Alles zurück auf Anfang?

Abfahrt Dreieck Bottrop, der Abendhimmel begann sich glutrot zu färben und im Autoradio gab Elton John seinen “Song For Guy” zum Besten. Bis dato war ich mir überhaupt nicht klar darüber, warum ich doch wieder Richtung Hafenstrasse unterwegs bin. Es sprach doch fast alles dagegen. Bis hierhin. Die Verbindung von Himmel, Musik und Straße war der Schlüssel: Es sollte einfach so sein, und ich hatte für einen kurzen Moment das Gefühl zu spüren, wer mich da auf den Weg geschickt hatte. Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung: Schon die Anreise verlief entspannt: Vor zwei Wochen noch seiner Grundrechte als freier Bürger beraubt, konnte die Hafenstrasse diesmal voll befahren und auch zu Fuß passiert werden. Auch die gute, alte Nordtribüne, bzw. deren noch existenten Blöcke waren wieder für die RWE Fans zugänglich. Im Klartext: Endlich wieder im Block “M”. Zeit, auch hier endgültig Abschied zu nehmen, nachdem ich in dieser Woche schon schweren Herzens, aber an richtiger Stelle, eine Telefonnummer gelöscht habe. Den Einlauf und die ersten Minuten des Spieles habe ich somit eher sekundär wahrgenommen, schnell wachgerüttelt aber schon in der dritten Minute: Die Führung durch den ersten Saisontreffer von Markus Kurth. Im Anschluss daran entwickelte sich ein Spiel, welches sich nicht durch spielerische Glanzpunkte auszeichnete. Oft gab es auch das “lange Holz” nach vorne. Aber, und das macht es letztendlich aus: Die RWE Mannschaft kämpfte um jeden Ball. Herrlich wie da gerannt, gegrätscht und nie aufgegeben wurde. Manchmal kam man sogar über den Kampf zum Spiel (Floskel) und wechselte gekonnt die Seite oder konterte im eigenen Stadion den Gegner aus.Ein solcher Konter über nur drei Stationen führte dann in der 41. Spielminute zum 2:0 durch Sascha Mölders. Ein langer Ball von Schnier wurde gekonnt angenommen und wunderbar in den rechten Winkel vollendet. Da die Abwehr bisweilen immer noch recht wackelig daherkommt, hatte ich erst ab der 93. Minute das Gefühl des mittlerweile durchgelutschten Dropses. Nach diesem letztendlich aber verdienten Sieg brachen zwar keine Dämme, und Mannschaft und Fans haben sich sicherlich noch nicht dauerhaft versöhnt, aber es war ein Schritt in die Richtung, die man an der Hafenstrasse sehen will: Fußball mit Leidenschaft. Kein Vergleich mehr zu dem Gewürge des letzten Heimspiels. Und damit komme ich zurück zur Kernaussage: Alles zurück auf Anfang? Nun, die Mannschaft hat auch ohne Thomas Strunz bewiesen, dass die Botschaft “gemeinsam stark” durchaus umgesetzt werden kann. Manchmal geht es halt nicht mehr zurück auf Anfang. Vielmehr sollte alles bisherige mitgenommen, als Erfahrung verbucht und sich auf den ein oder anderen Höhepunkt in Form von drei Punkten gefreut werden.

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