Vatertag. Pfingsten. WDFV. Ole Ole.

Es war am sogenannten Vatertag. Tagsüber verbracht nicht nur mit der Liebsten, sondern abends auch mit Fans des SV Werder, des FC St. Pauli und von Borussia Mönchengladbach. Allesamt langjährige Freunde und Väter. Daher trafen wir uns mit gebotenem Abstand zueinander. Wir haben kaum über Fußball geredet. Eigentlich gar nicht. Schließlich sind die drei Freunde keine „aktiven“ Fans (Sprich Stadiongänger) wie ich es einer bin. Sondern eher TV Konsumenten. 

Aber selbst der vergangene Geisterspieltag war jetzt nicht so wirklich von Interesse, viel zu unwirklich das Ganze. Somit war ich wohl der einzig wirklich leidende Fan von uns Vieren. Schließlich ist für mich Fußball weiterhin Rot-Weiss Essen. Ist Frikadelle und Freunde. Findet im Stadion statt statt nur anderweitig dabei. Geht bis ins Mark anstatt auf der Mattscheibe dahin zu vegetieren. 

Unser diesjähriger Urlaub war geplant rund um die Relegationstermine zwischen dem Vertreter aus dem Westen und dem Nordosten. Grundsätzlich eine aberwitzige Ansetzung, denn Meister müssen aufgrund der gebotenen Saisonleistung zwingend aufsteigen. Nun wollte unser designierter Meister jetzt nicht wirklich, was kurzfristig die Hoffnung nährte, dass unser aller RWE für die Küchenjungs aus Rödinghausen einspringt. Hätten wir natürlich auch sehr gerne gemacht.

Ich glaube übrigens weiterhin fest daran, dass sich der weitere Saisonverlauf insofern positiv für uns entwickelt hätte, so dass wir spätestens Mittwoch vor Vattertach eine Rot-Weisse Karawane auf der Autobahn Richtung Leipzig, Cottbus oder Berlin hätten erleben dürfen.

Man darf ja gar nicht daran denken, was ein erstes Pflichtspiel außerhalb der eigenen Landesgrenzen für Euphorie rund um die Hafenstraße ausgelöst hätte. Von Kategorie A bis Z wäre so ziemlich alles auf der Bahn, was jemals die Buchstaben RWE aufsagen konnte oder irgendwie damit sozialisiert wurde. Mit im Reisegepäck die Euphorie der Stunde, aber auch die Angst des Scheiterns. 

Naturgemäß und allseits bekannt wurde nichts aus diesen erträumten Sternstunden Rot-Weisser Fußballkultur.  Zwischen uns und unseren Plänen steht immer noch ein Westdeutscher Fußballverband. Ja gut, und die Tabelle. Wattenscheid hin oder her. 

Im Norden und Südwesten der Regionalligarepublik wurden mittlerweile Entscheidungen getroffen: Aus dem Südwesten hat es der 1.FC Saarbrücken in die dritte Bundesliga geschafft. Aktuell ohne eigenes Stadion und in Völklingen zu Gast. Herzlichen Glückwunsch an die Saar. Der Parforceritt durch den DFB Pokal hat gezeigt, das da eine gute Truppe am Start ist. Aus dem Norden hat es via Anordnung der VfB Lübeck zurück geschafft. VfB Lübeck…da dreht sich mir als Erstes der Magen um und macht es mehr als nur „Örks“. Der VfB kann nichts für unseren charakterlosen Haufen vom 31.5.08. Aber er wird stets damit in Verbindung gebracht werden. Die Lohmühle ein schöner Fußballort. Alles Gute zum Aufstieg.

Bleiben unter anderem wir. Also die Regionalliga hier. In unserem Revier. Liga Vier. Mit dem Angebot einer sportlichen Auseinandersetzung ist der RWE wie erwartet beim WDFV gescheitert. Das muss man verstehen, denn sportliche Entscheidungen sind nicht so das Ding da im Verband. Das wäre ja auch alles zu einfach. Nee, wir warten einfach ab, bis der SC Verl eine entsprechende Spielstätte präsentiert und bekommen die Geschichte dann wie folgt abgenickt: „Aufgrund der aktuellen tabellarischen Aktualität unter Berücksichtigung aller punktuellen Punkte nebst temporärer Tabellensituation unter Missachtung der Wattenscheid Tragödie und unter vollkommener Vernachlässigung weiterer Spiele haben wir vor, wie folgt zu entscheiden: Mit sofortiger Wirkung werden wir spätestens am 20. Juni den SC Verl zum Relegationsteilnehmer bestimmen. Sollen die Verler dort machen, was sie wollen, aber wir benötigen weiter den RWE in der Regionalliga, um mit den Abgaben unsere Rechnungen zu bezahlen“. 

Und somit harren wir also nun der Dinge, um endlich Klarheit zu bekommen. Die wir ja eigentlich schon haben. Seien wir ehrlich: Wir werden auch kommende Saison Viertklassig erstklassig unsere Lieder singen. Und in Anbetracht der Tatsache, wie sich der DFB und seine Dritte Bundesliga gerade präsentieren, vielleicht nicht einmal die schlechteste Idee. Das dortige „Alle gegen Alle“ ist nicht mehr so unsere Sache. Bei uns ist gerade und einmal mehr Zusammenhalt gefragt. Die Mitgliederzahl tendiert Richtung „Allzeithoch“ und ganz nebenbei wurde auch noch der Engelmann aus Rödinghausen verpflichtet. Auch nicht schlecht, cooler Move!

Meine Güte, was vermisse ich die Hafenstraße. Diesen Moment, wenn die Mannschaft aus den Katakomben kommt, um sich vorzubereiten. Die ersten Gesänge angestimmt und unsere Fahnen geschwenkt werden. Wenn sich Vorfreude auf das Spiel mit wohliger Aufgeregtheit abwechselt. Der letzte Blick vor dem Anpfiff über die Tribünen. Der gewunkene Gruß Richtung „R4“. Das sind die Momente, in denen Rot-Weiss Essen völlig losgekoppelt von jeder Liga agiert. Momente, in denen RWE stets erstklassig ist. Neunzig Minuten nur der RWE!

Alles wird gut! 

 

 

 

 

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