Good Morning Sunshine

Den Tag mit diesen Worten beginnen zu können, welch wunderbare Vorstellung.Nun scheint aber nicht jeden Tag die Sonne, steht der Wecker netten Gedanken zumeist konträr gegenüber und reden wir hier natürlich von einem Stadion. Und ein solches erwacht meistens zu späterer Stunde, idealerweise am späten Nachmittag. 
Ungefähr Vier Stunden vor dem Anpfiff beginnt sich also das Stadion Essen zu räkeln, ein erstes Tor wird geöffnet, so langsam trudeln all diejenigen ein, für die ein Fußballspiel an diesem Abend Arbeit bedeuten wird. Rund um das Stadion sind Absperrgitter und Flatterband schon länger im Einsatz, um ankommenden Fahrzeugen den Weg zu weisen, oder aber zu versperren. 
Zurück im inneren Stadionring beginnt sie nun, die Betriebsamkeit. Beispiel Ordnungsdienst: Diejenigen, die etwas zu sagen haben (zu erkennen an Walkie – Talkies, Headsets, Knopf im Ohr oder Tonlage) sammeln ihre Teams, um sie dann gezielt an neuralgische Punkte des Stadions zu platzieren. Und so stehen dann einsame Signalwesten auf vorerst noch leeren Tribünen und halten die Stellung. Vor der Haupttribüne und auf den dortigen Rängen herrscht eine andere Kleiderordnung vor: Anzug und ein Anstecker verraten Status und Auftrag bei den Ordnungsdiensten. 
Der eigene Fanshop des RWE hat noch nicht geöffnet, aber auch hier hinter verschlosenen Türen wird schon fleissig der Verkauf vorbereitet. Weiter geht es zu den Ständen der Gastronomie. Während Ordnungsdienste im Idealfall nur durch Anwesenheit glänzen, glänzt bei denjenigen, die an den Verpflegungsständen ihren Dienst verrichten, oftmals die Stirn. Denn hier versammeln sich traditionell die meisten Fans, und dann auch noch zur gleichen Zeit, namens Halbzeit. 
So mancher Fan würde sich sicherlich wünschen, das Spiel kurz anhalten zu können, um entspannter auszutreten oder anzustehen.
Wir schweifen wie üblich ab: Die Verpflegungsstände werden noch einmal gemäß der Hygiene kontrolliert, erstes Fleisch wandert von links nach rechts, Schürzen werden umgebunden. Ein Hauch der Dallmayr Kaffeewerbung entspringt mitunter den Verpflegungsständen. Zapfhähne werden ebenso überprüft wie der eigene Nagellack. 
Im Stadion selber tut sich nun auch etwas: Es gilt weiterhin noch den optimalen Ton zu finden. Weniger im Ausdruck als denn in der Aussteuerung. Was aber alles überhaupt kein Problem darstellt und schlicht und ergreifend dem neuen Zuhause geschuldet ist. Steht erst die vierte Tribüne, wird die Akustik wieder eine andere sein und bedarf weiterer Veränderungen. Auch die Fanradios des RWE beziehen ihre Arbeitsplätze und klappen die Klappcomputer auf, während gegenüber auf der Rahn Tribüne die Ultras ihr Revier markieren. 
Weitere Fahrzeuge treffen rund um das Stadion ein, Sanitätsdienste und Polizeieinheiten in diesem Falle. Gästefans sind gemeldet. Und somit gilt es vorzubeugen. Auch heute bleibt es dabei und konnten alle ein spannendes Fußballspiel beobachten. Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die Fan Helfer, welche Fans helfen. 
Sie schieben Rollstuhlfahrer die Tribünen rauf, erklären noch unsicheren Fans die neuen Blockeinteilung oder warum es sich lohnt, RWE Fan zu sein. Und je mehr es in Richtung Anpfiff geht, desto mehr vermischen sich Angestellte und Fans und werden zu einer homogenen Geschichte. Und dann laufen sie endlich ein…

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