Urheberrecht

Montag, Dezember 29, 2008

Gedankenspiele

“……..……..Die Stadionfrage hat mal wieder einen netten kleinen Nebenschauplatz eröffnet: Der RWE und der benachbarte RWO sollen gemeinsam ein Stadion betreiben. Natürlich findet dieser Plan keinen großen Zuspruch, hat doch der RWE in Liga 4 noch immer mehr Zuschauer im Durchschnitt als der Nachbar RWO in Liga 2. Das deren Stadion allerdings auch mehr als sanierungsbedürftig erscheint, ist mir noch lebhaft in Erinnerung. Und so war der Sturm der Entrüstung dort nicht wirklich groß. Ich stelle mir gerade vor, was los wäre, wenn in Richtung andere Stadtgrenze gedacht würde. Ich habe mir den Gedanken trotzdem einmal plakativ vor Augen geführt und das „Stadion“ zwischen Oberhausen Mitte und Essen Frintrop plaziert. Und da „O“ und „E“ als Umlaut „Ö“ ergeben, ist der Name Programm…………….”

Soweit erste öffentliche Gedanken zu einer gemeinsamen Stadionnutzung der Nachbarn Rot Weiss Essen und Rot Weiß Oberhausen Ende 2008, die ich dann einmal recht einfach plakativ umgesetzt habe. Zum Glück blieb es bei diesem Gedanken, und auch aus meiner “Umlauterei” wurde natürlich und völlig zurecht nichts. So ganz in Vergessenheit geraten ist die Idee leider nicht, denn ausgerechnet der Regierungspräsident Büssow schlägt noch einmal in der Printausgabe der WAZ vom 04. Januar 2010 vor, dass sich RWO und RWE doch gemeinsam ein neues Stadion teilen sollen. Hier unterstelle ich einfach pragmatische Absichten in dem Wissen, dass auch das Niederrhein Stadion nicht wirklich zu höheren Weihen taugt, alsbald einer Modernisierung bedarf und auch der Nachbar finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. Ein Stadion für zwei Nutzer wird in Düsseldorf sicherlich eher “abgenickt” werden, als ein Neubau in Essen und die geplante Modernisierung in Oberhausen zwischen Emscher und Rhein Herne Kanal. Ein Stadion zu teilen: Für den traditionellen und erst emotional denn sachlich reagierenden Fußballfan eine grausame Vorstellung. Für die Linke Ratsfraktion stellt diese Überlegung nun ein Vergnügen dar, welches ihrer Meinung nicht einmal weit genug geht: Ähnlich wie früher Städte können doch beide Vereine zusammengelegt werden. Sprich: Fusion! Und da kommt die Linke doch tatsächlich wieder mit den Umlauten daher: “RWÖ” sollte der neue Verein heißen. Ja liebe Stammtischpolitiker, und wie dann weiter? Rot Weiß Öberessen, oder Rot Weiss Essenhausen? Und dann die Grundlagen einer Fusion: RWO stellt das Team, und RWE die Fans? Einen deutlicheren Beleg dafür, wie weltfremd dieses Ansinnen einer Entwurzelung gewachsener Fußballtraditionen ist, gibt es wohl nicht. Nun sehen wir RWE´ler immer noch gerne auf den RWO herab, die Ligatatsachen gerne verdrehend, aber hier gilt es einmal ganz deutlich eine Lanze für den Nachbarn zu brechen: Für jeden treuen Fan der Oberhausener ist es ein verbaler Schlag ins Gesicht, hier überhaupt keine Erwähnung zu finden. Und auch die Leistung von Hajo Sommers, den Verein mit kleinem Etat wieder zurück in die 2. Bundesliga zurückzuführen wird hier nicht erwähnt, trotz des Gedankens, diese Mannschaft ja für den fiktiven “RWÖ” auflaufen zu lassen. Unser RWE hätte somit in der Tat nach momentanen Stand der Dinge lediglich sein unglaublich großes Fanpotenzial mit einzubringen. Das aber, würden wir nicht machen wollen, das Selbstverständnis allein steht dabei schon im Wege. Nein, liebe Politiker der Linken Ratsfraktion: Es gilt hier die Leistung des SC Rot Weiß Oberhausen zu würdigen, aber nicht an seiner Identität zu kratzen. Und der RWE, der sollte sich ein Beispiel am Wege des Nachbarn nehmen und versuchen, diesen in ähnlicher Weise einzuschlagen. Aber noch, noch lebt der RWE und ist er auch zum Spielball von Politikern und Wirtschaftsbossen „verkommen“: Solange noch ein Fünkchen Hoffnung für diesen Verein glüht, taugt er nicht zu umlauteren Gedankenspielchen. Nicht einmal am Stammtisch. Und schon gar nicht in Borbeck.

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