Korrelation

Es hat mich schon lange kein Buch mehr mitgenommen, wollte in einem Rutsch gelesen werden. Mal war es das Leben, mal das Buch. Doch urplötzlich und ohne Vorwarnung  sind da Sätze wie: „Wollte ich einen Sportlerkörper, müsste ich was mit einem Sportler anfangen“ oder „Auswärts ist da, wo die anderen mehr sind“. Das Nichts ist natürlich ein Buch.

Geschrieben von Stefanie Fiebrig, gelesen in wenigen Tagen. Kenne ich nicht, werden die meisten denken. Kenne ich auch nicht wirklich. Aber, ich durfte sie kennenlernen, sie war mir Hilfe zudem. Und noch mehrere der Protagonisten in diesem Buch. Menschen, Fußballfans allesamt, die ich mag. Wenige gemeinsame Momente reichten aus, um dieses Gefühl zu manifestieren. Ermöglicht durch dieses Internet.

Ich durfte sogar in der berühmten Küche zu Gast sein, dort wo die Textilvergeher aktiv sind. Einige in Essen an der Hafenstraße begrüßen. Erfreute mich an wenigen Mails mit Andora, dem ein Kapitel gewidmet ist. Habe einfach mal Andreas Lorenz angerufen, da ich eine Frage hatte. Bekommen habe ich ca. 45 Minuten Leidenschaft für das geschriebene Wort. Einen persönlichen Nachschuss.

Ich fühle mich also wohl „inmitten“ dieser Menschen. Auch heute noch und trotz  der Tatsache, dass weder der 1.FC Union noch die Hertha in naher Zukunft mal wieder an der Hafenstraße auflaufen werden. Stefanie Fiebrig kann fotografieren, so richtig und erlernt. Das alleine macht einen Menschen für mich ja schon interessant. Ich würde das nämlich auch gerne können. Macht „nebenbei“ noch in Garten, Fußball und nicht zu vergessen: Familie.

Das Buch also: Unterteilt, wie das bei Büchern so ist, in Kapiteln. Kapitel, die persönliche Einblicke gewähren. Retroperspektive beruflicher und privater Natur. Stets flüssig erzählt, schmunzelt man ob der Tatsache, dass der ebenso sympathische Herr Fiebrig bei der ersten Begegnung zwar Brille, aber keine Frisur trug. In Nebensätzen klingt nicht selten Kritik durch. Kritik daran, dass der Fußballfan eben nicht mehr überall einfach nur noch Fan sein darf. Das sich Grenzen verschoben haben.

Diebische Freude über einen Tag mal ohne Kinder, ungeplant begangen natürlich an einem unterklassigen Spielfeldrand, lässt verständnisvoll lächeln. Der niedergeschriebene Verlust über einen Freund stimmt traurig. Alles immer stimmig, fröhlich und mit der Lust am Leben und der Liebe zum Fußball erzählt. Das Kapitel über den Stadionumbau der alten Försterei sollte ein Lehrstück für alle zukünftigen Stadionplaner werden. Ein Stadion, geplant für Fans und optimale Arbeitsbedingungen der Waschfrau, anstatt den Vorgabenkatalog abzuarbeiten. Lesenswert. Nein: Nachahmenswert.

Lange Rede, kurzer Sinn: Kauft dieses Buch. Es kommt von Herzen. Und der Chronistenpflicht halber: Frank Goosen war es, der mich zuletzt mitgenommen hatte. „So viel Zeit“. 20140814_Buch_11

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