Das Limbische System.

Laut Wikipedia ist das limbische System „eine Funktionseinheit des Gehirns, die der Verarbeitung von Emotionen und der Entstehung von Triebverhalten dient. Dem limbischen System werden auch intellektuelle Leistungen zugesprochen“.

Somit wissen wir: Der Rot-Weiss Essen Fan als solcher hat ein ausgeprägtes limbisches System! Schließlich gilt es andauernd, Emotionen rund um unseren stets dramatisch scheiternden und doch ebenso stets bemühten Herzensverein zu verarbeiten. Durch ihn entsteht in unseren Köpfen zudem ein bisweilen triebhaftes Verhalten, folgen wir ihm doch Jahr für Jahr ziemlich triebgesteuert. Bisweilen gar blind. Und, auch wenn es unserem Image nicht gerade entspricht, so pflegen wir fast alle einen bisweilen durchaus intellektuellen Blick auf die Hafenstraße.

Das wäre also geklärt und einmal mehr eine Überschrift gefunden. Glück gehabt!

Glück hatte die Mannschaft unseres RWE gegen die Nachbarn von RWO das ein oder andere Mal, ohne jedoch selbst das eigene Glück nach neunzig Minuten zu finden. Obwohl dieses in Form von drei Punkten aufgrund der zweiten Halbzeit durchaus verdient gewesen wäre. Die erste Hälfte wirkte irgendwie wie gehemmt. Auf dem Platz, wie auch auf den Tribünen. Der flotte Dreier aus Wattenscheid, er wollte gerne wiederholt werden, und doch spielte die Angst vor einer weiteren Nullnummer mit.

Auch der „Opa“ und seine Schwester im Geiste namens „Adiole“ nicht mehr so leidenschaftlich vorgetragen und unterstützt wie noch in den ersten Heimspielen. Wenigstens die Choreo zum zehnjährigen Jubiläum der Rude Fans  konnte die drohende Tristesse abwenden und für ein optisch stolzes Erlebnis sorgen. Ich bin immer wieder fasziniert über den Aufwand, den solche Choreos mit sich bringen und mit welcher Leidenschaft sie angefertigt werden. Nein, Fußballfans sind zumeist keine Verbrecher. Natürlich bringt der zwölfte Geburtstag von „ISDT“ keine derlei gewaltige Choreo mit sich, wohl aber eine Zaunfahne, die wir nun ebenfalls stolz bei Wind und Wetter aufhängen: Sie symbolisiert unseren Verein, unsere Herkunft; das Lieblingsland und die Erinnerung an einen verlorenen Freund, dem ich persönlich diesen wunderbaren Verein Rot-Weiss Essen ein Stück weit mit zu verdanken habe.

Realistisch betrachtet ist der Platz an der Sonne natürlich nicht mehr zu erreichen. Was ziemlich bitter ist, nach den ersten eigenen Erfolgen und dem Schwächeln der Konkurrenz. Mittlerweile hat sich der ungeliebte Verein aus Köln einmal mehr etabliert und auch andere Vereine sind mal wieder an uns vorbei gezogen. Meine Güte, was wäre das für ein Ding gewesen, einfach mal so kackendreist durch eine Saison zu marschieren, in welcher die Liga endlich einmal relegationsfrei hat. War wohl wieder zu einfach für uns! Aufgeben ist trotzdem nicht, rein rechnerisch ist immer noch alles drin. Und solange wird auf den Tribünen weiter Dreck gefressen und auf dem Feld geackert. ich denke, wir haben nun den richtigen Trainer dafür. Ob es dann auch der richtige Kader ist? An dieser Antwort scheiden sich sicher die Geister. Die selbsternannten Experten allemal.

Nach dem Spiel gab es trotzdem „Wir halten zusammen“ Gesänge und das Lied davon, dass wir niemals untergehen werden. Dinge, die optimistisch stimmen. Solange die Chemie zwischen Mannschaft und Fan stimmt, ist die Liga eigentlich Latte. Ihr für uns und wir für Euch.  Zudem während dieser neunzig Minuten all die Menschen vor Ort sind, die den Verein seit Jahrzehnten für mich ausmachen. Eigentlich ist die Liga doch egal, geben mir doch die Stunden an der Hafenstraße ein erstklassig warmes Gefühl.

Wir sollten weiterhin nicht aufhören, an unseren RWE zu glauben. Wir sollten die Liga beiseite schieben und uns auf uns selbst konzentrieren. Drauf, dass wir ein Verein mit einem Umfeld sind, welches manchem Erstligisten gut zu Gesicht stehen würde.  Mit Fans, denen Rasenball egal, aber Leidenschaft wichtig ist. Ich weiß, eigentlich alles nur „Bla bla bla!“. Aber so isses doch! Außer man gehört zu der Kategorie RWE Fans, die den Verein lediglich in der ersten Bundesliga verorten. Denen ist dann aber wirklich nicht mehr zu helfen, so realitätsfremd deren Ansinnen.

RWE – RWO also 1:1

Und der RWE spätestens im Dezember nun auch eine Legende,  waren doch die Macher vom Zeitspiel Magazin vor Ort, um unser aller Verein  zu porträtieren.

Nur der RWE!

 

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