Monatsarchive: Dezember 2012

Spielerfrauen, Teil 1

Der RWE dieser Tage macht einfach keinen Spaß mehr. Es ist nicht mehr auszuhalten. Katastrophal das Ganze! Hier wird zielgerichtet den Fans jene Grundlage entzogen, die Winterpause einigermaßen hohen Blutdruckes zu überstehen. Werden gestandene Männern einfach zum Spielball von Kompetenz und Seriosität degradiert. 
Wie um Himmels Willen soll jetzt noch mitten in der Nacht zu Hause der Absturz an der Theke entschuldigt werden, wenn man nicht mal mehr das Elend um den Verein vorschieben kann? Was macht das mit meinem Selbstbewusstsein, mit einem Schlag nicht mehr wacher Zwerg, sondern schlafender Riese zu sein? Und warum Nummer 3 werden? Jahrelang haben wir geglaubt, Nummer 5! lebt. 
Was haben wir um die alte Bude geheult und waschen uns jetzt sogar die Hände ob der schönen Keramiken. Auf den Punkt gebracht: Wir sind fassungslos! Beraubt der gewohnten Winterpause, in welcher wir eher eine Kerze für den Verein denn für den Fortbestand der Ehe angezündet hatten. Wochenlang konnten wir unserem Ärger freien Lauf lassen, waren dadurch höchst kommunikativ; In direkter Verbindung zu vielen schlaflosen Nächten und der Fragestellung, ob der RWE auch den Rutsch in ein neues Jahr schaffen wird. 
Und nun? Nun sind wir wieder wer. Haben alle Optionen und können nicht meckern. Wie sich das anhört…..

Tor 14

Zu lesen am 14. Dezember im wunderbaren Adventskalender von Fokus Fußball und nachgereicht nun im Blog:

Wenn das Erlebnis des Jahres zugleich das traurigste und aber auch das schönste ist, dann muß es fast zwangsläufig etwas mit Fußball zu tun haben, denn wo sonst treten Gefühle so gebündelt auf; Sind nicht nur einfach gut oder einfach schlecht? 
Der 19.Mai 2012 war es, an welchem das allerletzte Pflichtspiel im Georg Melches Stadion an der Hafenstraße in Essen Borbeck stattfand. Unser „GMS“, diese alte Kabachel, abgewrackt, amputiert und heruntergewirtschaftet. So wie kurz zuvor der ganze Verein. Und doch bis dato voller Stolz ein Stück weit auch dem modernen Fußball trotzend. Schließlich war man ja mal wer und Vorbild für viele andere Stadien der 50er Jahre. Egal auch, in welcher Liga der RWE gerade mal wieder herumwurschtelte, an Spieltagen waren die schon weit entfernt sichtbaren Flutlichter Fixpunkte für all die Fans, welche die Hafenstraße nun in Richtung Hausnummer 97a bevölkerten. Dort angekommen für diese unvergleichliche Geräuschkulisse auf dem Vorplatz der Osttribüne sorgend. Immer auch unter den wachsamen Augen der Staatsmacht. 
Essen ist kein einfaches Fußballpflaster: Essen ist rau, kann böse werden, Dich aber auch in den Arm nehmen! Dein Schicksal teilen, immer ehrlich und ist mit ganzem Herzen rot-weiss. So wurde auch Fußball gespielt an der Hafenstraße, wurde es sogar erwartet. Manchmal jedenfalls, ersteres jetzt. Wehe dem Spieler, welcher nur sein Trikot spazieren trägt. 
All das war also das Georg Melches Stadion und eben noch viel mehr. Bis eben zu diesem letzten Spieltag der Regionalliga West: Rot Weiss Essen – SC Fortuna Köln hieß die letzte Paarung an traditionsreicher Stätte, dem Mythos, dem Stadion Töpperwien`scher Lobpreisung. Es sollte ein unvergleichlicher Abschied werden. 
Früher als sonst strömten die Fans aus allen Richtungen herbei, wurden Traditionen längste vergangener Tage wieder zum Leben erweckt („Kokosnüsse jemand hier….“) und scheute fast ein jeder den Blick Richtung alte Westkurve, wo die neue Heimat schon in Lauerstellung lag. 
Heute galt es, sich noch ein letztes Mal an gewohnter Stelle mit gewohnten Weggefährten zu treffen. Alles mittlerweile ritualisiert. Im Stadion selbst bereiteten die Ultras Essen und Umfeld seit Stunden eine Choreo vor, um dem geliebten Stadion gebührend Tschüss zu sagen. Und als schon erwähnte Lobpreisung krächzend aus den altersschwachen Boxen ertönte, zeitgleich diese unglaublich schöne Choreo hochgezogen wurde, flossen erste Tränen. Zu sehen aber nur auf der Haupttribüne, denn hier wurde das mit den Fähnchen gemacht. Die Stehtribünen waren unter Georg Melches und einer gigantischen Bildergeschichte versteckt. Welch ein Erlebnis an einem Tag zu einer Zeit, in der es sich persönlich nicht nur von einem Stadion zu verabschieden galt. Zu viel der Emotionen, zu viel der Tränen um einen herum. „An der Hafenstraße, RWE“ in einer klassischen Version abgespielt, „Adiole“ in originalversion, gestandene Männer, welche mehr schluchzten denn sangen. Alles in allem Emotionen, die sich zwangsläufig in Tränen auflösen mussten. Es floss also an allen Ecken munter vor sich hin. 
Mit dem Anpfiff eines überraschend kurzweiligen Spieles in Anbetracht seiner sportlichen Bedeutungslosigkeit begannen dann die letzten neunzig Minuten im Erbgut von Georg Melches. Es herrschte einige Minuten fast völlige Ruhe, es galt wohl allerorten, das gerade erlebte zu verarbeiten, als aus irgendeiner Ecke der Haupttribüne dieses unvergleichliche „Oh immer wieder…“ angestimmt wurde. 
Was soll ich sagen ? Fußballerlebnis halt! 
Es spielte sich dann harmlos, aber wie schon erwähnt, kurzweilig weiter. Der Unparteiische pfiff mal an, mal ab und zum Schluss pfiff er den Schlusspfiff. Deshalb heisst er auch so. 
Aus,aus, das Spiel war aus und sechsundachtzig Jahre Georg Melches Stadion waren Geschichte. Fassungslose Gesichter bisweilen, die vielleicht jetzt erst realisiert hatten, daß es wirklich nun Abschied zu nehmen galt. Das Stadion leerte sich dementsprechend langsam. Viele bleiben aber auch einfach in ihrem Block stehen, kauerten auf ihren Sitzen oder formierten sich noch einmal und sangen ihre Lieder. Auf der „Haupt“ wurde „Mexico“ gesungen, einige der Sänger durften vielleicht erst jetzt nach dem allerletzten Schlusspfiff wieder ein Stadion betreten. Aber auch das gehörte zur Fußballkultur im Georg Melches Stadion. 
Dieser Tag, definitiv mein Fußballerlebnis 2012, um auf die „Aufgabenstellung“durch Fokus Fußball zurückzukommen, trotz so unglaublich vieler anderer intensiver Momente rund um das runde Leder. Ein Tag, welcher die Bedeutung dieses Vereins für die Menschen so unfassbar intensiv wiedergegeben hat. Der aber auch gezeigt hat, daß ein Stadion, richtig gelebt kein Konstrukt aus Beton ist, sondern eine Seele hat. Tausende sogar. Ein Stück Heimat ist. Das Georg Melches Stadion an der Hafenstraße war Heimat! Aber die Fans von Rot Weiss Essen wären nicht sie selbst, hätten sie die Seele des GMS nicht schon in Ansätzen einige Meter weiter mit hinübergenommen in das Stadion Essen an der Hafenstraße. Und das es hier schon wieder ein ganz klein wenig in Richtung Mythos gehen kann, verdanken wir aktuell den Sportfreunden Lotte. Ab 12:13 war auch das Spiel wieder ein Fußballerlebnis. Essen halt.

Frohe Weihnachten

Auch in diesem Jahr wieder, und weil er so schön und auch so wahr ist: Der Brief der kleinen Virginia O`Hanlon aus New York an die „Sun“ aus dem Jahre 1897 und die Antwort des Redakteurs. Bis 1950 wurde dieser Brief jedes Jahr in der „Sun“ gedruckt und seit 1977 führt die „WamS“ diese Tradition fort (seit 2007 auch Im Schatten der Tribüne):
„Mit Freude antworten wir sofort und auf die in ihrer Weise herausragende Mitteilung unten und drücken gleichzeitig unsere große Befriedigung aus, dass ihr gewissenhafter Autor zu den Freunden der Sun zählt:
„Lieber Redakteur: Ich bin 8 Jahre alt. Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt. Papa sagt: Wenn du es in der Sun siehst, ist es so. Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann?“
Virginia O’Hanlon. 115 West 59 Street
Virginia, deine kleinen Freunde haben unrecht. Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Alters. Sie glauben nichts, was sie nicht sehen. Sie denken, dass es nichts geben kann, was für ihren kleinen Geist nicht fassbar ist. Alle Gedanken, Virginia, ob sie nun von Erwachsenen oder Kindern sind, sind klein. In diesem unseren großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise, verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist.
Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen, und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben. O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie würde so öde sein, als wenn es dort keine Virginias gäbe. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch Gefühl und Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht.
Nicht an den Weihnachtsmann glauben! Du könntest ebenso gut nicht an Elfen glauben! Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sehen würden, was würde das beweisen? Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen? Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis, dass sie dort nicht sind.
Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen, oder sie sich vorstellen. Du kannst die Babyrassel auseinander reißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt; aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame Stärke aller stärksten Männer aller Zeiten, auseinander reißen könnte. Nur Glaube, Phantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseite schieben und die himmlische Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben. Ist das alles wahr?
Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger. Kein Weihnachtsmann! Gottseidank!, er lebt, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen.“
FROHE WEIHNACHTEN und ein gutes neues Jahr wünscht Ihnen und Euch „ISDT“

Den Bock umstoßen und dabei die Kuh vom Eis holen

Und jetzt, wie geht es weiter mit unserem Volkssport Fußball ? Mit oder ohne Volk ? Wohl nie kam eine Spielpause zu einem günstigeren Zeitpunkt als nach diesem 12.12.12. Das Schalke mal wieder einen Trainer entlässt: normal. Das Sepp Blatter regelmässig mit grenzdebilen Vorschlägen zur Rettung des Fußballs um die Ecke kommt: geschenkt! Wirklich wichtig aber ist folgende Erkenntnis: Der Fußball hierzulande ist zu einem Vielvölkerstaat geworden. Und diese kleinen Staaten sind nun dabei, Mauern zu bauen um sich abzuschotten. Man ist ja schließlich im Recht. 
Bis vor einigen Wochen übrigens war die Situation noch recht überschaubar: Hier der DFB, die DFL und dort wir, die Fans. Der Klimawandel deutete sich aber immer intensiver an. Das Sicherheitspapier, dieser Schlüssel zum Erfolg der sicherheitsrelevanten Glückseligkeit, stieß nicht nur auf Zustimmung unter dem Dach des DFB. 
Nicht auf Zustimmung stiessen aber innerhalb der Fans einige, die nicht als solche zu bezeichnen sind. Womit noch nicht die verschiedenen Strömungen dieser heterogenen Masse namens Fanszene gemeint waren. Jene Einzeltäter, welche mit einem einzigen Böllerwurf den langen Einsatz einer ganzen Szene für kontrollierten Pyro Anbau zunichte machen, sorgten für Unmut. Der DFB selektiert in diesem Falle nicht, bekommt die Quittung meistens der Verein, aus dessen Block der „Beispielböller“ geflogen kam. Soweit herrschte also noch relative Einigkeit vor. 
Das sich nun auch öfter Fans eines Vereines je nach Ausrichtung in die Haare bekommen, wird von den Medien noch als Sidekick behandelt, nicht aber als Bestandteil des Ganzen. 12:12 ging also an den Start, tat dieses mit beeindruckendem Erfolg. Die Fans aller Couleur (also auch die sonst schweigsamen) schwiegen bis zur Minute 12 und ihrer zwölften Sekunde, starteten danach ein Spektakel. Das hatte gesessen und saß noch zwei weitere Spieltage. Änderte letztendlich aber nichts an dem Beschluß zur baldigen Umsetzung dieses Sicherheitspapiers. 
Beschlossen und verkündet brachen nun mit dem Spieltag danach erstaunlich schnell Gräben auf, die aus einem gemeinsamen Protest gegenseitige Schuldzuweisungen und Unverständnis zum Vorschein brachten. Nur in wenigen Stadien konnte man sich spontan auf einen weiteren Protest einigen. In anderen begann es dagegen zu brodeln, gab es nicht Pfiffe gegen die gegnerische Mannschaft, sondern gegen Fans der eigenen Mannschaft, gestaffelt nach Grad des gefühltem Fanatismus. Und sogar die Spieler mischten nun mit, beklagten sich darüber, daß das Schweigen nicht der eigenen Leistung dienlich sei. 
Geschickt eingefädelt von Seiten des DFB könnte man fast meinen, begehren doch nun diejenigen auf, die das Spiel spielen und die, die es vielleicht nur sehen, nicht aber unbedingt auch leben wollen. Momentan versuchen noch Stellungnahmen und offene Briefe die Wogen zu glätten und alle Fans wieder unter ein Stadiondach zu bekommen. Es hat aber momentan eher den Anschein, als ob des Deutschen liebstes Kind vor seiner grössten Zerreissprobe steht. Um nun aber einer möglichen Radikalisierung einzelner Fans und/ oder auch der Polizei vorzubeugen, sollte nun der DFB nicht nur beschliessen, sondern zunächst einmal selbst in Vorleistung gehen. 
Erst Sicherheitsdienste schulen und dann zu den Einsätzen schicken, zum Beispiel.Gerade die Sicherheitsdienste wirken oft eskalierend, denn der Deeskalation. Darüber nachdenken den Fans auch Raum zu geben um ihren Sport zu leben, anstatt diesen in Sitzplätze zu verwandeln oder Kartenkontingente zu reduzieren. 
Die Stadien sind doch alle videoüberwacht, aber was ist denn mit einem Sicherheitskonzept die Zufahrtswege betreffend? Und was hat Sepp Blatter, was ich nicht habe? Will man hierzulande ernsthaft den Fußball zu einem Erlebnis für die sogenannte Oberschicht umgestalten? Ändert das grundsätzlich etwas an der aggressiven Grundhaltung einiger weniger? Das Problem wird dann eben verlagert. Auch ohne Fußball. Aber gerade der Fußball hat es geschafft, über alle sozialen Grenzen hinweg zu vereinen und bleibt in der Mehrheit noch die Kultur des kleinen Mannes. Dem Schal in Vereinsfarbe ist es doch egal, von wem er getragen wird. 
Langes lamentieren, kurzer Sinn: Verfahren wir jetzt weiter nach dem Prinzip „Alle gegen Alle“ geht unser Fußball kaputt. Diktieren und reformieren DFB, Blatter und Medien weiterhin ohne Rücksicht auf die Seele unseres Sports diesen, geht der Fußball kaputt. Werden Pfefferspray,Böller und Pyro weiter unkontrolliert eingesetzt ….. usw. 
Gesucht wird also definitiv ein Multitalent, welches gleichzeitig den Bock umstossen und dabei die Kuh vom Eis holen kann. Manchmal hilft aber auch der Gedanke daran, daß man zum Fußball fährt um des Fußballs Willen. Ansonsten fällt mir nur noch Franz Beckenbauer ein.

Wünsch Dir was

Sofern die Mayas nicht Recht behalten, ist in naher Zukunft Weihnachten. Zeit der Besinnlichkeit, der Hektik. Des Familienfriedens und des „so tun als ob“. So ziemlich die bewegteste Zeit des ganzen Jahres also, kein Innehalten sondern Wunschzettel verwalten. 
Da kann schon mal untergehen, daß die Hinrunde gespielt ist und verzweifelt nach einer Halbzeitbilanz schreit. Ziemlich ungehört, steht am morgigen Samstag noch ein wichtiges Nachbarschaftsduell gegen die Kleeblätter aus dem Centro an. Da stehen aktuell andere Themen auf der Tagesordnung, als da wären: Haben wir nun eine Fußbodenheizung oder nicht ? Wer steht im Tor und wer dahinter? Und war das Spiel in Siegen ein guter Dämpfer, um sich zu relativieren und noch einmal 90 Minuten alles für den RWE zu geben? 
Zudem vor fünfstelliger Kulisse nebst gut gefülltem Auswärtsblock. Die paar Meter sollen die Fans der Kleeblätter ja noch schaffen. Ein ganz gefährliches Spiel auch, nein nicht das drumherum, wir fühlen uns sicher! Von diesem Spiel hängt ab, wie die rot weisse Gefühlswelt in die Winterpause geht, da ist aller Halbzeitbilanz zunächst Makulatur. Gewinnt man, ist alles gut und man freut sich auf die attraktiven Testspiele. Wird das Spiel aber verloren, wünscht man sich ziemlich schnell die Umsetzung der anfangs erwähnten Weissagung. Gefährlich, gefährlich. 
Ein Spiel auch, dessen Ausgang vielleicht schon die Weichen für den weiteren Saisonverlauf nach der Winterpause stellen mag. Unter Berücksichtigung der anderen Ergebnisse, sofern die Spiele überhaupt in Gänze ausgetragen werden können. Oben dranbleiben und weiter die Flamme der sportlichen Hoffnung hochhaltend, oder sich dort zu etablieren, wo sich der Verein laut Zielsetzung selbst eingeordnet hat. 
Selbstredend auch mit Auswirkungen auf das Publikumsinteresse gekoppelt. Wobei wir uns nun einer kleinen Halbzeitbilanz annähern können: Sportlich ist der RWE somit über dem selbst gestecktem Soll. Anfängliche Systemkritiker wurden mit Ergebnissen zufrieden gestellt, kämpferisch großartige Auftritte ließen über Punktverluste hinwegsehen, ab und an wurden gar Glanzpunkte gesetzt. Und, es gab auch ganz schwache Spiele. 
Man könnte meinen, wir wären beim Fußball. Sportlich also fast alles im Lot und bitte nicht auf diese leichtfertig verschenkten Punkte schauen! Wir sind hier nicht im Konjunktiv, die kommen nie wieder zurück, echt jetzt. Der RWE hat aber eine Mannschaft, die sich stetig weiterentwickelt und gerade durch diese Weiterentwicklung aufzeigt, woran es noch hapert. Zudem kann sich die Truppe noch weiter aus dem eigenen Lazarett verstärken. 
Was die Mayas können, können wir natürlich schon lange und prophezeien daher dem RWE, daß die Mannschaft bis zum Saisonende einige Punkte gutmachen wird und dadurch bis zum Schluß um die Meisterschaft mitmischen kann und will. Zudem kommen bis auf Xanthippe noch alle Ligafavoriten an die Hafenstraße. Das werden Fußballfeste. „Wir steh`n zu Dir, Scheiss auf Liga Vier….“. 
Weiter in der Bilanz: Neben den Millionen weltweit verstreuter Anhänger des RWE zwischen Essen und Mülheim, kamen im Durchschnitt satte 8051 Fans zu den Heimspielen in das Stadion an der Hafenstraße. Optisch gut aussehend, sind doch alle drei fertigenTribünen stets recht gut bevölkert, sollten wir uns aber schon einmal daran gewöhnen, daß sich dieses Bild mit Freigabe der Stehtribüne grundsätzlich ändern wird. Wie sich das dann auf die eigentlich gute Akustik und Atmosphäre auswirken wird, wir werden es erleben. 
Unter dem Strich kann also auch dem Stadion eine gelungene erste Halbserie bescheinigt werden. Unsere neue Bude macht einen guten Eindruck und kann was. Schwachstellen sollten konstruktiv vorgebracht und ebenso konstruktiv behoben werden. Zudem sollte nun bekannt gegeben werden, welche Memorabilien aus dem Georg Melches Stadion in der Zukunft ihren festen Platz finden werden.
Und, ganz wichtig auch die Frage, wo wir in Zukunft unseren Fanbetreuer sowie das Fanprojekt erreichen können oder, etwas weniger wichtig, ob die Flure in der Geschäftsstelle nicht vielleicht doch mit rot weissen Legenden geschmückt werden dürfen. 
Gibt es sonst noch etwas über die Hinrunde zu sagen, ausser das man stets auch den gastgebenden Mannschaften deren Zuschauerschnitt aufpoliert hat ? Vielleicht noch, daß die Schmuddelkinder richtig artig waren. Aber sie kuschen nicht, und somit wurde sich auch eingemischt in das Konzert der Großen, derer aus den Ligen über dem RWE. Wir fühlen uns sicher! Und haben dafür geschwiegen. Und wir gehen gerne in Vorleistung, denn heute ist nicht alle Tage – wir kommen wieder, keine Frage!