Stimmungsmache

Rund 10 Wochen haben die Spieler des heimischen SV Eintracht kein Ligaspiel mehr bestritten. Die Winterpause, Winter ohne Pause sowie der Rückzug des VfL Germania Leer hatten zur Folge, dass das nächste Spiel erst am 07.März hier am Heideweg in Nordhorn angepfiffen wird.

Auch das Thema Insolvenz hat sich in den Winterschlaf begeben, findet doch eine öffentliche Diskussion kaum statt und arbeiten Entscheidungsträger hoffentlich weiter an einer Lösung, die in den GN schon einmal angedacht wurde. Es gibt also einmal mehr wenig zu berichten über das einstige Flaggschiff der Stadt Nordhorn.

Das kann so jetzt nicht sein, dachte sich also ausgerechnet der Handballaffine Sportjournalist der GN und platzierte direkt neben dem Vorbericht für das abendliche Handballspiel einen “Querschläger” unter dem Titel: “Nordhorn,Neid und Narren”. Einmal mehr bewies der Journalist, dass eine Kommentarspalte wunderbar dazu genutzt werden kann, um mal wieder ein wenig Öl in das Feuer zu gießen, welches zum Glück nur noch ganz schwach köchelte.

Ich würde gerne den ganzen Text hier wiedergeben, bin mir aber nicht ganz sicher, ob das rechtlich erlaubt ist. Von daher zitiere ich vielleicht Passagen, möchte aber definitiv mein Unverständnis über diesen Artikel zum Ausdruck bringen. “Das die Weinroten möglicherweise von der Bildfläche verschwinden, macht die Funktionäre anderer Vereine in der Kreisstadt schon ganz närrisch. Höhnisch reiben sich da manche die Hände”. Da hat der Autor zu Beginn des “Querschlägers” festgestellt, dass Karneval vorbei ist, um sich dann selber der 5. Jahreszeit argumentativ zu bedienen.

Und dann ist es doch so ein alter Hut, dass die Vereine in und um Nordhorn herum in ungesunder und blockierender Rivalität zueinander existieren, und auch der SV Eintracht in der Vergangenheit viele Imagefehler begangen hat. Ich kenne aber hoffentlich keine Funktionäre anderer Vereine, die sich ob eines Verschwinden des SV Eintracht närrisch die Hände reiben würden. Zu schnell könnte es auch den eigenen Verein treffen. Dieses Unterfangen unterstelle ich einfach mal dem Verfasser des heutigen Querschlägers. “Brandaktuell” natürlich auch der Hinweis auf die neue Tribüne am Heideweg, die mittlerweile schon im vierten Jahr an Ort und Stelle steht, so neu also nicht mehr ist.

Auch damit können keine Nadelstiche mehr gesetzt werden, sondern glänzt hier eher Desinteresse: Das Stadion ist ein städtisches Stadion, und der SV Eintracht hatte nicht allein vor, in dieser Dimension zu bauen. Allen war klar, dass in diesem Stadion jeweils der ranghöchste Verein der Grafschaft zu spielen hat, auch wenn es auf dem Gelände des SV Eintracht steht und für uns Fans stets der “Eintracht Platz” bleiben wird. Im übrigen steht die Finanzierung der Tribüne weiterhin und sind Ligabetrieb, Altlasten und ausbleibende Sponsorengelder der Grund für den Vorhof zur Insolvenz.

“Als Sambadrom für den benachbarten Karnevalsclub Alemannia ist es wohl zu klein”. Welch seriöser Journalismus, welch ein Zusammenhang. Wir können die Tribüne nicht mehr wegdiskutieren, aber wenigstens sollte fachlich darüber berichtet werden. Kein Wort natürlich davon, dass schon Spiele im Stadion stattgefunden haben, die ohne Tribüne so nie in Nordhorn zustande gekommen wären. Und auch manch Derby viele Zuschauerplätze auf der Tribüne belegen konnte. Aber, das war ja nicht Sinn des “Querschlägers”. Hier sollte einmal richtig von hinten in die Beine getreten werden, ohne das der Ball auch nur in der Nähe ist. Eigentlich sollte nicht darauf reagiert werden, aber ich falle gerne mit hochroten Wangen und erhöhtem Blutdruck darauf rein.

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