Tröpfcheninfusion

Der Fußballfan an sich ist ja schon eine besondere Spezies: Monatelang wird vor allem im Falle chronischer Erfolglosigkeit das Ende einer Saison herbeigesehnt, nur um sich einen Tag später schon wieder auf die kommende Saison zu freuen. Das ist ja das Lebendige, Aufregende am Fußball: Es geht immer weiter. Aber, das hat uns ja schon Oliver Kahn gelehrt. Trotzdem offenbart die Zeit zwischen den Spielzeiten auch ein Problem: Es gibt keine Spiele, die es zu besuchen gilt, keine Ergebnisse über die es sich aufzuregen lohnt, keine neuen Erkenntnisse in der Beziehungskiste Fans, Verein und Polizei usw. Ergo: Der Fan wartet geradezu sehnsüchtig auf jede neue Meldung und liegt somit auf der emotionalen Intensivstation. Kommen doch neue Meldungen eher tröpfchenweise, denn als großer Aufguss. Die Infusion bei RWE hat bislang Folgendes ergeben: Fünf Neuzugänge gilt es bislang zu vermelden, allesamt aus der dritten, bzw. der Regionalliga. Im groben Raster lesen sich die Verpflichtungen so: routinierter Allrounder, quirliger Youngster, treffsicherer Stürmer und Führungsspieler. Speziell das Mannschaftsgefüge bedarf ja einer Auffrischung, gab sich die Mannschaft der letzten Saison doch eher dem antiautoritären “ich hab ihn, nimm Du ihn” , denn jeglicher Form von Verantwortung hin. Und ein weiterer, erfolgreicher Stürmer zur Entlastung von Sascha Mölders ist auch ein guter Ansatz. Trug er doch zu schwer an der Erwartungshaltung, als Essener Junge den Verein im Alleingang zum Aufstieg zu schießen. An der Seitenlinie hat sich noch nichts Neues ergeben. Nach dem Flop Middendorp tut der Verein in Form von Thomas Strunz gut daran, diese Personalie in aller Ruhe anzugehen. “Plan B” steh ja weiterhin zur Verfügung: Der Vertrauensfrage positiv entledigt, agiert Thomas Strunz als Teamchef und Lizenzinhaber Ralf Aussem übernimmt die tägliche Trainingsarbeit. Ein Drahtseilakt für Thomas Strunz, sozusagen “Lex Magath” in der vierten Liga. Und dann ergab die Infusion noch einen kleinen Tropfen Stadionauffrischung in den Fan- Kreislauf: Das VIP Zelt im Bereich der Westkurve wurde abgebaut, um auf dem Parkplatz hinter der Haupttribüne wieder aufgebaut zu werden. Grund der Maßnahme ist scheinbar folgender: Platz zu schaffen für Baufahrzeuge. Auch Menschen mit Bauplänen, Markierungen oder ähnlich Wünschenswertes wurden schon gesichtet. Etwas irritiert bin ich aber von der Aussage Thomas Strunz in der Revier Sport: Da der RWE nicht der Bauherr ist, wisse man nicht, wann gerade was passiert. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, das der “Ankermieter” Verein und die Stadt eng zusammenarbeiten. Der Stadionbau wird weiter ein aufregendes Thema bleiben, steht „er“ doch einmal mehr in der Kritik, nachdem die Stadt Essen eine Sparwelle verordnet hat.

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