Monatsarchive: Juli 2014

Wir lagen vor Gelsenkirchen und hatten die Pest an Bord

Naturgemäß liegt Essen immer vor Gelsenkirchen, haben wir die Pest in Form der Regionalliga eine weitere Saison an Bord. Machste nix, #isso. Und doch ist rund um die Hafenstraße dieser Tage jenes Gefühl zu spüren, welches von Vorfreude zeugt. Da ist es grundsätzlich zunächst [fast] egal, in welcher Liga Rot-Weiss Essen aufläuft. Hauptsache es nennt sich Saison. Die Vorfreude, dieses kribbeln im Bauch, all dieses ganze schöne Gefühlsdingens erledigt sich übrigens von alleine mit dem ersten Gegentor.

Der Verein bittet also morgen zu Tisch und all seine Jünger kommen. Die Älteren auch. Von nah und fern, am liebsten gern. Und doch ist es vor dieser Saison gefühlt ein wenig anders als zum Beispiel in den letzten beiden Jahren. Es stand ja grundsätzlich nie zur Debatte, dass der RWE am Ende einer jeden Saison Deutscher Meister wird; Nur um dann doch daran zu scheitern. Im letzten Jahr sogar ziemlich deutlich. Nun aber wurde ein personeller Schnitt getätigt, welcher nicht einer Renovierung, sondern fast einem Neubau gleichkommt.

Ein Neubau, der den Namen nach aus hochwertigen Materialien zu bestehen scheint. Auch wenn es beim Test gegen die Dortmunder Borussia noch kräftig durch das Dach geregnet hat. Die Mannschaft steht, das Verletzungspech hat auch wieder zugeschlagen, und im Verein wurde bekanntermaßen auch einiges umstrukturiert. Alles zum Wohle des sportlichen Erfolgs. Der Zukunft zudem. Gegner und Befürworter inklusive. Nun ist eine strategische Neuausrichtung eines Vereins sekundär, sobald der Anpfiff ertönt ist; Interessieren ehrlicherweise auch keine Spieler von gestern mehr. Darum kann sich dann wieder an den Tagen zwischen den Spielen gekümmert werden. Abhängig stets von dem Spielergebnis.

Einmal also noch schlafen, dann kommt Lotte. Lotte kommt! Eigentlich eine gruselige Vorstellung, was interessiert mich das Sexleben anderer Vereine. Aber, wenn sie denn schon einmal da ist, dann sollten wir ihr deutlich klarmachen, wer der Herr im Haus ist. Sie ist halt nicht mehr gerne gesehen an der Hafenstraße. Kurz recherchiert: Die vergangene Saison begann auch mit einem Heimspiel, eine Viktoria erstickte jegliche Anfangseuphorie im Keime. Es kam wie es nicht kommen sollte. Vielleicht sind wir deshalb alle ein wenig optimistischer, dass es jetzt endlich einmal ganz anders kommt. Die Pest muß ganz schnell von Bord. Gelsenkirchen kann noch warten. #isso !

Warum ? Darum !

Folgendes Fundstück aus dem Netz zeigt ziemlich eindrücklich, was das Gefühl Rot-Weiss Essen ausmacht. Leidenschaftliche 18 Minuten. Mit guten, aber auch schlechten Sequenzen. Mit Sonne und Regen sowie der Erkenntnis, dass wir das Elfmeterschiessen nicht wirklich beherrschen. Ein Fundstück aber, welches Appetit macht auf die kommende Saison. Warum ? Ja darum halt. Nur der RWE!

Der Bus

Meine Lieblingsband ist U2! Was das mit Fußball zu tun hat ? Eigentlich gar nichts. Bono Vox rettet nach außen hin die Welt, intern auch sein Konto und kann nicht wirklich Gitarre spielen. Aber ich liebe die Band, auch weil ich einer der ersten war, der sie mochte. Was nicht bedeutet, sie zwanghaft jeden Tag zu hören.

Linkin Park, Marillion, die Stones und all die anderen machen/machten auch gute Musik. Vielleicht war nun in den Tagen vor der Weltmeisterschaft der DFB U2 und der RWE zum Beispiel eine der anderen Bands. Vergleiche, die sofort hinken: Zum einen „liebe“ ich den DFB nicht und zum anderen macht Rot-Weiss Essen keine gute Musik. Guten Fußball gab es zudem auch recht selten.

Ist ja nun auch völlig wurscht, genug auch der sinnfreien Vorrede: Die Weltmeisterschaft ist Geschichte und die Deutsche Mannschaft wird als Weltmeister in selbige eingehen. Die Weltmeisterschaft, von der ich glaubte, sie wird mich nicht mitnehmen.  Was sie dann aber doch tat! Der Fußball einmal mehr, welcher fesselt. Da kannst Du Dich einfach nicht gegen wehren. Was leider auch der kleine Diktator und seine FIFA Schergen wissen! Stadien im Niemandsland, niemand im Stadion aus dem eigenen Land, Fußtritte der Fußballkultur und noch so viele Vergehen mehr…..sobald der Anpfiff ertönt galt das Löw`sche Prinzip der totalen Fokussierung. In unserem Falle auf das Spielfeld.

Es gab tolle Spiele zu bewundern, wunderbare Tore zudem. Interessant auch die Kartenvergabe der herrschenden Kaste: Kleine Blöcke in den Ecken, bisweilen eingestreute auf den Geraden. Teilweise sogar getrennte Farben direkt neben- oder übereinander. Ein lustige Idee, und dem hiesigen Fußball mal auf Probe zur Nachahmung empfohlen. „Spaß“ auf den Rängen wäre garantiert. Was früher die Kommentatoren zu Begeisterungsstürmen hinriss, seit einigen Jahren jedoch pflichtbewusst verurteilt wird, fehlte gänzlich. Flitzer wurden ausgeblendet, jedoch sind wir nicht blöd und haben von deren Existenz erfahren.

Franz Beckenbauer wurde auch kurz ausgeblendet, dann wieder begnadet. Ist aber nun beleidigt. Bei Matze Knoop, Oliver Pocher und Helene Fischer zum Beispiel ist das leider nicht gelungen. Erstere waren mal wieder im Stadion, letztere hat im Anschluss für Mannschaft und Volk gesungen. So vieles, was sich um die eigentlichen Protagonisten herum in den Vordergrund drängt! Gedrängt wird, so dass deren sportliche Würdigung bisweilen zu kurz kommt.

In diesen Tagen bin ich ein Fan von Bastian Schweinsteiger geworden: Aufgeben ? Warum denn! Verneige mich vor einem Miroslav Klose, welcher seine vierte Weltmeisterschaft gespielt hat. Zwölf Jahre Fußball auf absolut höchstem Niveau. Und das ohne großes Brimborium in der Öffentlichkeit. Einer für den RWE! Manuel Neuer, der mir die Szene dieser WM frei Haus lieferte: Dieses Lächeln nach einem geworfenen Fauxpas. Und es gäbe sicher noch so viel mehr zu erzählen.

Fußball ist schon toll. Was einige mit den Dollarzeichen im Gesicht scheinbar zu oft vergessen. Ohne Fußball keine Fanmeile, keine „Eventis“, keine noch so kruden Fanartikel. Erst der rollende Ball lässt den Rubel rollen. Deutschland ist Weltmeister ? Deutschland ist Fußballweltmeister! Fußball!

Kein Post der großen Worte

Heute vor sechzig Jahren. Wo Boss und  Ball wichtig war und nicht der Bus. Ein Tor, aus dem Hintergrund geschossen von einem, der sich nie in den Vordergrund drängen wollte und dessen Leben alles andere als ein stiller, ruhiger Fluss war. Die heutige Medienlandschaft hätte ihn wohl zerbrechen lassen. Sein einziger Tweet vielleicht folgender: „Lasst mich in Ruhe mein Bier trinken, aber lasst mich in Ruhe“.

Heute kommt der Boss zurück an die Hafenstraße. Endlich! Heute spielen auch Jogis…Ihr wisst schon. Sofern der Bus nicht irgendwo eine Panne hat. Besonders heute aber sagt ein Trikot mehr als tausend Worte.

Helmut hinten Helmut vorne