Das Beste kommt zum Schuss.

Weit nach dem Spiel, auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants am Rande der A31, den Burger noch zwischen den Zähnen und das Glück des gerade gesehenen noch vor den Augen, kam er ganz spontan, der eher laut gedachte Satz: „Fußball kann so schön sein“. Schon der Auftritt in Rödinghausen war unter dem Strich abseits des Ergebnisses ein Guter, da war Struktur zu erkennen. Auf- und neben dem Platz. Leider holte uns das Verletzungspech dann doch recht schnell ein und war auch der Unparteiische wieder mit in der Verlosung. Die üblichen Verdächtigen tackerten ihre Kommentare in die entsprechenden Spalten und zunächst einmal war direkt wieder Schluss mit lustig.

Heute nach dem Spiel gegen die aus dem Tal las sich dann alles ganz anders. Wenn es einem aufgrund der Temperaturen nicht allein schon heiß genug war, so wurde es mir nach dem Spiel dann noch zusätzlich so richtig warm ums Herz, hat doch einer der wundervollen Fanbetreuer sozial Medial seine Freude über dieses Spiel kundgetan. Wenn also selbst ein Urgestein der Hafenstraße so fühlt, dann waren wir heute wirklich Zeuge ganz besonderer neunzig Minuten an der Hafenstraße. Lauschen wir also Roland und freuen uns mit ihm:

Zweites Spiel und ich möchte nicht einen aus der Mannschaft hervorheben!
Wetter Top! 11.077 Zuschauer, Top! Spiel Top! Stimmung Top!
Ergebniss Top! FULLHOUSE
Aber eine Sache möchte ich doch ansprechen, dass dritte Tor zum 3 zu 0 von Pröger. Wenn ich jetzt sagen würde, bei mir ist die Milch eingeschossen, beschreibt es ungefähr das Gefühl. Lange, sehr lange hatte ich nicht mehr diese Emotion bei einem Spiel unserer Mannschaft. Danke an die „Westtribüne“ für den Fahnentag, immer ein Highlight für mich und Erinnerungen an „die Westkurve“ kommen immer sofort hoch. Danke an die Mannschaft und allen sonst noch Beteiligten.
IHR HABT MIR EINEN WUNDERSCHÖNEN SONNTAG BEREITET.

Ich hätte ja nie und nimmer mit über 11.000 Zuschauern gerechnet. Umso mehr hat es mich gefreut, dazu selbst mit Frau und Töchtern beitragen zu können. Sie haben nun den Status von Glücksbringern und müssen so oft es geht wiederkommen. Schon weit vor dem Spiel hatte ich mich aber zuallererst auf den aufgerufenen Fahnentag gefreut, denn ich mag es sehr, wenn vor dem Spiel die Fahnen wehen. Je mehr, desto besser.  Eine Reminiszenz an vergangene Zeiten. Allgemein war trotz der unglücklichen Niederlage in Rödinghausen mehr Vorfreude rund um das eckige (Stadion) zu spüren. Für viele begann sie also erst heute, die neue Saison 2018/19.

Und sie begann so schnell, so dass Walter Ruege nicht ansatzweise die Chance hatte, vom Rasen pünktlich zurück in die Sprecherkabine zu kommen. Während der Walter also noch die Stufen hochjagte, musste der Michael aka „Stadion DJ“ improvisieren und den Torschützen verkünden. Irgendwie sinnbildlich für den heutigen Auftritt des RWE: Es war immer einer da, der zur Stelle war, wenn es darauf ankam. Egal ob auf oder neben dem Platz. Und so bot auch die Westtribüne heute eine mehr als geschlossene Unterstützung. Sie war Rot-Weiss; es gab Geburtstage zu feiern und sie war laut. Abzüge in der B-Note würde ich vielleicht nur in der Häufigkeit der „Uhrensöhne“ Gesänge geben. Aber, wir sind hier letztendlich nicht bei „Let’s Dance“, sondern an der Hafenstraße.

Der „Ex Essener SV“ wusste bisweilen gar nicht, wie ihm und seinem vielköpfigen Anhang geschah, denn unser RWE ging weiterhin so zielstrebig und vor allem so schnell zu Werke, so dass die weiteren Tore bis zum 4:0 Pausenstand fast logische Konsequenz waren. Und es hätten  durchaus noch ein oder zwei mehr Tore für die Guten sein können. Das Passspiel sicher, die Balleroberung absolut vorbildlich und nach hinten jederzeit alles im Blick. Man vermochte das alles gar nicht zu glauben. Das war doch nicht mehr unser RWE. Stehende Ovationen zur Halbzeit. Man lebte für diesen Moment der Freude. Was war das schön, was tat das gut!

Das es jedoch unser aller RWE ist, und dass er uns immer wieder so einiges zumutet, erfährt man dann so nach und nach von Freunden und Bekannten im Stadion: Die einen waren sich (erst) nach dem 3:0 sicher. Viele jedoch erst nach dem 4:0. Und manch einer (unter anderem ich) gar erst nach dem 5:0. Viele jedoch zuckten unwillkürlich nach dem 1:5 zusammen, guckten reflexartig auf die Uhr und beteten den Abpfiff herbei. Es ist also noch ein weiter Weg dahin, eine Führung als solche auch genießen zu können. Aber es war heute ein so schöner Schritt in die richtige Richtung, so dass man es noch kaum zu glauben vermag, dass eine fünf Tore Führung verspielt werden kann.

Stellvertretend für die Leistung der ganzen Mannschaft steht für mich eine kleine Begebenheit am Rande des Spielfeldrandes mit Kai Pröger: Da rennt also der eh schon schnelle Pröger bei dreißig Grad und gefühltem Tempo 30 gefühlte 300 Meter rauf und runter, um auf den letzten Metern noch Luft dafür zu haben, dem Linienrichter lautstark und gefühlt dreißigmal seine Meinung kundzutun. Während seines Laufes! Ich wäre im Sauerstoffzelt gelandet. Auch bei so vielen anderen Spielern war eine wesentlich bessere Fitness zu beobachten. Das alles lässt doch hoffen. Wohlwissend, dass bei einer Niederlage kommenden Samstag beim Aufsteiger 1. FC Kaan-Marienborn alles wieder in die Tonne gekloppt werden kann.

Aber heute und morgen (und übermorgen vielleicht auch noch) genießen wir ein Spiel und eine Atmosphäre, wie sie uns aktuell nicht mehr allzu oft zuteil wird. Es war ein wunderschöner Nachmittag an der Hafenstraße. Es war ein wunderbares Spiel unserer Roten. Es war dieses eine Spiel. Danke dafür.

Was weiterhin auffiel war, das nicht nur die Rude Fans ihren 10., sondern die „Crazy Boys“ gar ihren 40. Geburtstag feiern durften. Meine Güte, vierzig Jahre RWE als Fan Club…das ist schon Crazy! Ihr seit doch bekloppt. Herzlichen Glückwunsch.

So, und wie verbleiben wir jetzt nach diesem Spiel? Ich würde sagen: Optimistisch. Wir sehen uns in Siegen.

Was ein schöner Tag. Nur der RWE!

 

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