Monatsarchive: April 2012

Evolution

Keine Weiterentwicklung im eigentlichen Sinne, lediglich jetzt auch bei Facebook vertreten. Das neue Stadion wächst zum Glück und damit auch die Vorfreude. Bedeutet im Umkehrschluss: Der Abschied aus dem so lieb gewonnenen Georg Melches Stadion rückt immer näher. Abschiedsschmerz! Somit überwiegen bei unserem Facebook Auftritt die Bilder. 

„Bilder für die Ewigkeit“, diese Auszeichnung durch den Vorsitzenden des RWE erfreut uns ungemein, und hält die Erinnerung an ein wirklich legendäres Fußballstadion aufrecht. Den Mythos, den nehmen wir dann mit in das neue Stadion Essen. 

Arme Socke

So als Grotifant hat man es nicht einfach, verrichtet man doch sein Maskottchendasein in einem großen Stadion vor zumeist wenigen Zuschauern. Und wenn die Grotenburg dann zweimal richtig gut gefüllt ist, vorzugsweise gegen Fortuna Düsseldorf, dann wird einem auch noch der eigene Rüssel um die Ohren gehauen. 
So geschehen unter anderem auch in einem Halbfinale des Niederrheinpokals. Damals. Es ist im Fußball die Zeit der großen Halbfinals. Was liegt also näher, als daß auch der RWE in einem solchen mitmischt. Gefühlt kommt doch der Niederrheinpokal direkt nach dem FA Cup. Es geht also nach Uerdingen zum dortigen KFC (Hört sich immer nach einer Hähnchen Braterei an) in die Grotenburg. Einem Stadion, welches vor allem durch ein Spiel bekannt wurde:
Es war der 19. März 1986, ein Spiel, welches die 11 Freunde zum größten Spiel aller Zeiten erkoren haben, was mir in seiner Begrifflichkeit besser gefällt als dieses inflationäre „Wunder von…“ Der Groschen dürfte mittlerweile gefallen sein: Der FC Bayer 05 Uerdingen fegte Dynamo Dresden mit 7:3 aus dem Stadion, welches damals noch etwas anders aussah als heuer und ließ mich staunend vor dem Fernseher zurück. 
Die weitere Vereinsgeschichte der kleinen, eher ungeliebten Bayer Filiale verlief dann erst langsam und im Anschluß steil nach unten: Bundesligaabstiege 1991, 1993 und 1996. Zweitligaabstieg 1999, Lizenzentzug und durchreiche in die Viertklassigkeit. Das alles schon nicht mehr unter dem Bayer Kreuz. Was überhaupt so ein Kreuz war mit dem Kreuz. 
Finanziell ging es den Uerdingern stets wie dem kommenden Pokalgegner von der Hafenstrasse. Auch die Insolvenz war mit im Spiel und das auf dem grünen Rasen wurde nur noch in der sechsten Liga ausgetragen. Den Passus, oder besser Lapsus Ailton übergehe ich kommentarlos. Eine jüngere Historie also, welche diejenige des RWE durchaus noch übertrumpfen kann. 
Aktuell spielt der KFC Uerdingen in jener Liga, die wir in der letzten Saison meisterlich verlassen haben. Geblieben sind den Uerdingern neben der überdimensionierten Grotenburg ein kleiner, aber ziemlich treuer Zuschauerkern, für die das Heimspiel gegen den RWE sicher ein Highlight darstellen wird. Zudem ist ein Erfolg im Halbfinale nicht nur der letzte Schritt Richtung Finale, sondern die Option auf ein 100.000 € Spiel. 
Nur der Sieger dieses Pokalwettbewerbes ist nämlich für die kommende DFB Pokalhauptrunde qualifiziert. Und was das bedeuten kann…. das Erlebnis Union möchte wohl keiner mehr missen….abgesehen von einer besseren Verhandlungsbasis monetärer Natur. Ich freue mich auf dieses Spiel, und auch auf die Grotenburg.
PS: Der RWE hat gerade sein Nachholspiel an der Poststraße in Verl beim dortigen SC mit 1:2 verloren. Alles gut! Nun zählt der Pokal, und in der nächsten Saison holen wir uns die Punkte zurück. Verl-sprochen

Kleine Persönlichkeiten

Innovativ war man stets an der Hafenstrasse, und so war es nicht weiter verwunderlich, daß der RWE als erster Verein Licht in das abendliche Dunkel brachte. Es war der 8. August 1956, als der Begriff „Flutlichtspiel“ in Deutschland geboren wurde. 
Ein Fußballplatz verwandelt sich in ein gleißendes Rechteck, der Blick des Zuschauers fokussiert sich geradezu darauf. Alles andere wird ausgeblendet. Das erklärt einen Reiz dieser besonderen Atmosphäre. Der andere ist ja, daß ein jedes Flutlicht auch eine kleine Persönlichkeit darstellt. [ Grandioses Wortspiel, welches durchaus auf einen Partner des RWE hinweisen soll] . 
Persönlichkeiten, die dem anreisenden Fan schon von weitem den Weg dahin weisen, wo er diesen Abend zu verbringen gedenkt. Morgen nun, am 11. April 2012 gegen den SV Eintracht Trier, werden die verbliebenen drei kleinen Persönlichkeiten ( in der zweiten Generation) zum letzten Mal Wegweiser und Fokus sein. 
Ein Abend, wo die Vorfreude auf das neue Stadion einfach mal ignoriert werden darf und soll! Denn dieses Flair der abendlichen Hafenstrasse, den Menschenmassen, die sich aus relativem Dunkel dem Stadion nähern, dieses unnachahmliche und ewig gleiche Geräusch auf dem Stadionvorplatz, daß gilt es zum wohl allerletzten Male zu genießen. 
Und ich hoffe, viele Fans nehmen diese Gelegenheit noch einmal wahr. Die kleinen Persönlichkeiten hätten es sich verdient. Sind es doch stets ganz helle Köpfchen gewesen.