Mythos?, Teil 1

Wie lange kann man von seinem Ruf existieren oder andersherum gefragt, ist dieser Ruf überhaupt noch gerechtfertigt?
Fakt ist ja, dass der RWE in seiner Historie so viele Dramen erlebt hat, dass es zwei Vereinen zur Ehre gereichen würde. Fakt ist aber auch, dass der Verein quasi seit der Zeit nach Georg Melches nicht nur auf dem Rasen mit personellen Problemen zu kämpfen hat. Andererseits ist in der Moderne das Patronatentum auch nicht mehr zwingend das Mittel der Wahl um einen Verein zu führen. Auch den Bereich der Selbstdarsteller auf Leitungsebene hat der RWE selbstredend erlebt und wurde durch Herrn Doktor Manfred Himmelreich beinahe ins selbige geschickt. Sportlicher Aufstieg wurde fast notorisch von administrativen Problemen im Keim erstickt, da konnten die Spieler noch so oft das Tor treffen oder die Trainer sich die Klinke in die Hand geben. Die Stadt, in der auch nach dem Zusammenbruch der Montanindustrie noch viele grosse Unternehmen existieren, trägt sein Scherflein passenderweise zum suboptimalen Eindruck bei und lässt das Stadion, welches zwischendurch übernommen wurde, entgegen vieler Äusserungen und herer Planungen verkommen. Und die Fans? Zwischen Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, zwischen jubeln und pöbeln, wird während der 90 Minuten agiert. Immer ehrlich, zuweilen recht derbe, aber dem Spiel angemessen. Auch dann noch, als die angestammte Nordtribüne zwecks Sicherheitsbestimmungen geteilt wurde. Aber auch diese Maßnahme schon ein weiterer Riss im Gebälk Mythos. Manchmal dann wiedersetzen sich einige dem Förderpreis für angewandte Diplomatie und tragen aktiv zum überzogenen Negativimage bei und manchmal werden Kerzen vor dem Stadion angezündet, wenn es einmal mehr ganz schlecht um den RWE steht. All das zusammen aber, den hauptsächlich negativen Ereignissen nach 1955 zum Trotz, hat dafür gesorgt, dass der Begriff „Mythos“ auch heute noch eher mit dem RWE in Verbindung gebracht wird, als der sportliche Ist-Zustand „Viertklassigkeit“. Und nun gab es jetzt das Spiel in Cloppenburg, bei dem die Spieler kein Tor schossen und wir Fans schwiegen. Ob sich nicht manch Cloppenburger nach Spielschluß gefragt haben mag: „Und was ist nun so toll an diesem Verein ?“. Und in der nächsten Woche dann gibt es das Heimspiel gegen den aktuellen Tabellenletzten, die Wormatia aus Worms. Es droht die geringste Kulisse wohl seit einer Dekade, und einiges Ungemach im Umfeld, wenn dieses Spiel nicht gewonnen wird. Es bleibt also spannend, und Teil 2 meiner Trilogie über den „Mythos?“ wird sich mit dem Erleben der anderen befassen. Teil 3 widmet sich dann den Protagonisten, die zu dem „Mythos?“ beigesteuert haben. So ist zumindestens mein Plan in der Aufarbeitung meiner Frage, sollte was passieren, oder bleiben wir auf dem Mythos sitzen?

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