Kann denn Liebe Sünde sein?

Ich glaube,ich habe ein Problem. Grundsätzlich habe ich stets mehrere, aber das liegt in der Natur der Sache. Das Problem, worum es hier geht, ist vielschichtiger und kann auch in 34 Sitzungen nicht gelöst werden! Mein Problem ist: Ich liebe einen Fußballverein! Ich liebe Rot-Weiss Essen!

„Geht gar nicht“, sagen die einen, „Du liebst doch Deine Kinder und die Liebste“. „Geht doch“, sagen die anderen, „wir kennen das auch“. Womit wir eigentlich auch schon am Ende dieses Beitrages wären, denn alle haben natürlich Recht. Da es aber nicht ganz so einfach ist, einen Verein zu lieben, sollten wir diese Beziehung durchaus näher durchleuchten.

Wie schwer sich die Beziehung zwischen Fan und Verein gestaltet, erkennt man nicht zuletzt daran, dass weder die „Cosmopolitan“ diverse Sex & Styling Tipps bereithält, noch „Psychologie Heute“ sich der Liebe zwischen Fan und Verein angenommen hat. Auch im „Kicker“ existiert weiterhin keine Seite mit Tipps für den verliebten Fan und „Domian“ möchte ich auch nicht volltexten. Jeder hat so seinen Stolz.

Die Liebe zu einem Verein bleibt daher in der Regel eine einseitige und zumeist unerfüllte. Die Sehnsucht bestimmt den Alltag, die Gedanken kommen fast ultraesk daher, sprich 24 Stunden am Tag. Irgendwie sind wir verliebt doch alle Ultra! Wie bei jeder Liebe möchte man sich natürlich sehen. Sich spüren, sich berühren. [Na gut, manchmal reicht einfach auch nur eine Frikadelle aus der Hand der liebsten wasserstoffblonden Bedienung] Liebt man in Essen, ist das auch grundsätzlich machbar, es sei denn, der Arbeitgeber legt sein Veto ein. Oder die partnerschaftliche Ebene.

Führt man dagegen eine Fremdbeziehung, ist es oftmals nicht einfach, sich zu treffen. Zudem verhindern arbeitsrechtliche Zwänge bisweilen eine glückliche Beziehung zwischen Fan & Verein. Wohl auch aus diesem Grund schafft man sich Erinnerungen an die Liebe. Trägt seine, ihre Farben, blättert in den gemeinsamen Fotos. Unglücklich verliebte betrachten sogar jeden Montag die Tabelle, nur um dann in Tränen auszubrechen. Liebe kann so schön sein!

Und überhaupt: Meine Liebe ist vielleicht nur viertklassig, ihr Papa trinkt keine Brause und fährt auch keinen Volkswagen oder dergleichen. Meine Liebe war früher eine total Naive, zu gut für diese Fußballwelt. Hatte falsche Freunde, begab sich manchmal in falsche Gesellschaft. Aber sie ist und bleibt unbeschreiblich einzigartig. Eine herbe Schönheit gar. Und lebt nur durch unser aller Liebe. Ich würde sie gerne Samstag wiedersehen. Aber, ich bin verhindert. Was der Liebe keinen Abbruch tut.

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