Fortuna Kasachstan

Männer kommunizieren ja bekanntermaßen nicht in einem Umfang, wie es das schönere Geschlecht bisweilen zu tun vermag. Ein: „Wie isset?“ als Fragestellung mit „Scheisse isset!“ beantwortet, und die Sache ist klar. Da dieser epochale Dialog zweier RWE Fans allerdings vor dem Fortuna Spiel stattfand, steht zu befürchten, dass es dem antwortenden Fan nach dem Spiel auch nicht gerade besser ging.
Womit auch dem Unwissenden nun klar ist: Das Spiel des RWE gegen die Kölner Fortuna wurde mit 0:1 verloren. Das knappste aller Ergebnisse als Schlag ins Kontor aller sportlichen Träume. Nach  den ersten Minuten vermochte man selbst auf das Spielfeld zu rennen und die schmächtigen Spieler des RWE vor der anrennenden Überzahl der mindestens drei Meter großen Fortunen zu schützen. Sparta reloaded. Natürlich hatten auch die Kölner nur Elf Spieler auf dem Feld, übten aber direkt  mit Anpfiff solch Druck aus, so dass der RWE kaum zu einem geordneten Spielaufbau kam. 
Zudem gab es direkt ordentlich auf die Socken und wusste auch der Gästetrainer mit einer eigenen Auslegung von Coaching und deren Zone gut zur zwischenzeitlichen Hektik und Motivation seiner Mannschaft beizutragen. Die Taktik, dem RWE dadurch die eigene druckvolle Anfangsphase zu nehmen, ging voll auf und wurde absehbar mit der Führung belohnt. 
Kommentiert wie folgt von einem Zuschauer in der Nähe: „Immer wenn ich hier bin, verlieren die“. Super, was machte der dann überhaupt im Stadion, dazu bei dieser Kälte ? Die Spieler des RWE bemühten sich nach Kräften aber erfolglos, in das eigene Spiel zu finden. Eine Anstrengung, welche von den Rängen mit ausdauernder Anfeuerung honoriert wurde. Machten dann beide Tribünen mit, war zudem im Gästeblock Bewegung zu erkennen und Anfeuerung zu hören, dann ist die Liga für einen kurzen Moment wirklich egal. Oder das Kasachstan Spiel in wärmerer Umgebung. 
Die zweite Halbzeit brachte insgesamt keine fußballerische Steigerung mit sich, wohl aber eine leichte Verschiebung in Richtung Kölner Tor. Die Einzelaktion, die es an diesem Abend zu einem Torerfolg bedurfte, kam aber nicht. Höchst unkonventionell bisweilen die Positionsverschiebungen einiger Spieler, ähnlich der schönen Eigenart, wie unser Trainer seine Mützen zu tragen pflegt. Aber auch das alles ohne Erfolg gekrönt und von unglaublich sicher stehenden und agierenden Fortunen verhindert. 
Es blieb also bei einer weiteren knappen Niederlage in der Festung Hafenstraße. Eine Niederlage, die dem erfahrenen Zuseher schon nach wenigen Spieleindrücken schwante, fand kaum ein Spieler an diesem Abend seine Normalform oder den Ball wie gewohnt am Fuß wieder. Und suchen war ja noch verboten, da Fastenzeit. Den Zeitpunkt einer Niederlage sucht sich nun keine Fan oder Spieler freiwillig aus, und die restliche Saison ohne eine solche zu überstehen, daran hat auch wohl keiner geglaubt. 
Der Zeitpunkt ist es also, der so dumm daherkommt. Wir waren dran, sogar drauf und dran. Richtig nah dran geradezu. Hätten einen „Großen“ ärgern können, das nächste Spiel vor Augen, welches als Auswärtsspiel getarnt ist. Da wir aber Rot Weiss Essen sind, sieht die Welt bei einem möglichen Auswärtserfolg in und bei Kray schon wieder ganz anders aus. 
Anders die rot weisse Welt gerade in den Medien. Eine nicht zitierfähige Tapete zieht seine Kreise und schert in den Redaktionsstuben bisweilen alle über einen Kamm. Beeindruckend daher eine schnelle Stellungnahme des Vereins. Beeindruckend neben den klaren Worten der Absage und Entschuldigung aber auch die Botschaft, die uns Fans erreicht: Rot Weiss Essen will kein Klatschpappenpublikum, sondern weiss um seine Anhänger und nimmt sie so wie sie sind. Setzt auf Kommunikation und Fanprojekt. Duldet Kritik und unterstützt Fanangelegenheiten. In Zeiten, wo sogar schon auf St. Pauli Wunderkerzen verboten werden, ein hohes Gut für Fans, die ihre Leidenschaft noch ein wenig selbstbestimmt ausleben wollen. 

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