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Cutting Crew, Statement

Der Emotion folgten Telefonate. Fakten der Beklemmung. Es hatte mit dem Wuppertal Spiel der vergangenen Saison und anschließenden Fehlern in der Kommunikation zu tun. Diese werden nun aufgearbeitet. Und es gebührt Dank denjenigen, die sich der Kritik gestellt haben.

Anbei nun die Fakten: Die Kabelbinder wurden nicht auf Anweisung der Polizei, des RWE oder des Betreibers angebracht. Das Tor wurde schon nach dem Wuppertal Spiel einer technischen Überprüfung unterzogen und für einwandfrei erklärt. Das Anbringen von Kabelbinder wird nun kategorisch durch die Feuerwehr untersagt und somit de facto im Stadion Essen an der Hafenstraße nicht wieder vorkommen.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass es sich lohnt, zu hinterfragen und Emotionen weiterhin zum Fußball gehören. Und nun: Auswärtssieg! Alle in Rot!

Cutting Crew

Es ist dieses eine Foto, welches mich seit Tagen nicht loslässt. Ein Foto von Unbekannt, welches zudem nur einen kleinen Ausschnitt eines großen Stadions zeigt. Es zeigt keine Fans, kein Drumherum, kein Spielgeschehen; Jubelnde oder provozierende Fans, feiernde oder traurige Spieler. Es zeigt keine Polizei.

Und doch bin ich beim Anblick dieses Fotos bei Hillsborough und der Tragik, dass bei Druck von hinten kein Entkommen nach vorne auf das Feld möglich war. Nun sind ja die Mundlöcher in unserer neuen Bude so konzipiert, dass dem Fluchtweg nach hinten ausreichend Raum gelassen wird, aber die Flucht nach vorne wurde hier scheinbar bewusst im Vorfeld ausgeschlossen.

Das Foto zeigt aus Sicht eines Aachener Fans das Fluchttor des Gästeblocks. Und es zeigt Kabelbinder, die ein natürliches öffnen des Tores bei möglicher Panik unmöglich machen. Im Klartext mag also folgende Intention dahinterstecken: Einem (eher unwahrscheinlichen) Platzsturm der Gästefans wird mit der Wahrscheinlichkeit begegnet, bei einer (zum Glück kaum vorkommenden) Panik, Verletzte bewusst in Kauf zu nehmen.

Den Gerüchten zufolge stand ein Ordner mit einem Cutter Messer in der Nähe, um in diesem Falle die Kabelbinder schnell kappen zu können. Wenn an dem so war, dann löst ein Ordner, mit einem Cutter Messer bestückt, in mir Unbehagen aus. Die Entscheidung aber, von wem auch immer getroffen, ein Fluchttor mittels Kabelbinder in eine mögliche Todesfalle zu verwandeln, macht fassungslos und wütend.

Wer hat das angeordnet und warum ? Die Begründung würde mich brennend interessieren. Schon am Sonntag in Oberhausen aber, werde ich mir nach Betreten der Kanalkurve die Fluchttore angucken. So geht das auch nicht liebe Leute, die Ihr mal wieder alle über einen Kamm geschert habt. Der- oder diejenige gehört entlassen. Ohne wenn und Kabel.

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