#179 #178 #177

#179 Was haben wir uns immer über den WDFV aufgeregt, als wir noch unter seiner Knechtschaft litten. Spätestens seit der Übergabe des WM-Pokals wissen wir nun, wie gut wir es doch mit Peter Frymuth als Präsident des WDFV getroffen haben. Ratzfatz hatte Daniel Heber den Meisterpokal in seinen Händen und konnte ihn der eigenen Mannschaft und den Fans präsentieren. Giovanni I. hingegen als einer der glühendsten Verehrer seines eigenen Ichs hat einmal mehr nicht verstehen wollen, dass er nicht der Nabel der Sportwelt, sondern eher lästiges Anhängsel ist. Das aber nur am Rande. Für weitere Verwunderung sorgte dann bei mir die oft gelesene Aussage nach dem Turnier, dass Lionel Messi nun nicht mehr der „Unvollendete“ sei, sondern endlich seine große sportliche Karriere krönen konnte. Das stimmt so aber natürlich nicht: Lionel Messi ist niemals mit Rot-Weiss Essen aufgestiegen! Erst dann ist eine Karriere wirklich als vollendet zu bezeichnen. Mit dem Prädikat „Aufgestiegen mit RWE“ können sich schließlich nur wenige Spieler schmücken. Weltmeister gibt es tatsächlich mehr im Fußball.

Tatsächlich vollendet auch die Bauarbeiten anne Hafenstraße, was das Trainingsgelände angeht. Im Volksmund auch als „Willi Lippens Platz“ bekannt und beliebt. Also das ist auch fast schon weltmeisterlich, unter welchen Bedingungen unsere Spieler dort ihrem täglichen Job nachgehen dürfen. Hier kann man nur alle Hüte vor dem Gönner ziehen, der nicht nur bescheiden unerkannt bleiben will, sondern auch dermaßen viel Herzblut für seinen Verein mitbringt, um solch professionelle Bedingungen durch eigene Unterstützung zu ermöglichen. Der ehemalige RWE-Spieler Horst Hrubesch würde dazu nur ein Wort sagen wollen: „Herzlichen Dank!“ Herzblut für unseren Verein empfindet wohl auch ein Münchner als Geschäftsführer in Berlin und prangt ab sofort mit seiner Firma „DEUTSCHE SAATGUT“ auf der Brust der Hafenstraßen-Kicker. Wieder einmal hat sich bestätigt, dass bei RWE niemals Ruhe herrscht, auch wenn der Ball ruht. Der bisherige Hauptsponsor schlingert leider durch finanziell unsichere Zeiten und muss daher den Ball erstmal flach halten. Grundsätzlich gilt: Auch HARFID ist in erster Linie Arbeitgeber und dann erst Sponsor von RWE und einem weiteren, unbedeutendem Verein. Und da sollte das Wohl und Wehe der vielen Arbeitnehmer*innen bei HARFID absolute Priorität haben. Danke für das bisherige, und erfreulicherweise auch wohl weitere, Engagement.

Als die Pressemitteilung kam und den Namen DEUTSCHE SAATGUT verkündete, war ich doch zunächst verwundert, hätte ich eine Firma solchen Namens eher hier in der ländlichen Grafschaft und als Sponsor von Waldsturm Frensdorf oder Blau-Weiß Bookholt verortet. Aber weit gefehlt: Tatsächlich darf sich nun eine Firma aus der Hauptstadt Trikotsponsor von Rot-Weiss Essen rühmen. Man weiß gar nicht, für wen die Ehre größer ist. Der nächste Gedanke dann aber sofort Richtung Emblem: Die vergangenen Jahre mit schlichten Schriftzug auf dem Trikot verwöhnt, kam leichter Trikot-Stress auf: Gib es nun Maiskolben auf dem Trikot, oder Sojabohnen? Eine Sonnenblume, oder noch viel schlimmer: Etwas Blaues? Die ersten Fotos brachten schnell Entwarnung: Auch unser dann neues Trikot wird von einem schlichten Schriftzug geziert. Ein Teil davon sogar in Rot-Weiß. Hoffentlich geht die Saat der neuen Partnerschaft für alle Beteiligten gut auf. Ohne den Aufstieg sicher eine undenkbare Zusammenarbeit. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch. Wir lesen uns in 2023. Ich freu mich drauf.

#178 „The Boys Are Back In Town“. Mit diesem Thin Lizzy Klassiker kann man durchaus den Trainingsstart von Rot-Weiss Essen untermalen. Alle Spieler sind wohlbehalten aus dem Urlaub zurück, und auch diejenigen, die bereits vor der ungewohnten Saisonpause mit Verletzungen zu kämpfen hatten, arbeiten weiter fleißig am Status. Es ist personell eigentlich nicht sonderlich kompliziert momentan. Die Kunst wird es nun sein, direkt wieder an den guten sportlichen Lauf vor der aufgezwungenen Pause anzuknüpfen. Glücklicherweise steht unser RWE damit aber nicht alleine, die ganze Liga muss einen Kaltstart hinlegen und entweder die gute Form bestätigen oder versuchen, aus der sportlichen Misere schnell hinauszufinden. Ganz egoistisch betrachtet, können alle Vereine, die sich in der Tabelle hinter uns befinden, ruhig so weitermachen wie bislang auch. Trainingsbeginn zum Jahresende.

Ein komisches Jahr. Aber wenigstens wissen wir jetzt endlich, das ein weiterer Klassiker, nämlich „Driving Home for Christmas“ wohl der Deutschen Nationalmannschaft gewidmet ist. Und dafür mussten wir unsere tolle 3. Liga unterbrechen. Die ist nämlich wirklich toll, diese Liga. Man muss nicht immer gleich mit den unmöglichsten Steigerungen daherkommen a`la „beste WM aller Zeiten“ (Schenkelklopper), „wird die beste EM aller Zeiten“ usw. Das geht immer nach hinten los. Manchmal ist weniger mehr und somit dürfen wir in einer absolut spannenden Liga spielen, in der man sich niemals sicher sein kann, dass tabellarisch mal so etwas wie Ruhe einkehrt. Da ist immer Bewegung drin. Und wenn man dann mal in die Glaskugel schaut, und einen Ausblick auf die kommende Saison wagt, wer da aufgrund der aktuellen Tabellenstände alles so zu uns stoßen könnte, da kommt noch mehr Freude über diese 3. Liga auf. Während also beim DFB aktuell mehr Chaos herrscht als auf jeder Schalke Mitgliederversammlung der 80er Jahre und bei der DFL Hopfen und Malz verloren ist, können wir es gar nicht abwarten, endlich wieder unsere Mannschaft zu sehen. Ob es dann im ersten Testspiel gegen den SC Paderborn zu den aufgerufenen Preisen sein muss, lässt sich natürlich trefflich diskutieren.

Für Felix Herzenbruch ein Wiedersehen mit seinem alten Verein. Nicht, dass er da noch auf viele ehemalige Teamkameraden treffen wird, Fußball ist dafür zu schnelllebig. Er könnte aber auf jeden Fall erzählen, dass er in der Retrospektive wohl für den Trigger-Moment schlechthin der abgelaufenen Saison gesorgt hat, als er an einem nasskalten Oktobertag in der vierten Minute der Nachspielzeit den Ball zum 2:1 gegen Alemannia Aachen in das Netz gewuchtet hat. Komplette Ekstase im Stadion die Folge! Das hatten wir so lange nicht mehr erlebt, zu oft bekamen wir in der Nachspielzeit den Gegentreffer präsentiert. Aber damals, da bekamen wir eine Ahnung, dass dieses Tor der erste Schlüssel für den Aufstieg sein wird. „Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein“ sangen die Sportfreunde Stiller seinerzeit und eigentlich ist der Text im Ganzen auch eher Kappes. Aber wenn man das Spiel von Felix Herzenbruch umschreiben will, dann passt diese Zeile einfach vortrefflich. Den kann man nachts um 3:00 Uhr wecken, und er kommt auf den Platz und macht seinen Job. Man kann ihn als wahren Hafenstraßenfußballer adeln.

Es ist schon verrückt: Da gibt es Jahre, in denen sportlich nicht viel passiert, und dann gibt es Wochen, in denen Jahrzehnte passieren. So in etwa stellt sich die 3. Liga für RWE dar. Diese tolle Liga für den besten Verein der Welt.

#177 Still ruht der See an der Hafenstraße. Wenigstens aus der Sicht eines Balls betrachtet. Keiner aus dem Kader unseres Drittligisten tritt aktuell dagegen. Urlaub ist angesagt. Ob das auch für Jörn Nowak als hauptamtlichen Kaderplaner gilt, wage ich zu bezweifeln. Ich war schon erschrocken, als dieser Tage die Nachricht auf dem Display aufploppte, bei wie vielen Spielern zum Saisonende die Verträge auslaufen. Klar informiert man sich als Fan vor Saisonbeginn, hat die relevanten Daten auch für eine gewisse Zeit im Kopf. Aber wenn dann die Saison endlich beginnt, geht es zumindest mir so, dass ich mich rein auf das Sportliche und nicht mehr auf Vertragsinhalte konzentriere. Glücklicherweise ist unser Kader bei Jörn Nowak und seinen Kollegen und Kolleginnen in den besten Händen. Das Netzwerk funktioniert und hat uns nicht zuletzt in einen stabilen Tabellenplatz nachjustiert.

Als Fan hat man da glücklicherweise kein Mitspracherecht, würde es doch lediglich in einem grandiosen Chaos enden. Bei Rot-Weiss Essen ist man sich schließlich traditionell stets uneins, was die Bewertung eines Spiels oder der einzelnen Spieler angeht. Jeder hat da natürlich so seine eigenen Präferenzen. Nur gut also, das eine Fußballmannschaft nicht nach Abstimmung zusammengestellt wird. Aber, wir haben ja langsam die Vorweihnachtszeit erreicht, und somit auch die Phase schlechthin, in welcher man gerne mal einen Wunschzettel ausfüllt und abgibt.

Bei mir würde also, um bei den Verträgen zu blieben, definitiv eine Vertragsverlängerung mit Felix Bastians ganz oben stehen. Noch vor den RWE-Schlüppern aus dem Fanshop. Neben Daniel Heber als Kapitän der Hafenstraße ist Felix Bastians definitiv zum leitenden Ingenieur der Mannschaft geworden. Immer öfter sorgt er maßgeblich dafür, das die Maschine auf dem Feld läuft, erhöht bei Bedarf die Leistung und bringt seine PS egal auf welcher Position zuverlässig auf den Platz. Und das in einem Alter, wo bisweilen schon der fußballerische Vorruhestand lässig aus der Ferne winkt. Von der neu entdeckten Torgefährlichkeit einmal ganz abgesehen. Die allerdings auch eine kleine Schwachstelle von Felix Bastians gnadenlos aufzeigt: Der getanzte Torjubel, der reicht definitiv nicht als Bewerbungsschreiben für Let’s Dance. Da würden die Juroren sicher noch an das Rhythmusgefühl appellieren. Aber alles andere, das ist wie gemacht, um bis an das Karriereende an der Hafenstraße zu blieben. Zudem am Mikrofon mindestens genau so stark wie auf dem Spielfeld. Lieber Weihnachtsmann, ich setz auf Dich.

Aber, es geht ja noch weiter mit den Wünschen diesbezüglich: Simon Engelmann. Ein Name wie ein Donnerhall, speziell zur Weihnachtszeit, wenn die Englein singen. Für das Ziel 3. Liga so lange hart malocht, kam die Verletzung zur Unzeit und hatte direkt eine längere Auszeit im Gepäck. Aber im neuen Jahr, da wollen wir wieder sein Lied singen. Und am besten auch über die Saison hinaus. So, ich halte fest: Auf dem Wunschzettel stehen nun Bastians, Schlüpper, Engelmann. Dann kommt noch der Klassenerhalt als großer Wunsch hinzu, dann bleibt auch Felix Götze. Und bekommt direkt ein Quartett von mir zu Weihnachten. Dann muss er nicht immer auf dem Spielfeld die Karten sammeln. Es wird ein längerer Wunschzettel, auch unser Schnapper benötigt ja ein neues Arbeitspapier, sollte er hoffentlich an der Hafenstraße bleiben (wollen). Das nicht jeder auf meinem Wunschzettel landet, ist leider auch Fakt. Um zu bleiben was man ist, muss man sich als Mannschaft immer auch mal verändern.

FROHE WEIHNACHTEN UND EINEN GUTEN RUTSCH!

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