Stahl & Schnüdel #266

Stahl heißt er, der Schweinfurter Torwart, der sich mehrfach im Spiel der Schnüdel gegen unseren RWE auszeichnen konnte. Aber letztendlich war hier kein Kruppstahl am Werk, so dass auch er die drei Gegentore gegen die eigene Mannschaft nicht verhindern konnte, die zu allem Überfluss auch noch den Abstieg des 1.FC Schweinfurt bedeutet haben. Aber dazu später mehr. Zunächst blicken wir noch einmal auf den vergangenen Spieltag und die erfolgreiche Punktesuche am Karsamstag gegen den MSV Duisburg zurück. Es waren schon einige Minuten nach Abpfiff vergangen, die Feierlichkeiten vor der West ordnungsgemäß beendet, als aus den Boxen ein alter RWE-Gassenhauer der Band Ruhrschnellweg erklang: „La Ola RWE“, ursprünglich veröffentlicht zum legendären DFB-Pokalfinale 1994 in Berlin, und neu aufgelegt zum Aufstieg 2006 in die Zweite Bundesliga.

Ein Lied, irgendwo zwischen Schlager und Schlager angesiedelt,  welches auch noch nach einigen leckeren Stauder und sowieso voller Glücksgefühle mitgesungen werden kann. Und so kam es, dass auf den Tribünen in erstaunlich großer Zahl und unabhängig vom Alter zu diesem Lied mitgesungen und geschunkelt wurde. Es hat mittlerweile den Anschein, als dass uns unsere Mannschaft sukzessive die richtig sentimentalen und großen Zeiten von Rot-Weiss Essen zurückholt, und die Stadionregie diese nach dem Spiel gegen den MSV musikalisch perfekt zu untermalen wusste. Dieser Sieg mit dem knappsten aller Ergebnisse gegen den Rivalen aus Duisburg hat dermaßen beflügelt, so dass auch vor dem Stadion einfach weiter gesungen wurde. Überall nur glückliche Menschen in unseren Farben. Das kannste auch keinem erzählen, der nicht Fan eines Vereins ist, dessen Dasein alles andere als ein ruhiger langer Fluss ist.

Noch zu Jahresbeginn, speziell nach Osnabrück und Rostock, den Daumen über alles und jeden im Verein gesenkt, weiß so mancher gar nicht, wie mit dieser aktuellen Siegesserie umzugehen ist, die uns aktuell auf den zweiten Tabellenplatz gehievt hat. Aber von diesen manchen liest man auch gerade nicht allzu viel. Besser ist das! Der aktuelle Saisonverlauf steht einmal mehr exemplarisch dafür, dass auch Phasen mit schlechten Ergebnissen nicht gleich das Ende der Welt bedeuten, sondern am besten gemeinsam durchgestanden und verarbeitet werden. Denn nur dadurch steht man urplötzlich auf einem Platz ziemlich nahe an der Sonne und kommt dem Traum Rückkehr in das natürliche Habitat zweite Bundesliga sehr nahe. Diese wilde und unberechenbare Saison in der 3. Liga steht exemplarisch dafür, dass Ziele immer nur zusammen erreicht werden.

So auch in Schweinfurt. Normalerweise eine ganz gefährliche Kiste, wenn Rot-Weiss Essen nach einem grandiosen Erfolg als Tabellenzweiter beim Kellerkind der Liga anzutreten hat, da ist eine negative Überraschung fast Programm. Aber nicht in diesem Frühjahr 2026. Da wurde auch die Hürde 1.FC Schweinfurt mehr (drei Punkte) oder weniger (Chancenverwertung) erfolgreich bewältigt. Unwiderstehlich geht es aktuell von Spiel zu Spiel weiter. Was ja auch sein muss, denn die anderen Mannschaften lassen einfach auch nicht nach. Der 1.FC  Schweinfurt hingegen de facto abgestiegen. Ich mag die Schnüdel, was eben genau an der Bezeichnung Schnüdel liegt. Vielleicht aber auch bedingt durch das Stadion alter Bauweise, wo üppiger Platz für Zaunfahnen ein wenig den Hauch vergangener Jahrzehnte zu vermitteln wusste, und eben nicht alles Optische auf den Zentimeter verplant ist. Butter bei die Fische: RWE kann historisches erreichen!
 

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