Die Kultur von Tausenden

Im Schatten der Tribüne als stiller Beobachter des Fußballs? Nun, in den letzten zwei Wochen war das der Fall. Natürlich hauptsächlich dadurch resultierend, dass der relevante Fußball weiterhin unter den Wetterbedingungen zu leiden hat. Spielausfälle also in Saarbrücken, wo der RWE anzutreten hatte, aber auch hier in Nordhorn. Es wird Zeit, dass der DFB Rasenheizungen ab der Kreisklasse aufwärts zur Bedingung macht. Natürlich bietet der Fußball abseits und auf dem Rasen genug Stoff um aufbereitet oder kommentiert zu werden: Der DFB zum Beispiel, und die Erfahrungen, dass auch ein Gigant in Form des größten und reichsten Einzelsportverbandes ins Wanken geraten kann. Dazu beigetragen haben solch Ereignisse, dass sich ein Eventmanager unter anderem zum Generalbevollmächtigten in Sachen Bundestrainerauswahl (ich unterstelle hier einmal die Absicht, den streitbaren Matthias Sammer blocken zu wollen) aufschwingen wollte; Bonizahlungen getarnt als Gegenleistung für Vertragsunterschriften sorgten für berechtigte Unruhe; Aber auch unglückliche Außendarstellungen des DFB Präsidiums unter Mitwirkung gezielt gestreuter Internas und nicht zuletzt die Erkenntnis, dass auch das “heile Haus DFB” nicht vor menschlichen Fehltritten wie vielleicht im Falle Amerell gewappnet ist. Und dort, wo der Ball schon wieder rollt, sorgen Holländer für Verzückung, Kölner für rote Karten und Augsburger für eine neue Rollenverteilung in der zweiten Bundesliga. Aber all das war es nicht, was hier für eine Pause sorgte: Es ist und bleibt die Unfähigkeit, dass politische Geschehen rund um das Stadion für die Stadt Essen in Worte fassen zu können. Ist Stand zur Zeit ist der, dass das Thema einmal mehr von der Tagesordnung gestrichen wurde und sich vor Sommer nichts tun wird. Wir drehen uns also weiterhin im Kreise. Das Ziel Sommer ist durchaus geschickt gewählt, denn die Betriebserlaubnis für die Haupttribüne erlischt Mitte des Jahres. Das dieses wunderschöne. und doch so marode Bauwerk eine weitere Genehmigung erfährt, glaubt nun keiner mehr, denn dann sind Instandhaltungen in Millionenhöhe fällig! Und wir alle haben nun gelernt: Essen ist mit fast drei Milliarden Euro verschuldet und hängt am Tropf der Bezirksregierung in Düsseldorf. Also hilft nur ein Lizenzentzug des lästigen und ebenso finanzschwachen RWE weiter, um endlich den Verein von der Ausgabenliste streichen zu können: Keine Lizenz bedeutet kein Stadion und der Verein kann auf einem der vielen Ascheplätze der Stadt neu gegründet werden. Die Wahlkampf- und “Schal in die Kamera” halten Verarsche des vergangenen August ist natürlich vergessen und auch den Startschuss für den Teilabriss der Nordtribüne will natürlich keiner gegeben haben. Und das ist es, was zugleich sprachlos und wütend macht: Wer reißt denn erst sein Haus ein um dann festzustellen, dass kein Geld für ein neues vorhanden ist? Der Peinlichkeit wird da zum zweiten Mal die Krone aufgesetzt, denn schon 1994 wurde die Westkurve erst abgerissen und auch seinerzeit fehlte ganz plötzlich und unerwartet das Geld,um die Seele der Fans wieder neu aufzubauen. Schildbürgerstreiche neu definiert. Bitter, peinlich und tausende von Fans um ihre, wenn auch kleine, Kultur bringend. Ja, museale Kultur will auch erlebt, gefördert und gepflegt werden. Aber die vielbeschworene Symmetrie des Nordens wird hier zu einer Lachnummer von Politikern, die sich einmal mehr nicht um ihr Geschwätz von gestern kümmern. Zur nächsten Wahl aber, da erinnert man sich wohl rechtzeitig wieder, wer an die Urne geht. Und doch, es tut sich was und die oftmals gespaltene Fanszene des RWE macht mobil gegen dieses Possenspiel. Zur Zeit wachsen so viele Ideen, sind so viele Dinge zeitgleich geplant, so dass man mitunter den Überblick verlieren kann, da ähnliche Dinge auf zu vielen Plattformen diskutiert werden. Das Ziel vor Augen, all die Kreativität zu bündeln und als Sprachrohr zu dienen, hat sich die Faninitiative Essen gebildet. Den Initiatoren wünsche ich viel Erfolg und eine rege Beteiligung am 20.März 2010. Denn dann findet eine erste Großkundgebung mit hoffentlich vielen Beteiligten statt. So, und vielleicht hat auch “ISDT” seine Sprachlosigkeit überwunden…

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