West Side Story! Riff & Bernardo

Der zweite Akt der West Side Story war ein schlechter mit akzeptablem Ausgang. Liegst Du 0:2 hinten und erkämpfst Dir dann noch ein 2:2, ist es nach Abpfiff ein gewonnener Punkt, soweit der Fakt. Vielleicht war es ja das sogenannte Premierenfieber, welches die Spieler pünktlich zu ihrem ersten Punktspielauftritt der neuen Spielzeit befiel.

Das erste Punktspiel vor fast 4.000 Zuschauern weniger, als noch am Dienstag gegen Werder Bremen C vor Ort waren. Das überraschte schon ein wenig. Aber drei Heimspiele in einer Woche sind eine Hausnummer, es ist noch Ferienzeit und vielleicht ward der zweite Akt auch als der unattraktivste eingestuft.

Noch einmal an die Grundregel des Fußballs erinnert, dass eine Eintrittskarte nicht automatisch einen glanzvollen 8:0 Erfolg beinhaltet, stockte den anwesenden Fans doch recht schnell der Atem, als unsere Mannschaft den Bayer Spielern hinterher laufen musste, statt ein Heimspiel aufziehen zu können. Schnelle Konsequenz daraus das 0:1 nach neun Minuten. „Das kann doch einen Essener nicht erschüttern“ schallte es als Antwort darauf von der Westtribüne, welche mit einer wunderbaren Akustik daherkommt.

Eine Antwort auf dem Feld von Essener Seite auf das Gegentor gab es nicht wirklich. Zu umständlich wurde agiert, vor lauter Übereifer stellte man sich selber zu und machte die eigenen Räume eng. Kein Überraschungsmoment, kein Durchkommen, kein Flügelspiel, zu langsam. Ballverluste, die bisweilen von demjenigen zurückerobert wurden, der eigentlich mit Flanken gefüttert werden sollte. Vorbildlich aber auch diesmal wieder der Einsatz. Angst essen vielleicht Seele auf, aber das tut der Grätsche keinen Abbruch. Und da das Publikum diese Maloche stets anerkennt, gab es zur Pause zwischen Kenntnisnahme und aufmunternden Applaus auch nicht viel anderes zu hören.

Anpfiff zweite Halbzeit: Bayer bekommt den Ball, unsere rennen hinterher und schwupps steht es 0:2. Die Anfeuerung reduziert sich für die nächsten Minuten auf den Stimmungskern, erste zaghafte Pfiffe werden laut, bisweilen gar Unmutsäusserungen bei einzelnen, wirklich verunglückten Aktionen. Wird dann der Ball aber noch von der Seitenlinie gekratzt, applaudiert auch der zuvor Unzufriedene. Für das bisweilen gebotene war es aber nun wirklich nicht so, dass das ganze Stadion gegen die Mannschaft Musik gemacht hat, wie es unser Trainer nach dem Spiel dem Regionalliga West Kanal gegenüber zu Protokoll gab.

Hier hätte ich mir durchaus konstruktive Kritik an der Mannschaft gewünscht, denn die war berechtigt und kann nur weiterhelfen. Jeder wird wissen, dass des Trainers Vorgabe nicht dieses Spielverhalten war. Das Stadion war eigentlich zu jeder Minute wohlwollend bei der Sache. Und wie schnell dann zu hundert Prozent, war ja nach der Elfmetersituation, sowie den beiden eigenen Toren zu erkennen. Der Elfmetergrund war ein übles Foul, aber nicht innerhalb. Und wenn es sich vom Rudel bis zur Ausführung dann so lange hinzieht, ist ein Scheitern vom Punkt fast zwangsläufig. Trotzdem hat Christian Knappmann hier die Verantwortung übernommen und sich durch seinen Einsatz nicht nur den Ausgleich redlich verdient sondern auch unselige Diskussionen im Keim erstickt.

Ein Unentschieden also, welches uns von der Relegation soweit entfernt, wie die Meisterschale von Gelsenkirchen. Uns wieder auf den Rasen der Tatsachen zurückbringt. Besonders auf den Rasen, denn nachdem wir nun unseren Verein in den letzten Monaten und Jahren eindrucksvoll als etwas ganz besonderes und lebenswertes gewürdigt haben, ist es nun wieder an den Spielern, aus dem RWE einen Verein der Zukunft zu machen. Vielleicht auch ein Grund für die schweren Beine in diesem Spiel.

Schon Dienstag aber können wir uns im dritten Akt der West Side Story davon überzeugen, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass Mannschaft und Trainer die richtige Antwort auf des gestrige Spiel finden werden. Wie gesagt: „Das kann doch einen Essener nicht erschüttern….“

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