problemfans. Aber, die Sportfreunde hatten ihre schlechten Erfahrungen gemacht, so die offizielle Verlautbarung. Das mag ja sein, aber was habe ich damit zu tun ? Warum werde ich nun als potentieller Störenfried behandelt ? Und warum stört sich dann keiner daran, wenn ich mir den Schal wieder umbinde und mich dort frei und friedlich bewege, wo ich eigentlich gar nicht erwünscht bin ? Die Feinde des Fußballs sitzen allzu oft auch in den Gremien und bei Sicherheitsbesprechungen.

Das nun einmal mehr eine Pressekonferenz den bitteren Beigeschmack „Eklatchen“ trägt, ist hausgemacht: Wer eine Pressekonferenz frei zugänglich veranstaltet, darf sich über Äusserungen nicht wundern, die bisweilen alkoholgeschwängert und durchaus „fremdschäm“ geeignet unter der Gürtellinie kundgetan werden. Nicht schön. Definitiv! Aber: Lotte kann das ja auch, wie ein ehemaliger Osnabrücker Trainer erfahren durfte.  Lotte im Glashaus also. Prickelnde Atmosphäre übrigens unter den rund 1.000 Lotteraner Fans. Allen war nicht anzumerken, dass es hier noch um das Erreichen der unseligen Relegation gehen könnte. Wechselgesänge zwischen Fans und Werbetafeln.

Unser RWE agierte von Beginn an so, wie man es sich oftmals in dieser so frustrierenden Saison gewünscht hätte. Man hatte nicht mehr das Gefühl, dass Standardsituationen oder schnelle Vorstösse der Gegners direkt zu Gegentoren führen, wie noch in den Vorwochen. Man ist dann direkt versucht, die Spieler zu befragen, woran es liegt: Warum nun, wo es um nichts mehr geht ? Sind die Vertragsverhältnisse geklärt, ist es doch der Trainerwechsel ? Fragen, die ein Fan wohl mit in das Grab nehmen wird, egal welchen Farben er sich zugehörig fühlt.

Diese Saison war eine ziemlich bescheidene, liebe Mannschaft. Es war schwer, Euch zu folgen. Es fiel schwer, Euch anzufeuern. Es war aber auch sehr schwer zu ertragen, wie Ihr und Waldemar Wrobel unter der Gürtellinie beleidigt und verhöhnt wurdet.

Zu unser aller Freude hatte Lotte aber auch in dieser Saison mal wieder etwas Gutes: Hier findet der alljährliche Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans statt. Vielleicht aus diesem Anlass eine Bitte an den Spielplangestalter: Wir kommen ja nicht drumherum und müssen wieder nach Lotte. Vielleicht aber zur Abwechslung mal wieder zu Saisonbeginn. Dann könnten wir den Schulterschluss mit in die Saison nehmen und erleben alle miteinander vielleicht und hoffentlich eine bessere. Nur der RWE!IMG_4829 IMG_4853