Ulli, Bernd, Mirko und Matthias. Christian, Ruud, Demba und …..Fußball ?

Das neue Jahr hat uns doch noch gar nicht viel (gespielten) Fußball gebracht. Aber es beschleicht mich ein Gefühl, als ob sich Adi Preißler momentan im Grabe umdrehen dürfte. Sein oft zitierter Ausspruch „Grau ist alle Theorie – entscheidend is auf`m Platz“ hat zur Zeit mächtig an Bedeutung verloren. Natürlich ist es nichts besonderes, wenn es hinter den Kulissen hoch her geht, Personalwechsel anstehen respektive Trainerköpfe rollen. Nur momentan erleben wir den Fußball in einer vierten Dimension: Es brodelt an vielen Stellen und, das ist ganz neu: Oftmals weiß keiner mehr warum, so kommt es mir jedenfalls vor.

Umdenken ist angesagt bei Fans und Journalisten: Das Spiel, dieses wunderschöne.. oftmals nur noch die Randerscheinung im Fadenkreuz der Offiziellen und Verantwortlichen. Beispiel FC Bayern: Im Spielbericht sind die „Außenstehenden“ Louis van Gaal und Uli Hoeneß öfter im Bild als manch Spieler. Das geht dann so: Spielszene – Schwenk van Gaal – Schwenk Hoeneß – Gestik und Mimik wird kommentiert – Schwenk zurück…kurz wenigstens… Aber kann noch irgendwer rekonstruieren, worum es nun im Detail geht? Sicher auch um einen Torwartwechsel, der augenscheinlich ohne sportliche Not vorgenommen wurde. Vorrangig aber doch nur um Macht. Und ich ertappe mich dabei, wie ich als Außenstehender abrücke von einem Uli Hoeneß, trotz meiner Sympathie für seine soziale Ader. Der Verein hat einen Top Trainer, der stur seinen Weg geht und endlich einmal die Stirn hat, den Granden in München selbige zu bieten. Das macht sogar Herrn Beckenbauer sprachlos, denn jener hat bis dato noch keinen flotten Spruch zur Situation riskiert (und auch Lothar M. hat sich noch nicht zu Wort gemeldet). Ende offen.

Oder Hannover, was wird da den Journalisten als Diktat auferlegt ? Kollektiver Jubel in allen Gazetten ist doch angezeigt ob einer Saison, wie sie Fußball Hannover noch nicht erlebt hat. Das die Beziehung zwischen Trainer, Manager und Präsident eher einem Trio Infernale denn einem flotten Dreier gleicht, ist ja hinlänglich bekannt. Nur heilt doch oft der sportliche Erfolg die zwischenmenschlichen Vertragswunden. Nein, in Hannover dieser Tage eben nicht. So wurde auch hier, scheinbar ohne Not, der Torwart ausgewechselt. Gerade an dieser Stelle hebe ich den moralischen Zeigefinger: Wenn es die sportliche Situation nicht zwingend erfordert, hätte ich nicht jenen Torwart gewechselt, der unter einem emotionalen Druck stand, wie ihn vorher noch kein zweiter Torhüter erlebt hat. Florian Fromlowitz hat diesem Druck standgehalten und wenn der Trainer nicht mehr weiß, wie groß dieser war, dann sollte sich Herr Slomka einmal die Bilder der letzten Saison aus Bochum anschauen. Direkt nach Abpfiff. Natürlich aber können Gründe vorliegen, die sich dem Außenstehenden verschließen.

Augenscheinlich sind aber immer mehr vertraglichen Abgründe, in die sich der Fußball hineinmanövriert hat. Oder siegt die Gier über die Gabe, auch einmal zufrieden zu sein, mit dem was man hat? Wie viele Fußnoten muß beispielsweise jener Vertrag haben, den Mirko Slomka in Hannover unterschreiben würde? Geraten Jahre im Abseits durch eine gute Saison direkt in Vergessenheit, um auf scheinbar attraktivere Trainerstationen zu hoffen? Der Schuß kann ganz schnell nach hinten losgehen, und anstatt in Hamburg oder Wolfsburg auf der Bank wird gestempelt. Der Gang zur Arbeitsagentur bleibt Ruud van Nistelrooy wohl erspart, allein auch ihn drückt der Torschuh, dem Armen. Möchte er doch zu dem Verein, der um ihn wirbt. Ich glaube, das ist exakt jener Verein, der ihn vor einigen Monaten quasi abgeschoben hat. Um gegen nun mögliche Vorgehensweisen des wechselwilligen Spielers gewappnet zu sein, sollte der HSV bei Demba Ba nachfragen. HSV ? Genau, die Perle aus Hamburg, Dino der Liga und doch zur Zeit eher ein Schwank aus dem Ohnsorg Theater. Matthias Sammer war es, der den Hamburgern erst seine Bereitschaft und dann die lange Nase zeigte.

Es wird Zeit, das der Fußball wieder in den Mittelpunkt rückt. Und in diesem Sinne: Der RWE hat am Wochenende zwei Testspiele gegen höherklassige Teams verloren und der SV Eintracht sein erstes Ligaspiel im neuen Jahr gewonnen. Ohne Nebengeräusche.

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