Strategisches.

Das Internet sagt auf Anfrage: „Eine strategische Partnerschaft ist die strukturierte Zusammenarbeit zweier Unternehmen, um gemeinsam Vorteil aus den Marktgegebenheiten zu ziehen oder um effektiver auf Kunden reagieren zu können, als dies im Alleingang möglich wäre“. Soweit das Internet. Soweit die Gegebenheiten in der freien Wirtschaft.

Nun sind wir ein Sportverein und somit alles andere als freie Wirtschaft. Wir sind gebundene Fans und wirtschaften schon seit einer Dekade gefühlt im Minusbereich der Emotionen. Sportlich läuft es nach bekanntermaßen gutem Start ja auch schon länger eher suboptimal. Irgendwie mögen unsere Spieler einfach nicht so spielen, wie wir es gerne hätten. Unsere Strategie auf den Rängen lautet schlicht und ergreifend: Alles geben, drei Punkte erwirtschaften; so malochen wie wir unter der Woche. Danach dann dürft Ihr dann auch gerne trinken wie wir am Wochenende. Kommt aber irgendwie nicht an in den Köpfen unserer Jungs; diese Botschaft. Da kann auch der Trainer machen was er will. Und er macht schon viel und will noch mehr. Aber, was soll er denn machen, wenn das auf dem Feld scheinbar keiner umsetzen will? Somit werden wir einmal mehr nicht in die weiterführende Liga Drei versetzt, sondern bleiben wieder sitzen. Herkenrath war schon schwere Kost, aber spätestens in Bonn war es dann gelaufen.

Die Zukunftsaussichten also mal wieder eher trübe denn klar. Hoch3 verspielt, diesen guten Ansatz sportlich vergeigt. Den Versuch war es trotzdem allemal wert. Wirklich! Das Ende von Hoch3 bewirkte aber auch in einigen Köpfen, dass nun anderweitig Geld akquiriert werden muss, um endlich einen erfolgreichen Kader zusammenstellen zu können. Eigentlich schaudert es mich immer noch bei dem Gedanken, dass scheinbar nur Geld zählt, um damit eine Mannschaft zu bilden, die um den Aufstieg mitspielt. Ich entstamme noch einer Generation und einer Idee, die da hieß: „Elf Freunde müsst Ihr sein“. Wo einer für den anderen grätscht und der Punktestand wichtiger ist als der eigene Kontostand. Ich Schussel, alternder Pädagoge und Sozialromantiker! Es geht also nicht mehr über das Miteinander, es geht über Qualität. Und die kostet! Geld haben wir aber nicht im Überfluss, auch wenn wir jeden Tag aufs Neue darauf stolz sein sollten, keine Schulden zu haben. Es bedarf also externer Quellen.

Ein Gedanke, der einige Fans dermaßen erschaudern ließ, so dass sie via Initiative und Banner unseren geliebten RWE für unverkäuflich erklärten. Da war ich direkt bei ihnen, denn unseren RWE verkaufen, ihn zu einem Spielzeug machen, wie bei den Münchener Löwen oder in der Grotenburg geschehen? Nein! Das kann keiner wollen. Lieber Kreisligist als Schalker! Aber, und das aber wird hier wirklich mit Nachdruck und Vertrauen getippt: Unser Verein hat sich zwar das OK der Mitglieder eingeholt, sich mit einer Ausgliederung zu beschäftigen (So ganz verstehe ich das Thema tatswahrhaftig immer noch nicht), aber immer auch wieder betont, diesen wundervollen Verein Rot-Weiss Essen von 1907 nicht verkaufen zu wollen. Also vertraue ich meinem Verein und bitte auch die Mitglieder dieser neuen Initiative ebenso um Vertrauen: Die Hafenstraße in Essen wird unsere schmuddelige Heimat bleiben. Aber niemals zur Spielwiese für fußballferne Investoren oder renditegeile Schmierlappen.

Daher haben mich die heutigen Schlagzeilen rund um den RWE zunächst einmal mehr als erfreut: Nach langen Wochen, gar Monaten, ist es scheinbar gelungen, in vielen Verhandlungen und Gesprächen einen strategischen Partner für unser aller RWE zu gewinnen, der nicht an Namensrechten und chirurgischen Eingriffen in das Vereinsrecht interessiert ist. Der zudem noch eine Essener Lösung darstellt. Somit aus Essen kommt und auf Konzernebene unterwegs sein dürfte. Das Hafenstübchen ist zwar schon seit Ewigkeiten strategischer Partner der Fans ihrer Leber, aber ob es finanziell für den Verein reichen könnte? Man weiß es nicht. Auf jeden Fall ein guter Tag für unseren Vorsitzenden, der lieber hart hinter den Kulissen werkelt, was natürlich auch wieder nicht jedem gefällt. Aber, wann gefällt es an der Hafenstraße schon mal allen? Richtig: Wohl nur nach einem 7:0 gegen den Verein, dessen Vertretungskapitän seine Binde an Bedürftige abgegeben hat.

Also: es ist toll, wohl bald einen Partner an seiner Seite zu wissen, der es noch einmal, oder vielleicht auch ganz, neu mit dem RWE versuchen möchte. Aber, es gibt da einen gemeinsamen Nenner, der uns alle verbindet und den hoffentlich ein jeder dann auch in Zukunft verinnerlicht: Wichtig ist auf dem Platz! Ja Mannschaft, isso! Also macht mal hinne da!

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