Monatsarchive: September 2008

Herbst

So schnell kann das gehen. Ich habe gerade festgestellt, dass „ISDT“ nun in sein drittes Jahr geht. Grund genug, um mich zu bedanken: Für die vielen neuen Kontakte in den letzten beiden Jahren, dem Interesse daran, gelegentlich teilzuhaben an der Faszination Rot Weiss Essen, den Geschicken des heimischen SV Eintracht, dem Fußball im allgemeinen, seinen Fans und britischen Auslegern. Vor allem aber auch für manch konstruktive Kritik. Für das dritte Jahr wünsche ich mir keine weiteren sportlichen Abstiege, eine neue U2 CD und wenigstens ab und zu gute TV Unterhaltung durch Tatort,Lutter und Co. Wie immer nehme ich mir vor, das Layout auch ohne Kenntnisse verändern zu wollen, das Notebook mal 2 Tage ausgeschaltet zu lassen, und alles andere neu zu ordnen. Aber, es wird wohl alles so bleiben, wie es ist. Und, ich freue mich auf jedes RWE und Eintracht Spiel, welches ich noch mit Peter zusammen erleben darf.

Zwölf

4 x 3 = 12. In Worten und auf den heimischen Fußball exportiert bedeutet das: Der SV Eintracht hat seine letzten vier Spiele siegreich gestaltet und scheint in der Liga angekommen zu sein. Dem erneuten Sieg beim Nachbarn in Lingen folgte gestern ein 4:3 Sieg gegen die Ostfriesen vom TuS Pewsum. Augenberichten zufolge fand das Abwehrverhalten außerhalb jeder Planbarkeit statt, aber laut allgemein gültiger Fußballregel gewinnt eben die Mannschaft, die ein Tor mehr als der Gegner schießt. Ralf Rangnick weiß seit Samstag ein Lied davon zu singen. Das Umfeld hier in Nordhorn hat diese kleine Siegesserie aber weiterhin achselzuckend zur Kenntnis genommen und glänzt durch Abwesenheit. Trotzdem regt sich auf Fanebene wieder ein wenig Aktivität und haben sich einige, vorzugsweise jüngere, Fans zu den „Vechte Ranger 08“ zusammengeschlossen. Ich drücke ihnen die Daumen, das es ihnen gelingt, wieder ein wenig mehr an Fußballatmosphäre an den Heideweg zu transportieren, hat sich doch der Verein selber wieder in die präpokale Lethargie begeben. Donnerstag Abend haben sie wieder Gelegenheit dazu, wenn das Nachholspiel gegen den BSV Rehden ansteht.

Kleine Jubelkunde

Der Spieler „X“ schießt im Spiel gegen die Mannschaft „Y“ ein wichtiges Tor. Sekunden später fallen seine Mitspieler über ihn her, um ihn zu beglückwünschen, sie versuchen es zumindest. Denn: der Torschütze legt die Finger auf die Lippen, erwehrt sich der Hormonschübe der Mitspieler oder zeigt eine entschuldigende Geste in Richtung der Fans, die gerade unter dem Tor zu leiden haben. Der Grund dafür ist in der Biografie des Torschützen und der persönlichen Bindung zum gegnerischen Verein oder des gegnerischen Landes zu suchen: Aus Respekt vor dem, was der Torschütze dort mit auf den Weg bekommen hat, läßt er das Jubeln im Falle des eigenen Torerfolges halt sein oder entschuldigt sich quasi für ein Tor der eigenen Mannschaft. Natürlich wird das ganze aber erst einmal medienwirksam im Vorfeld der Partie verkündet. Beim nächsten Spiel, also gegen den Verein „XY“ wird sich natürlich wieder voller Inbrunst nach einem Torerfolg auf das Wappen am Trikot des aktuellen Arbeitgebers geklopft und mit den Mitspielern gefeiert. Jubelgeste zur eigenen Kurve inklusive. Vielleicht wurde ich erst so richtig durch Lukas Podolski auf diesen, sich ausbreitenden, Habitus aufmerksam, zudem sich der Spieler ja schon bei zwei Spielen nicht freuen möchte. Ich mag den Menschen Podolski und seine unverfälschte Art durchaus, stehe für Tradition und Vereinstreue. Nur, die Spieler müssen sich meiner Meinung nach zu ihrem aktuellen Arbeitgeber, sprich Verein und seinen Fans bekennen. Ansonsten könnte so manch Spieler in diesen wechselwilligen Zeiten bald Probleme damit bekommen, bei welchen Toren er noch jubeln darf, und bei welchen nicht. Oder aber, wie empfinden es die Fans zum Beispiel in einem absoluten Derby der Emotionen, wenn der Torschütze die eigenen Farben nicht genug würdigt, da er beim ungeliebten Gegner mit dem Kicken begann? Wenn ich bei einem Verein in Lohn und Brot stehe, dann sollte ich auch alles für ihn und seine Fans geben. So empfinde ich alle Erklärungen in diese Richtungen irgendwie gekünstelt. Nach dem Spiel, da kann ich mich als ehemaliger Spieler dann wieder dem ehemaligen Verein widmen, ihm alles Gute wünschen, oder in der nächsten Saison wieder zu den geliebten Wurzeln zurückkehren.

Trier gewinnt

Das ist die Erkenntnis des heutigen Spieltages. Der RWE unterliegt der Eintracht aus Trier nach einem Tor in der 87.Minute mit 0:1. Da wird sich „Fluppen Mario“ sicherlich auf dem langen Heimweg genüßlich eine Zigarette nach der anderen angesteckt haben. Von mir aus, aber ein Publikumsliebling (so seine eigene Einschätzung) war der Spieler Mario Basler definitiv nicht an der Hafenstrasse. Ich habe eigentlich noch überhaupt keine Einschätzung zu dem Spiel gehört, da ich heute weder im Stadion war, am Liveticker gesessen oder Radio Hafenstrasse gehört habe. Den Blick in das Forum habe ich mir auch verkniffen, die Resonanz kann ich mir in etwa vorstellen. Grund für diese Abstinenz: Die postoperativen Folgen haben mich heute schlicht und ergreifend niedergestreckt und zudem mit übelster Laune versehen. Also eigentlich ein passendes Ergebnis. Aber, für heute ist Essen trotzdem noch nicht verloren, denn der stadteigene Fernsehkommissar „Lutter“ (Joachim Krol) ermittelt gleich noch im ZDF.

Blau Gelb

Die Kenner werden es schon ahnen: Es geht um den fiktiven Verein gleichen Namens aus dem Herzen des Ruhrgebietes anno 1981 und dient dem aufstrebenden Libero Manni als Sprungbrett für eine grosse Karriere. Gerade hat sich das DSF befleissigt, ausser Werbung eine der beliebtesten deutschen TV Serien zu wiederholen. Das „blau gelb“ de facto nicht im Ruhrgebiet, sondern in Braunschweig und dort an der Hamburger Strasse zu Hause ist, wen kümmert es. Ich glaube, dass ich die Serie „damals“ nicht wirklich intensiv verfolgt habe, heute aber habe ich beschlossen, diese Serie so oft es geht auch mit den Kindern zu gucken. Übrigens, bei der markanten Stimme von „Mannis Vater“ war mein erster Gedanke: Die kenne ich, aber woher? Die Stimme gehörte zu Klaus Kindler, der bis zu seinem Tode im Jahre 2001 ein viel beschäftigter Synchronsprecher war und unter anderem Clint Eastwood, Steve McQueen, Jean Paul Belmondo und Alain Delon, vor allem aber „Trampas“ von der Shiloh Ranch seine Stimme lieh. Fußball bildet.

Ex und Hopp

Nach diversen Anfeindungen in den ersten Begegnungen ist Dietmar Hopp nun im wahrsten Sinne des Wortes am letzten Spieltag zur Zielscheibe geworden. Und natürlich ist es schwer zu verdauen, wenn ein neuer Verein die Liga aufmischt, sich einen neuen (Vor-)Namen gibt, um auch auf sein Alter und vermeintliche Tradition hinzuweisen. Zudem wird momentan noch in einem Stadion gespielt, in dem sonst ein wirklicher Traditionsverein mit gewachsenen Fanstrukturen in der Viertklassigkeit versucht, sportlich und finanziell wieder auf die Füße zu kommen. Also kein Grund um die TSG Hoffenheim zu mögen. Aber, wieviele Vereine außer dem oder den eigenen plus wenige Sympathieträger mag man denn sonst? Doch eigentlich auch keinen. Oder wird da der Frust über das Wirtschaftsgebahren des eigenen Vereines auf eine Person projeziert, die es offensichtlich sehr gut versteht, auch sportlich auf der Habenseite zu agieren. Von daher würde ich mir wünschen, dass man dem Verein 1899 Hoffenheim neidvoll ironisch im Rahmen sportlicher Rivalität begegnet.Die persönliche Verbundenheit eines Dietmar Hopp zu seinem Verein ist definitiv nicht wegzudiskutieren und somit ist sein Wirken für mich legitim. Würde sich Herr Hopp Morgen zum Beispiel den SV Waldhof unter den Nagel reissen, ihn in SAP Sinsheim-Mannheim umbenennen und den Spielort verpflanzen, dann sähe die Sache ganz anders aus. Aber dem ist nicht so. Der RWE wäre ohne Georg Melches nie deutscher Meister geworden und die Verehrung seiner Person gegenüber drückt sich in der Namensgebung des Stadions aus. Lassen wir Fans des traditionellen Fußballs also den Dietmar Hopp außen vor und nehmen lieber den Verein auf die Schippe. A`la: Tradition in Hoffenheim ist so sicher wie der nächste Titel des RWE.

Herr Netzer goes Mode

Hatte ich gedacht, mit den Körperzellen ist schon ein Zustand erreicht, welcher nicht mehr zu toppen sei, so war das mal wieder ein klassischer Fall von „Denkste“. Ausgerechnet Günter Netzer, der Lordsiegelbewahrer einer einzigen lebenslangen Frisur und der Fähigkeit mit geschlossenen Lippen zu sprechen, machte sich seinerzeit zum Vorreiter, den klassischen Trikots den Garaus zu machen, beziehungsweise die Arbeit des Designers zu unterstützen. Ich darf mir gar nicht vorstellen, was damals in den Stadien passiert wäre, wenn die Spieler so gekleidet und bei solch Hüftschwung in die Stadien eingelaufen wären.

Der Keller, oder nur ein Blick über den Tellerrand

Fußball ist und bleibt ja ein Gemeinschaftserlebnis. Sogar in Ochtrup, einer Kleinstadt im nordwestlichen Münsterland. Da der Ochtruper an sich ja über keinen bemerkenswerten Verein verfügt, haben sich einige Fußballfreunde für das Aushängeschild überhaupt entschieden und fungierten ab sofort als BFC Ochtrup. Gleichzeitig schlug aber auch das Schicksal in Form von Kartenknappheit hart bei den Ochtrupern zu und somit können die Bayern- Spiele kaum mehr live verfolgt werden. Dumm gelaufen,schließlich kenne ich diese Probleme in Nordhorn nie und in Essen nur sehr selten. Aber, in Ochtrup existiert trotzdem oder gerade deshalb ein räumlicher Umstand, der die Mitglieder des real existierenden Fanclubs zur bajuwarischen Spielbetrachtung in rot zusammenführt. Die Rede ist von „DER KELLER“. Fast 5 Jahre hat es gedauert, bevor der Kollege und Fußballfreund Bernd darüber reden konnte. „DER KELLER“ stand immer als synonym für alles unbegreifliche im Raume. Und nun tauchen endlich auch die ersten Bilddokumente auf. Und diese Dokumente belegen eindeutig, warum der FC Bayern zum Serienmeister mutiert ist: Seine Fans, jedenfalls die in Ochtrup, mögen keine Abwechslung: Herrliches Retro Design könnte man meinen. Aber nein, es ist alles Original aus einer Zeit, in der noch Pal das Seidentuch Csernai an der Säbener Strasse wirkte und auch Kurzzeitteamchef Paul Breitner aktiv dem Leder hinterherpolitisierte. Geradezu anachronistisch kommt „DER KELLER“ in Zeiten von Fanmeilen und Public Viewing daher. Sogar die Sitzordnung ist festgelegt und auch freie Plätze dürfen nicht anderweitig vergeben werden. Zudem gibt es zu jedem Bundesliga oder Europapokalspieltag Hausfrauenkost der Extraklasse. Wer sich jetzt auf die Fahnen geschrieben hat, gegen den modernen Fußball zu Felde zu ziehen, der sollte erst einen Blick in einen Keller in Ochtrup werfen. Hier ist der Fußball zwar nicht live, Nichtraucherschutz existiert in keinster Weise, aber ich glaube, hier bleibt der Fußball noch bei seinen Leisten und das Übertragungsgerät ewig im 4:3 Format.

Vertippt nochmal

Natürlich gelten für mich mildernde Umstände: Schließlich verfolge ich den Bundesligafußball als neutraler Beobachter. Natürlich bilde ich mir aber trotzdem ein, über Fußballsachverstand zu verfügen. Natürlich habe ich in dieser Saison bessere Chancen im Bundesligakicktipp Spiel, bin ich doch von Anfang an dabei. So meine Theorie. Unnatürlich dann kommt die Praxis daher: Wieder nur Rang 10. Aber wer hat auch erwartet, dass der SV Werder in München deutlich gewinnt. (Übrigens hat der SV Eintracht mehr Tore in 90 Minuten gegen den SV Werder erzielt als der ungleich erfolgreichere FC Bayern). Und warum tritt in Dortmund noch nicht der Klopp Effekt ein und verlieren die Borussen gleich 0:4 auf dem Waldhof und dort gegen die Hoffenheimer. „Old school“ Felix hat scheinbar auch grösseres mit seinen Wolfsburgern vor und ich habe mir ja schon abgewöhnt, rein aus Prinzip gegen die „Radkappen“ zu tippen. Aber den HSV heute so abzufieseln: Nicht zu tippen. Wen haben wir noch: Energie Cottbus zum Beispiel, lausig in der Lausitz, anders kann ein geschossenes Tor nach 5 Spieltagen nicht bezeichnet werden. Wer hätte das getippt? Aber noch wird nicht aufgegeben, denn: Nach dem Tipp ist vor dem Tipp. Außerdem macht es Spaß und dabeisein ist halt immer noch alles.

Spitzenreiter,Spitzenreiter, hey,hey…..

Das Kölner Südstadion ist ganz Fußballdeutschland bekannt durch das Wirken und Entlassen von „De Schäng“, alias des leider verstorbenen Jean Löring, und seiner Herzensangelegenheit, dem SC Fortuna Köln.Von beiden genannten war gestern natürlich keiner dabei, als der RWE bei der Zweiten des 1.FC Köln antreten musste. Von der Tabellensituation ein echtes Spitzenspiel, gefühlt aber der vierte Horrortrip hintereinander gegen eine Zweitvertretung eines Vereines, mit dem man sich „früher“ auf Augenhöhe, sprich mit der Erstvertretung in einer Liga, gemessen hatte. Das Spiel gewann der RWE trotz durchwachsenem Spiels und nicht zuletzt durch die Tore und Wunderheilung eines Sascha Mölders mit 2:0. Durch dieses vorgezogene Spiel grüssen die Hafenstrassenkicker von der Tabellenspitze. Einen Bericht und die Bilder gibt es nicht nur auf jawattdenn, sonder auch im FC Buch, einer ganz formidablen Seite.

Gwyneth

Gwyneth ist die Frau von Chris Martin, auch wenn sie mit Nachnamen Paltrow heisst. „Die Paltrow“ ist ja schließlich schon für sich eine Marke, und Gwyneth Martin hört sich karrieretechnisch eher suboptimal an. Aber dafür hat Chris Martin noch drei Mitstreiter, zusammen nennen sie sich Coldplay und haben letzten Sonntag in Hamburg und der dortigen Color Line Arena ein Konzert gegeben. Und das war klasse! Die Color Line Arena allein,direkt neben dem Volksparkstadion gelegen, ist ja schon einen Besuch wert: Also in manch schwachen Momenten gestehe ich mir durchaus ein, dass die Arenen und Hallen moderner Prägung auch ihre Vorteile haben. Hier waren es eine feine Architektur rund um das Halleninnere herum, schicke Barzonen unterteilt in den verschiedenen Biermarken, Sanitär de Luxe etc. Das Halleninnere besticht durch atemberaubend steile Ränge, welche einem erst das Gefühl vermitteln, ganz weit weg zu sein um dann aber doch eine gewisse Nähe zum Geschehen, in diesem Falle der Bühne, aufzubauen. Ein Vorteil eines Hallenkonzertes gegenüber einem Stadionkonzert ist sicherlich auch die Akkustik: Nach 2 Liedern war alles „geregelt“ und die vier Briten legten los wie die Feuerwehr. Übrigens, wenn Coldplay doch immer wieder mit U2 verglichen wird, dann sind sie auch ein wenig selbst schuld; Bühnenaufbau: Gleiche Architektur, Musiker: gleiche Aufstellung, Konzept: Adaptionen unübersehbar, so das Spielen zweier Lieder inmitten der Zuschauer. Ein tolles Konzert, ein schöner Abend und eine lange, aber unterhaltsame Fahrt. Ich glaube zwar nicht, dass Coldplay, schon allein durch ihre Musik, jemals den Status von U2 erreichen wird, geschweige denn muß. Schließlich spielen U2 auch schon 20 Jahre länger zusammen und können so auf eine ganz andere Fanbasis bauen. Zudem ist auch das „Wirken“ der Fans während eines U2 Konzertes viel druckvoller als letzten Sonntag. Aber, wer noch die Möglichkeit bekommt, einem Coldplay Konzert beizuwohnen zu können, der sollte dieses unbedingt tun. Und mag auch Chris Martins Bühnenpräsenz und Tanzstil im Gegensatz zu den Gesten von Bono wie eine Marionette auf Entzug erscheinen, eines hat er dem Godfather of goodness voraus: Er kann ein Instrument spielen. und wie!! Für diverse Eindrücke hat youtube sicherlich jede Menge Clips parat. Und ich bedanke mich bei Andreas für die Bilder und das fahren.

Generalplanung

Umbau,Neubau….viele Möglichkeiten, ein Nenner: In Essen hat sich dergleichen noch nichts getan. Das hatte zur Folge, dass auch die Frauen WM nicht in der achtgrössten Stadt Deutschlands zu Gast sein wird. Von daher hat mich eine Meldung auf Stadionwelt verblüfft, die bei RWE kaum und im Forum recht gelassen kommentiert wird: Anstelle des sukzessiven Umbaus des Georg Melches Stadions soll es nun einen Neubau geben. Gleich nebenan, dort wo sich momentan die Trainingsplätze befinden. Das „GMS“ soll dafür schrittweise abgerissen werden. Grund für diese X-te Planungsänderung sind die stark gestiegenen Rohstoffpreise unter Mithilfe der Erkenntnis, dass ein Neubau günstiger daherkommt, als ein Umbau. Ich glaube zum einen nicht daran, und würde zum anderen eine Renovierung von Grund auf, sowie die Schließung der Westkurve nach Leverkusener Vorbild für die Logenbesucher bevorzugen. Hier also die Bekanntmachung, die wohl nie in die Tat umgesetzt werden wird, und dank Henne` einige beeindruckende Fotos des Georg Melches Stadions. Danke dafür.

Therapie

Sie haben Probleme, sind vielleicht genau wie ich Fußballfan, und ihr Verein bereitet Ihnen Kummer. Heisst vielleicht sogar Rot Weiss Essen. Sie kommen also nicht mehr mit dem ewigen Wechsel der Spielklasse klar, damit, dass es in der Regel eher abwärts, denn aufwärts geht. Leiden seit 37 Jahren an den Folgen des Bundesligaskandals und vergiessen Tränen beim Anblick der nicht mehr vorhandenen Westkurve in der Rostlaube an der Hafenstrasse. Oder sie verfolgen auch noch aufmerksam die Geschicke eines ebenfalls und noch tiefer spielenden Heimatclubs. Nur, innerhalb der eigenen Stadt spricht kaum einer mit Ihnen darüber, da der Verein kaum einen mehr interessiert. Sie leiden also an Einsamkeit und FDIDES (Fan Desinteresse in der eigenen Stadt). Vielleicht machen Sie aber auch Werbung für Nutella, stellen fest, dass Nutella zwar überaus lecker schmeckt, aber nicht die Intelligenz fördert. Und dann tragen Sie auch noch blaue Trikots, was zuweilen richtig Probleme bereiten kann. Oder, und dann sind Sie eine ganz problematische Spezies, Sie trainieren in Israel und beklagen sich darüber, dass Kabineninternas schneller online stehen, als das Sie mit der Presse gesprochen haben. Auch Eventmanager und Capitanos haben Probleme miteinander. Aber, nun gibt es eine Lösung für all diese Probleme: Sorgen Sie für glückliche Körperzellen, und alles wird gut. Welch ein Video, welch eine Botschaft. Welch ein …….

Auf dem Boden der Tatsachen

Was war ich doch euphorisiert, fast eine Woche zuvor und sogar der Meinung, es zu einem Buch zu bringen. Ja, und nun habe ich die letzte Woche weder das Buch, sondern gar nicht geschrieben. Das liegt nicht nur an einer Phase, in der ein Tag zur Aufgabenbewältigung gefühlte 26 Stunden beinhalten müsste, sondern auch daran, dass der RWE und die Eintracht in ihren jeweiligen Ligen, und somit der fußballerischen Grauzone angekommen sind. Hier in Nordhorn ist jegliche Pokaleuphorie wieder der Tristesse um das einstige Aushängeschild der Grafschaft Bentheim gewichen, daran ändert auch der erneute Sieg am Wochenende bei den Preußen aus Hameln nichts. Schade, dass das Pokalspiel scheinbar keine neuen Kräfte rund um den Verein freigesetzt hat. Aber vielleicht habe ich sie auch noch nicht bemerkt. Und meine Rot – Weissen? Nun, da wird der Ton im Umfeld schon nach dem 4. Spieltag wieder etwas rauer. Knapp 10.000 Zuschauer im Schnitt dürften nach 2 gespielten Heimspielen wohl ein unschlagbarer Beleg für die Aura dieses Vereines sein, nur haben wir Fans nur eines im Sinn, und zwar den Aufstieg. Aber auch nach der Niederlage gegen die kleinen Teufel reichte es Sonntag nur zu einem 1:1 unentschieden gegen die kleinen Herberts. Zudem blieb der Gästeblock geschlossen, ein Beleg für die Attraktivität der Zweitvertretungen. Also, mit einem Durchmarsch wird das wohl nichts werden, und ich passe mich dem an und quäle mich eher durch die Zeilen hier, als das die Tastatur qualmt. Es wird Herbst.

Hirngespinste

Oder auch vom Blitz getroffen. In etwa so fühlte ich mich, als ich das Buch von Colin Irwin fast zu Ende gelesen hatte. Ich habe viele Bücher über den Fußball, seine Fans und den Stadien. Aber noch keiner hat sich der Seele des Spieles so angenommen wie Mister Irwin. Denn, seine Recherchen und Besuche verharren nicht nur in einer Liga und den dazugehörigen Pubs: Von der Premier League bis hin zum walisischen Ligabetrieb oder „Non League“ Fußball in den schottischen Highlands kommen Fans und Originale zu Wort und zeichnen ein sympathisches Gesamtbild einer fußballverückten Insel. Auf jeden Fall ein wohltuendes Bild und ab und an im krassen Gegensatz zum Verhalten manch „Schlachtenbummler“ oder der Geldmaschine Premier League stehend. Ja und dann kam halt dieser Blitz in Form von: Das möchte ich auch, wie steht es denn um den Fußball in Deutschland? Gibt es Fußball auf den Halligen oder in Stockach. Gibt es legendäre, aber „verschollene“ Vereine usw. Gut, ich bin kein Journalist, kann mir kaum ein Jahr unbezahlten Urlaub nehmen, geschweige denn leisten. Und Leser würde es außerhalb der Familie auch wohl keine geben. Aber, ich halte das Thema ein sehr interessantes. Und sicher auch schon oft behandelt, wie zuletzt ja noch in dem Buch:“Ist doch ein geiler Verein“ von Christoph Ruf. Nur geht es explizit um den Fußball in der Provinz. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Buch je zustande kommt, ist natürlich ebenso hoch, als wenn der RWE mal wieder Deutscher Meister wird. Wenigstens den Titel und ein Cover hätte ich dann schon., das lässt sich mittels eigener Bilder und picnic schnell bewerkstelligen. Ich muß mich nur für eines von beiden entscheiden. Im Falle eines Falles natürlich…..

Bewölkt

Wenn ich etwas mehr Verständnis für die Geheimnisse des Programmierens (genaugenommen: Ich habe überhaupt keine!) hätte, also dann würde ich mir irgendwo eine sogenannte Tag-Cloud in diese Seite einbinden. Ich finde die Darstellungsform schlichtweg faszinierend. Aber, für fast alles bietet das Internet ja eine Lösung, wenn in diesem Falle auch nicht so, wie ich sie mir wünschen würde. Aber, ein kleiner Anfang ist es allemal und mit Hilfe von Wordle habe ich meine Eintrittskarte für den Fußball mal umgestalten lassen. So siehts aus:

Brennend heisser Wüstensand.

Oder auch: „Tanken für den lokalen Erzfeind“. Was Noel Gallagher, Frontman von Oasis und bekennender Manchester City Fan mit diesem Ausspruch meinte: Dazu später mehr. Zuerst die lokale Topmeldung: Der SV Eintracht hat gestern abend sein Heimspiel gegen den SV Bad Rothenfelde mit sage und schreibe 7:2 gewonnen. Dumm nur, dass ich dieses Fest nicht live verfolgen konnte, da sich mein Dienst plötzlich und unerwartet noch um eine Nachtbereitschaft verlängert hat. Und den Liveticker habe ich auch erst nach Spielschluß gefunden. Aber, der neue Held der Stehtraversen hat mich regelmäßig per sms informiert. Einmal mehr: Danke dafür. Wenigstens reichte es aber dafür, den Donnerstags Kicker zu überfliegen. Und da werden so langsam die kleinen und grossen Meldungen abseits der Spielberichte immer interessanter. Heuer ging es um den Abschied von Oliver Kahn, der auch in seinem letzten Spiel die Paraden und alle Gesichtzüge im Griff hatte. Und auch der Streit zwischen dem Eventmanager schlechthin, Oliver B. und Capitano Michael B. wurde im Zuge der beginnenden WM Qualifikation wieder hochgeholt. Und siehe da: Die Emotionen nach dem verlorenen Endspiel bei der €uro schienen vielleicht doch nur von sekundärer Bedeutung gewesen zu sein. Auch hier scheinen schon wirtschaftliche Interessen den Sport, sprich die Nationalelf eingeholt zu haben. Stellt sich die Nationalmannschaft also demnächst nach Werbepartner oder Schuhausrüster auf, also elf Pumas gegen elf Adiletten ? Im Kontext wurde eine werbefreie Zone Nationalmannschaft und ein Machtwort von Herrn Zwanziger gefordert. Aber mal ehrlich: Bevor ein Nationalspieler einen hoch dotierten Werbevertrag zu Gunsten der Ehre, für sein Land spielen zu dürfen aufgeben wird, da beendet er doch lieber die Karriere wegen Argument XY. Aber zurück zu den Gallaghers: Ihr Verein hat einen neuen Besitzer, genaugenommen sogar ein ganzes Konsortium davon: Ein Investmentunternehmen aus dem Scheichtum Abu Dhabi am Persischen Golf, die Abu Dhabi United Group for Development and Investment (ADUG), übernahm „ihren“ Club, die „Citizens“ von Manchester City. Der Trainer Mark Hughes ist hocherfreut und sieht neue Spieler nicht mehr nur als Fata Morgana am Fußballhimmel. So wurde sogar dem Ölfreak Roman A. ein neuer Spieler abspenstig gemacht: Robinho werauchimmer wechselt, obwohl sein Herz schon beim FC Chelsea war, nun ganz spontan nach Manchester. Hoffentlich findet er dort das richtige Stadion. Den Fans ist die wüste Übernahme erstaunlicherweise willkommen: Hatten sie doch mit dem bisherigen Besitzer, Thailands früherem Premierminister Thaksin Shinawatra, so ihre Probleme . Dieser wiederum mit seinem eingefrorenen Kapital. Also formal eine „win – win“ Situation für alle. Bis auf die kleine, aber alles entscheidende Tatsache: Den Scheichs ist der Fußball aber sowas von egal, eher gefriert die Wüste ein. Und somit hat sich der Verein Manchester City in eine unbekannte Gleichung eingelassen. Aber, auch die United Fans zahlen jetzt mit jeder Tankladung ihren Anteil für City mit, und das gereicht manch City Fan schon zu einem diebischen Grinsen. Und ich? Ich lobe mir einen Dietmar Hopp.

Pikniken

Der Sommer verabschiedet sich so langsam und mit einem Schlag ist es auch abends wieder gefühlt grauenvoll schnell dunkel. Gelegenheit also, die Bilder eines schönen Fotosommers zu sortieren, auf CD zu „verbannen“ oder auch nochmal zu bearbeiten um Dinge auszuprobieren. Aktueller Favorit ist für mich die kostenlose Bilderbearbeitung „picnic“. Und besonders fasziniert haben mich dabei die Polaroid und die Lomo Funktionen. Hier werden Kultobjekte der Fotografie aufgegriffen und wieder angewandt. Die Farben sind gerade in der Lomo Einstellung stark überzeichnet, aber zu manchem Bild passt es meiner Meinung nach. Alle anderen Basiseinstellungen sind natürlich auch vorhanden und mit reichlich Tipps und erweiterten Funktionen versehen. Allein die Optik macht schon Spaß.

Die siebziger

Bücher sind auch nicht mehr das, was sie mal waren: „Früher“ fand alles vor dem geistigen Auge statt. Und jetzt reicht ein Klick auf youtube und wir können uns die beschriebenen „guten alten Zeiten“ in bewegten Bildern zurückholen. Natürlich sind Bücher unersetzbar, aber ich finde es trotzdem prickelnd, sich der Atmosphäre, die in einem Buch beschrieben und der bisweilen auch nachgetrauert wird, in kurzen Sequenzen anzunähern. Viel Spaß beim Anblick der völlig überfüllten Stehtraversen (ich bekäme Platzangst), des klassischen britischen Torjubels und euphorischer Kommentatoren:

Die Seele des Spiels

Colin Irwin ist primär ein Musikjournalist aber eben auch ein Fußballfan und als solcher besonders dem Woking FC zugetan. Und wenn sich Beruf und Leidenschaft verknüpfen lassen, dann kommt schon mal ein Buch namens „Sing When You`re Winning“ heraus. Eigentlich als Buch über die Fangesänge im britischen Fußball geplant, wurde es doch eher zu einer Abhandlung über den „Ist-Zustand“ der britischen Fanseele. Und da wir Fußballfans ja eigentlich hemmungslos nostalgisch sind, spannt Colin Irwin aber auch immer wieder den Bogen zurück bis in die 70ziger Jahre und lässt den Leser teilhaben an dem Gefühlsleben mürrischer Fans, den Gesängen und der Stadionwurst für die Briten.Es ist schon faszinierend, wie alle Facetten des englischen Fußballs immer wieder in Buchform veröffentlicht werden. Wer sich selber noch über weitere Bücher zu diesem Thema informieren möchte, der sollte hier fündig werden.

Leberwurstbrot mit Gurkenscheiben

Da hechel ich in den letzten Tagen atemlos durch den ersten Teil der besagten Millennium Trilogie und muß heute auf den letzten Seiten lesen, dass sich die weibliche Hauptprotagonistin diese leckere „Brot trifft Belag“ Kombination bereitet hat. Was hat das mit Fußball zu tun? Nicht viel, genaugenommen überhaupt nichts. Vielleicht bieten die Gurken ja einen Brückenschlag nach Nordhorn, denn da scheint nach der Pokaleuphorie wieder eine saure Gurkenzeit anzubrechen. Und was war ich mir doch sicher, diese Saison einmal nicht mit dem Abstiegsgespenst konfrontiert zu werden. In Essen scheint das ja auch zu klappen, aber hier in Nordhorn finden wir uns in der Realität wieder. Und die besagt auch in Liga 5 einen Platz unter dem Strich. Der SV Eintracht hat nach drei Spielen nur einen Punkt bei einem geschossenen Tor auf dem Konto. Und irgendwie scheint einmal mehr ein Fehler im System SV Eintracht zu stecken. Auf die Jugend und den eigenen Nachwuchs zu setzen ist löblich. Wenn der Gedanke dann aber nicht umgesetzt wird, und stattdessen ein „Veteran“ dabei ist, sein eigenes Denkmal zu zerstören, dann bekommt ein Mannschaftsgefüge einen Riss. Und ich befürchte, dass es nicht so einfach sein wird, diesen Riss zu kitten.

Satz mit "X"

Nix wars: Die Besteigung des Betzenberges war zwar eine Gipfeltour, welche aber nicht mit 3 Punkten gekrönt wurde. Der Nachwuchs der Pfälzer besiegte die 8 Tore Truppe von der Hafenstrasse mit 2:0. In den Tagen nach der Niederlage wird nun viel spekuliert, wie es zu dieser Niederlage kam. Und natürlich ergeben sich viele verschiedene Sichtweisen: Die beiden Siege wurden gegen zwei der drei schwächsten Teams bis dato eingefahren. Also der RWE doch nicht so gut, sondern Lotte und Schlakke zu schlecht? Oder das Argument „Fluch der Amateure“: In Lotte kleines, aber volles Stadion; Anschließend über 11.000 „unverbesserliche“ beim Heimspielauftakt und Samstag das Kontrastprogramm: 1400 Zuschauer in einem Stadion mit fast 50.000 Plätzen. Gähnende Leere wohin das Auge blickt, bis auf den Gästeblock. Die Spieler des RWE sollten sich daran gewöhnen, denn aus den berühmten Sicherheitsgründen werden wohl alle Auswärtsspiele bei den Zweitvertretungen in den grossen Stadien und nicht auf Nebenplätzen ausgetragen werden. Aber, vielleicht haben die „kleinen Teufel“ auch eine gute Truppe, und verdient gewonnen. Und das auch in der Viertklassigkeit verloren wird, das sollte jedem Fan schon vor Saisonbeginn klar gewesen sein. Ergo: Nix dramatisches passiert, sondern „nur“ ein Spiel verloren. Vielleicht der berühmte Schuß vor den Bug zur rechten Zeit.