Monatsarchive: Januar 2013

Horizontales Dunkel am Silberstreif

Ich war ja in Bielefeld. Zwei Klienten an der Hand, die Kamera auf dem Bauch ruhend, einen Schal in den auswärtigen Farben um den Hals. Und wie ich da so stehe, Kaffee trinkend ein Foto schieße, wundere ich mich über manch grimmigen Blick. 
Diese Blickdichte führe ich einmal auf die Kamera zurück. Da ich, welch Glückes Geschick, mir aber manchmal auch anschaue, was ich da überhaupt fotografiere, betrachte ich nun das Objekt: Ein Schild, welches den heimischen Fanbereich auswies und auswärtige Farben und Gesänge verbot. Gesungen haben wir nicht. Da es aber nur ein Freundschaftsspiel war, ging alles gut aus, wir haben überlebt. 
Das es nach dem Spiel wieder eine negative Presse für den RWE und seine Fans gab, ist bedauerlich. Unverständlich allemal. Was aber laut Polizeibericht im Anschluss dann auf Seiten eben der Polizei für ein Aufwand betrieben wurde, verursacht auch Kopfschütteln. Unser Dank jedenfalls gilt den Behindertenbeauftragten der Arminia. 
Erstaunlich also, wie nah in und um ein Fußballstadion herum positive wie negative Erlebnisse beieinander liegen. Zumal in der aufgeheizten Stimmung dieser Tage schon kleinere Vorkommnisse von allen aufgebauscht werden, so daß zum Schluß kaum noch einer wirklich weiß, was genau passiert ist und warum. 
Nun steht der DFL seit kurzem mit Andreas Rettig ein Mann vor, dem der ernsthafte Dialog mit den Fans zuzutrauen ist. Natürlich ist auch Andreas Rettig kein Messias für Fans und Funktionäre, mit Bengalo in der einen und Stadionverbotsrichtlinien in der anderen Hand. 
Aber, ihm kann wohl glaubhaft ein ernsthaftes Interesse darin attestiert werden, die Rückkehr zur Normalität anzustreben. Wobei Normalität auch immer sein wird, daß es ab und an zu Problemen kommt. Wie auf jedem Dorfschützenfest halt. Oder dem Oktoberfest. Nur werden dort noch keine Truppen eingeflogen. Echt langweilig! 
Zurück zum Fußball, zurück zum Thema. Könnte man meinen, ist aber nicht so: Das Testspiel gegen den 1.FC Köln wurde abgesagt. Unbespielbarkeit des Platzes zum einen und nicht geräumte Zufahrtswege zum anderen. Eine Absage nicht nur zum Ärgernis des 1.FC Köln oder denjenigen, welche sich schon im Vorfeld eine Karte gesichert hatten. Zumal wir doch in der neuen Bude über eine Fußbodenheizung verfügen. Aber leider teuer! Ärgerlich vor allem einmal mehr für den RWE, der somit nun zum dritten Mal in relativ kurzer Zeit mit sogenannter „schlechter Presse“ aufwarten kann. Das waren wir fast nicht mehr gewohnt. 
Ein wenig ist es wie mit den Fans und dem DFB: Einer sorgt für die volle Bude (RWE) und einer stellt die Bedingungen (GVE). Ist das nun zu einfach dargestellt oder entspricht nicht der Wahrheit? Nun, dann ist auch hier der Dialog gefordert. Vor allem aber wirklich die Einsicht auf Seiten der GVE, dass es den wirtschaftlichen „Harakiri RWE“ der Vergangenheit nicht mehr geben wird. 
Dieses Stadion Essen funktioniert nur in einer gesunden Wechselwirkung zwischen allen Beteiligten, inklusive der SG Schönebeck. Aber liebe Leute, was spricht dagegen, einfach zuzugeben, dass es das neue Zuhause des RWE ist ? Was spricht gegen unsere Memorabilien an den Wänden ? Jeder Mieter darf doch seine Wohnung nach seinem Gusto gestalten. So ist unser schönes neues Stadion noch Kleinkackenfenne. Es kann und sollte im Interesse aller Beteiligten sein, dass das Thema Stadion nun bald keines mehr sein wird und sich alle auf das konzentrieren können, was zählt. 

Testspiel

Der RWE hat das heutige Testspiel bei Arminia Bielefeld zwar mit 1:3 verloren, sich in Anbetracht vergrippt fehlender Stammspieler aber gut verkauft. Anbei nur ein paar urbane Eindrücke eines schönen, engen Stadions inmitten eines Wohngebietes. Hört sich nach alter, englischer Fußballromantik an, oder?

Spielerfrauen, Teil 2

Da verzichtet man aus Rücksicht auf spielerfrauliche Tragik auf den zweiten Teil der großen Saga rund um das Liebesleben unserer Fußballer, und schon wird die Reset Taste gedrückt! Alles scheint wieder gut und wir versuchen es noch einmal. Medienwirksam natürlich. Ebenso in den Medien, aber stilvoll dem bisherigen Trainer gegenüber, wurde der neue Trainer des FC Bayern für die kommende Saison vorgestellt. 
Waldemar Wrobel ist es zum Glück nicht, womit wir auch wieder von Showbiz und Bundesliga auf die Regionalliga herunterbrechen können! Der RWE ist respektabel in das neue Kalenderjahr gestartet und hat dem FSV Mainz 05 nicht sein Geburtsjahr als Endstand gegönnt, sondern lediglich ein 0:1 zugelassen. Sportpsychologisch betrachtet könnte es den Spielern der rot weissen etwas Schub für den Ligaalltag geben. Vielleicht aber auch Rückenwind oder Selbstvertrauen. Man weiß es nicht. Am Samstag schon geht der Testreigen mit Gegnern zwischen erster und dritter Liga weiter und steht ein Spiel bei Arminia Bielefeld auf der dortigen Alm an. 
Eine Paarung, die etwas zu erstaunen vermag, gibt es doch dieses Bielefeld laut weit verbreiteter Verschwörungstheorie gar nicht. Im Anschluß an diese Begegnung, sofern sie denn dann stattfinden sollte, wartet noch der FC aus Köln und dann, ja dann beginnt wieder besagter Alltag. Ein Alltag jedoch, welcher sich aufgrund der bisherigen Tabellenkonstellation als ein sehr aufregender erweisen könnte. 
Ein kurzer Blick auf die vor- und hinter uns angesiedelten Konkurrenten zeigt, daß die Viktoria aus Köln ein Saisonziel bereits erreicht hat: Im Hinspiel suchten die Spieler bei jeder sich bietenden Gelegenheit Streit. Das Ansinnen wurde in der Chefetage erhört und nun ist er da. Der Streit. Auch Albert vorneweg genannt. Ein Neuzugang, der uns aber nun keine sportliche Angst bereiten und  keinen Finanzneid hervorrufen sollte. Was interessiert uns das Geld anderer Leute ? Zum Glück ist unser Verein über derlei Transferpraktiken hinweg. Die Therapie mit anschließendem Entzug war hart genug. 
Bleiben wir in Köln und gucken auf die andere Rheinseite zur Fortuna. Hier ruht still der See, schwingen die Eagles weiter ihre Flügel und für das Südstadion kann ja der Verein ja nichts. Für uns der heißeste Anwärter auf den Relegationsplatz. Die Wuppertaler wollten ja eigentlich noch einmal so richtig angreifen, und stecken nun  im tiefen Tal der Tränen. Eigentlich wie immer, in Anbetracht der Regenhäufigkeit dort unten im Tal. Jetzt ist dem WSV aber auch noch der Boss abhanden gekommen. In einer Kettenreaktion folgen ihm scheinbar  Geld und  Spieler. Somit sollte sich rund um den Zoo wohl eher auf den Abstiegskampf eingestellt werden. 
Die Zweitvertretung des nördlichen Nachbarn ignorieren wir geflissentlich und widmen uns den Sportfreunden. Die aus Siegen agieren recht unspektakulär aber solide und sollten nicht unterschätzt werden. Die anderen Sportfreunde aus Lotte sind uns ja nun ein wenig an das Herz gewachsen und bedeuten zudem das einzige Auswärtsspiel gegen eine Mannschaft der oberen Tabellenhälfte. Aber Auswärtsspiel ist immer das, was man daraus macht. So werden sich sicher viele Wettpaten aus Essen und rot weisse weltweit auf den Weg in Richtung Lotter Kreuz machen, um auf dem Acker von Bauer Ewald zu parken. 
Insgesamt ist der Liga zu wünschen, daß sich diese Ausgeglichenheit möglichst lange bis in Richtung  Saisonende halten kann. Und einmal im Konjunktiv gedacht: Hält der RWE weiter mit, dann sollte der an sich schon bemerkenswerte Zuschauerschnitt noch weiter steigen. Dazu bedarf es natürlich auch der guten Pflege unserer Spieler daheim durch ihre Spielerfrauen.