Willi & Willy #255

Immer wenn Du denkst, es geht noch mehr, kommt von irgendwo eine Muskelverletzung her. Das ist wohl irgend so ein Rot-Weiss Essen Ding, dass eine Saison niemals ein ruhiger langer Fluss wird, sondern immer die ein oder andere Strömung ungefragt hinzukommt. Direkt nach dem letzten Spiel in Ingolstadt gab es viele Lobeshymnen und wurde Jaka Cuber Potecnik nicht nur Spieler der Spiels aus unserer Sicht, sondern geradezu die Erweckung der Mittelstürmerposition, so positiv die Berichterstattung.

Aber es gab noch eine andere Entdeckung, die nicht wenige im Anschluss an das Spiel gemacht haben:  Jaka Cuber Potecnik erinnerte im Interview bei Magenta-Sport mit seinem verschmitzten wie verschwitzten Lächeln tatsächlich an den jungen Willi Lippens, der seinerseits in der vergangenen Woche stolze achtzig Jahre alt wurde. Alles tutti also, und dann kam sie fast wie aus dem Nichts, die erneute Muskelverletzung bei JCP. Gute Besserung an dieser Stelle. Uwe Koschinat und sein Trainerteam also einmal mehr vor der Herausforderung, die gerade noch erfolgreiche Mannschaft umzubauen. Der Mann muss ja öfter umstellen, als seinerzeit Tine Wittler die Deko in frisch renovierten Räumlichkeiten.

Und dann zeigt sich schon im nächsten Testspiel während des spielfreien Wochenendes, wie wertvoll ein ausgewogener Kader sein kann. Denn nun knipst gegen den VVV Venlo mit Marek Janssen der Mittelstürmer, der nach Schweinfurt und noch vor Ingolstadt in aller Munde war, dank des Siegtreffers gegen sich seinerzeit tapfer wehrende Schnüdel. Es ist also von großem Vorteil, dass wir nicht mehr bei „Faschers Eleven“ aus düsteren Regionalliga Zeiten, sondern bei einem qualitativ unglaublich gut aufgestelltem Kader sind. Der passt sogar in der Breite. Aber irgendwie vergessen wir trotzdem, dass wir nicht nur in der Tabelle sehr gut dastehen, sondern auch das Kalenderjahr 2025 ziemlich optimal bestritten haben. Und das sogar unter Trainer Uwe Koschinat. Für die einen Möwe und für den anderen Schaumschläger. Das muss ja auch jeder für sich selbst wissen.

Aber in Anbetracht der sportlichen Chance, die sich an den kommenden Spieltagen bietet, möchte ich mal ein Zitat des großen Willy Brandt umwandeln: Nun ist sein legendäres „Mehr Demokratie wagen“ Zitat in unserem Lande wichtiger denn je zuvor, aber für unseren RWE würde ich mir im Umfeld aktuell vor allem ein „Mehr Freude wagen“ wünschen. Wir haben natürlich viele Themen, die uns je nach Interessenlage beschäftigen. Egal ob Flyer, Lichtshow, Jahreshauptversammlung, Musikauswahl und so weiter und so fort. Alles wichtige Themen, die noch so intensiv diskutiert, niemals auf einen Nenner kommen werden. Aber das ist auch in Ordnung, das macht einen Verein und seine Streitkultur aus.

Aber wir sollten uns davon nicht zu sehr von dem ablenken, wo wirklich wichtig ist: Nämlich auf dem Platz! Und da können wir dem kommenden Heimspiel gegen Energie Cottbus doch wirklich mit Freude entgegensehen. Was für eine herrliche Tabellenkonstellation. Und deshalb: Einfach mal alles andere außer Acht lassen. Raus aus dem Alltag, rein ins Hafengebiet. Cottbus einkassieren und Pele Wollitz auf die Palme bringen. Lieber ein Dreier in der Liga als eine Trilogie im Pokal. Das war aber auch eine schräge Geschichte im DFB-Pokal zwischen 2005 und 2007 zwischen RWE und Energie Cottbus. Nun aber 3. Liga. Spitzenspiel. Flutlicht. Ja, leider auch Sonntag Abend. Und es geht tendenziell doch Richtung ausverkaufter Heimbereich. Also: Einsingen, laut sein und alles geben für unseren RWE!

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