Monatsarchive: April 2022

Hibsig und Heartslich.

Der schottische Fußball ist ja noch der Seele des Fußballs gefühlt mit am nächsten. Hafenstraße international, sozusagen. Rauf und runter, auf die Socken. Hinfallen und aufstehen. Die Halbfinals auf neutralem Boden auszutragen, ist ein Geschenk an Fußball und Fans in Schottland und England, welches man sich auch für den DFB-Pokal nur zu gerne ebenfalls wünschen würde. Und wenn das Halbfinale dann auch noch aus den Duellen Celtic -Rangers und Hearts – Hibs besteht, dann ist jede Sekunde dieser Clips mit mehr Emotionen Versehen, als neunzig Minuten mit dem Konstrukt RBL. Einfach mal genießen.

Osterbolzen.

Die Grafikabteilung der Freaks Essen hat ganze Arbeit geleistet, und uns drei wunderschöne Kleber in ihrer Kurzwarenabteilung angeboten. Auf einem dieser Motive ist unter anderem Obelix inklusive einige unserer „Liebsten“ zu sehen. Bei Obelix ist man bei Asterix und somit auch bei dem Running-Gag namens Piraten. Irgendwann ist im Ausguck immer ein Gegner aus Rom, Gallien oder sonst woher zu sehen und aus Angst davor versenkt man sich lieber kurzerhand selbst.

Auch bei Rot-Weiss Essen saß heute scheinbar jemand im Ausguck und hat mitbekommen, wie tapfere Lippstädter den heiligen St.Preußen einen Punkt abnehmen konnten. Während sich der späte Ausgleich in Lippstadt auf den Rängen der Hafenstraße von Block zu Block fortpflanzte und kurzfristig dieselbe in ein Tollhaus verwandeln konnte, kam die Botschaft bei der Mannschaft gefühlt anders an, als erwartet. Auch hier hat man sich in Anbetracht der möglichen Tabellenführung lieber selbst versenkt, als die Geschehnisse proaktiv anzugehen.

Schon ab 14:00 Uhr steckten die Köpfe der Fans nicht nur im Stauder, sondern auch im Liveticker der Wahl. Beide Tore zur temporären Führung der Lippstädter wurden vor dem Hafenstübchen dermaßen bejubelt, dass erleben die Spieler des SV Lippstadt so wohl nicht einmal bei Heimspielen. Konnte ja auch keiner ahnen, dass der Adler jetzt schon Federn lässt. Geplant war das eigentlich erst gegen Fortuna Köln. Aber wer sich aktuell auf die Fortuna verlässt, der ist wohl auch ziemlich verlassen. Es war also eine durchaus heitere Grundstimmung, die sich nach langen Monaten der Kälte und Nässe bei feinstem Sonnenschein rund um das Stadion an der Hafenstraße zu verbreiten wusste. Den letzten Ergebnissen zum Trotze. Doch leider haben wir, wie schon zu erahnen, mal wieder die Rechnung ohne unsere Mannschaft gemacht. Der kurzen Euphorie inklusive Aussicht auf die Tabellenführung wurde fast umgehend auf dem Feld Einhalt geboten. So geht das jetzt aber auch nicht, als dass wir mal eben in den Euphorie-Modus umschalten. Wir sind doch hier nicht im Camp Nou! Die Euphorie auf den Tribünen hat unsere Mannschaft also ziemlich kalt gelassen und vor allem in der zweiten Hälfte dann wurden die Tribünen erstmal auf ruhig gestellt. . Es war ja schon seit Wochen weiterhin Luft nach oben für die schlechtes Saisonleistung. Also sollte dass doch auch endlich abgehakt werden. Und was kann ich sagen? Das ist eindeutig gelungen!

Lässt aber den geneigten und immer noch aufstiegswilligen Fan dann doch ziemlich fassungslos zurück. Das Pfeifkonzert nach dem Spiel mehr als verdient und vielleicht sogar noch zu moderat um endlich aufzuwachen. Das war wirklich alles, aber nicht das Spiel einer Mannschaft, die noch aussichtsreich im Kampf um den so lang ersehnten Aufstieg in die 3.Liga mitspielt. Das war willenlose Destruktivität in Form von Grütze. Dass war gegen die Abmachung, es gemeinsam zu schaffen, denn die Mannschaft hat nichts anderes getan, als uns komplett im Stich zu lassen. Das tat für den Moment im Stadion gar nicht mal so weh, denn da war man immer noch im Kreise seiner Liebsten, Familie und/oder Freunde und einfach nur konsterniert über das Erlebte. Die Enttäuschung über die abermals verpasste Chance macht sich erst jetzt und in diesen Zeilen breit. Wie konnte das passieren? Und vor allen Dingen: Warum? Warum gerade dann, wenn der hochnäsige Adler endlich wieder Federn lässt? Hat man ernsthaft geglaubt, man müsse selbst die eigene Leistung nicht wieder hochfahren, sondern dass es reichen würde, sich auf eventuelle Ausrutscher der anderen zu verlassen?

Echt jetzt: Was haben wir Euch eigentlich getan, dass unsere Hoffnungen mal wieder dermaßen vor den Kopf gestoßen wurden? Nach den „Glorreichen Sieben“ und „The Sixth Sense“ ab kommenden Dienstag also „Fünf gewinnt“. Nach wie vor ist ja alles möglich, aber wenn auch Ihr keine Helden der Hafenstraße werden wollt, dann teilt es uns bitte schon vor Anpfiff mit. Oder Ihr reißt Euch endlich wieder am Riemen, beim Teutates, und vermöbelt den SV Lippstadt so richtig. Ganz vielleicht spielt uns dann auch die Fortuna mal wieder in die Karten. Es kann ja nur besser werden nach diesem Auftritt! Vielleicht hat ja jemand Zugriff auf das Rezept für den Zaubertrank von Miraculix. Denn etwas in der Art bräuchte unsere sportliche Abteilung gerade ziemlich dringend. Aber bloß keine Kleeblätter darin einrühren.