Ende mit Schrecken…

…oder doch nur ein Schrecken ohne Ende? Am Freitag, den 4.Juni 2010 um 16:00 Uhr trat das RWE-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Hermes via Megafon vor die versammelten und bangenden Fans, um zu verkünden, dass die notwendigen Millionen nicht mehr aufgebracht werden konnten.

Das war eigentlich schon zu erwarten, und auch die Teilnahme von Willi Lippens und Manni Burgsmüller an dem Sponsorenlauf entlang der Essener Wirtschaft geriet mehr zur Farce, denn zu einem positiven Ergebnis kommend. Ergo: Der Welt größte Fußballverband setzt einmal mehr auf die Zweitvertretungen, gesteht Bundesligisten bisweilen mehrere hundert Millionen an Schulden/Verbindlichkeiten zu und entzog somit konsequent dem RWE die Lizenz für die Regionalliga. (Übrigens am heutigen Tage auch dem SV Waldhof).

Dieser Entzug der Spielberechtigung hatte zeitgleich zur Folge, dass der RWE einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Essen stellen musste. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 166 IN 104/10 eingeleitet. Soweit der bittere Fakt und auch ein wenig Polemik in Richtung DFB meinerseits.

Natürlich ist es zu einfach, alle Schuld jetzt auf den DFB abzuladen. Auch nur jetzt die handelnden Politiker der Stadt Essen abzustrafen wäre zu einfach. Gleichwohl sich im Falle des RWE und dem Georg Melches Stadion an der Hafenstrasse eine kommunalpolitische Lachnummer abspielt, welche nun schon Jahrzehnte andauert.

Hier wurde am 8. August 2009 von allen, an der Grundsteinlegung beteiligten Politikern, schlichtweg Wahlbetrug begangen. Aber,wie erwähnt: Das allein hat nicht zu der bisher schwersten Zeit dieses bisweilen tragischen Vereins geführt. Die Verantwortlichen auf der Kommandobrücke und die Spieler auf dem grünen Rasen, ihr Wirken am Untergang sollte nicht unterschlagen und somit beleuchtet werden. Dazu in einigen Tagen etwas mehr.

Knackpunkt der jüngeren Vergangenheit ist für mich der Abstieg aus der 3. Liga, damals noch als Regionalliga Nord daherkommend.Das letzte Saisonspiel gegen den schon abgestiegenen VfB Lübeck, ein Punkt reichte, wurde so jämmerlich in den Sand gesetzt, so dass einigen Spielern Absicht unterstellt werden kann. Als Zeuge dieses Spiels darf ich mir das Urteil erlauben! Zumal einige Spieler schon bei der ostwestfälischen Antwort auf IKEA vorstellig wurden und im Falle eines Abstiegs ablösefrei Richtung Paderborn wechseln konnten. Eben diese Spieler, davor noch Leistungsträger, ließen Mannschaft, Fans und Verein in diesem Spiel sträflich im Stich. Alle Zukunftspläne zerbrachen somit in 90 bitteren Minuten.

Mit der Viertklassigkeit hatte keiner gerechnet, geschweige denn kalkuliert. Also wurde in der darauffolgenden Saison auf den „Ausrutscher – Faktor“ gesetzt, mit hohen Gehältern und der Einstellung, die Saison kurz abzunicken. Dieses Unterfangen klappte, wie wir alle wissen, nicht so wirklich. Die Schulden wuchsen, der Frust im Umfeld auch und somit installierte der Verein, oder war es die Stadt? Oder die Grundstücksverwaltung der Stadt Essen? Egal.Es kam Thomas Strunz, mit einem 5 Jahresplan und einem Beratervertrag nebenbei ausgestattet. Zu Beginn seiner Tätigkeit tat uns allen sein eloquentes Auftreten gut, er vermittelte dem RWE einen Hauch Oberschicht nebst Visionen, die Schweisspatina abwischend. Das Ende hier ist auch bekannt, Schweiss riecht an der Hafenstrasse nun mal besser.

Auch die zweite Saison nach Lübeck wurde also mehr schlecht als recht zu Ende gespielt, das Tafelsilber in Form von Sascha Mölders nach Frankfurt verhökert. Dem Trainerduo Aussem/Erkenbrecher der Laufpass gegeben, und als Krönung, das Diebels Pokalfinale ausgerechnet gegen den Nobelverein aus dem Süden der Stadt ebenfalls jämmerlich in den Sand gesetzt.Eigentlich alles wie gehabt. Den Blick trotzdem weiter nach vorne gerichtet wurden neue Spieler und Trainer verpflichtet, und auch von existenzieller Bedrohung monetärer Natur war keine Rede. Das neue Stadion hatten wir eh schon aus den Köpfen gestrichen.

Und dann platzte die Bombe und kündigte sich durch zwei rasch aufeinanderfolgende Detonationen an: Das bereits erwähnte Pokalfinale und dem Verlust der ersten DFB Pokalhauptrunde sowie dem Konkurs der Mediengruppe VVA,deren Geschäftsführer Stefan Meutsch auch als erster Vorsitzende des RWE zeichnete. Bis dato halt. Für mich hängen diese Ereignisse allesamt zusammen und zeigen lediglich, an welchem seidenen Faden der RWE hing. Und immer noch hängt, denn noch ist ja nicht einmal der Start in der NRW Liga gesichert. Auch eine völlige Löschung aus dem Vereinsregister und Neuanfang in der Kreisliga C unter neuem Namen ist noch machbar. Vielleicht aber sind dann endlich diejenigen Kräfte zufrieden von denen Manni Burgsmüller behauptet, dass es sie gibt. Mit dem Ziel, Rot Weiss Essen zu beerdigen. Doch zu einer Beerdigung gehören ja immer mindestens zwei, und so lange der RWE auf seine Fans bauen kann, solange wird er auch Leben. 100 Jahre, und noch viel mehr……

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