Kurt & Basti #269
Die Heimspiele des RWE sind im Jahreskalender feste Größen, um die herum eigentlich alles geplant wird. Es sei denn, die Unwägbarkeiten des Lebens schlagen mal wieder zu und verhindern eine Fahrt gen Hafenstraße oder ab und an auch auswärts. Heuer war es nun ein Wasserschaden, der die volle Aufmerksamkeit und ziemlich viel Vorarbeit vor dem Trocknungsbeginn am Montag benötigte. Um aber dem Spiel der Roten dennoch die absolute Aufmerksamkeit widmen zu können, drängte sich das neue Format des WDR geradezu auf, wo ab dieser Saison alle Spiele der 3. Liga mit NRW-Beteiligung als Audiostream live übertragen werden.
Natürlich hätte ich ja auch auf Radio Hafenstraße zurückgreifen können, aber ich war einfach neugierig, ob es mir ein wenig die Kindheit zurückgibt, als das Transistorradio und Kurt Brumme am Mikrofon die Faszination Tore, Punkte und Meisterschaft erweckten. Tore gab es jetzt im Spiel gegen Viktoria Köln nur das eine siegbringende, Punkte dafür gleich drei und eine Meisterschaft ist selbstredend noch in weiter Ferne. Da es keine Konferenz war, konnte sich auch Günter Koch nicht dramatisch vom Abgrund melden, die Älteren werden sich noch gerne an diese legendäre Radiokonferenz erinnern. In der 3. Liga nur Einzelspiele wie eben Rot-Weiss Essen gegen Viktoria Köln. Leider ist mir der Name des Kommentators nicht bekannt, aber er hat über die gesamte Spielzeit ohne Unterlass das Spiel mit der gebotenen Neutralität, aber durchaus emotional begleitet. Und doch war ihm anzumerken, dass das Erlebnis Hafenstraße etwas mit ihm macht, so voll des Lobes war er über die Atmosphäre. Die im Audiostream übrigens wesentlich intensiver rüberkommt, als es oftmals am Fernseher der Fall ist.
Es ist jetzt nicht ansatzweise so, dass TV- oder Radioübertragung den Stadionbesuch ersetzen können. Das wird einfach nie funktionieren. Aber es hatte durchaus seinen Charme. Und dann wurde das Ganze ja auch noch getoppt durch die gleichzeitig stattfindenden Auslosung zur zweiten DFB-Pokalhauptrunde. Also parallel am Rechner den ARD-Livestream angeklickt, während die Box noch vom Bemühen des RWE zu berichten wusste, in der zweiten Halbzeit den knappen Vorsprung zu behaupten. Oder bestenfalls auch mal auszubauen, nur so als Idee.
Dass wir unter den ersten drei gelosten Begegnungen sein werden, das war klar. Dass wir selbst dann alle auf die Folter spannen müssen und an dritter Stelle gezogen werden, eigentlich ebenso logisch. Die Ohren weiter an der Hafenstraße, klebten die Augen am Bildschirm. Bis in Sekundenschnelle der Stecker Pokaleuphorie gezogen wurde. Dass es die Blauen mal wieder nicht werden, ist ja leider schon zur Gewohnheit geworden. Aber dann wieder RB Leipzig? Das Los braucht wirklich keiner. Aus der Box ertönten schon kurz nach der Auslosung die ersten Gesänge, was man im Stadion von dem Los hielt, welches doch schon vor zwei Jahren ein schlechter Scherz war. Es sollten nur Vereine am wunderbaren DFB-Pokalwettbewerb teilnehmen dürfen. Ich mag Bastian Schweinsteiger wirklich, aber so als Losfee darf er dann gerne in den Ruhestand gehen. Man ey!
Aber erstmal zählt nur die Pflicht Liga, und deshalb Freude über drei Punkte auf der Habenseite, die dem Hören nach aufgrund der ersten Hälfte mehr als verdient waren. Im Oktober machen wir dann den Dosenöffner, sind ja diesmal alle auf unserer Seite. Wenigstens sind wir dem zukünftigen Meister SV Elversberg mit unserer Wagner-Ouvertüre aus 2022 aus dem Weg gegangen. Die haben uns schon einmal daheim mit 1:5 vermöbelt.