Front of Stage

Der bajuwarische Verbandsfürst und DFB-Vize in Personalunion hat eine Idee: Er möchte die Regionalliga durch eine weitere Reform nicht reformieren, sondern augenscheinlich verschlimmbessern. Besser nicht weiter darüber nachdenken, ist wirklich schlimm. Daher hier an dieser Stelle auch keine weiteren Ausführungen zu dieser sportlichen Antithese namens Regionalliga. Man stelle sich einmal vor, der FC Schalke wird endlich wieder Meister, also der zweiten Liga…und darf nicht aufsteigen.

Wie dem auch sei: Es drohen also noch mehr Aufstiegsspiele. Noch mehr zerplatzte Träume, inklusive noch mehr negativer Emotionen, die sicher auch manch Stadionzaun nicht gut tun. Und da kontern wir nun mit einer eigenen Idee, um wenigstens auf den Rängen die Schärfe aus dem Spiel zu nehmen: Fans aller, zu den Aufstiegsspielen gezwungenen, Vereine bekommen für die Spiele einen eigenen kleinen „Front of Stage“ Bereich rund um ein Fluchttor der jeweiligen Tribüne eingerichtet.

Platzsturmwillige melden sich dafür im Vorfeld beim Verein ihres Vertrauens, um in diesen besonderen Bereich zu gelangen. Natürlich sind die Karten etwas teurer, aber dafür ist man auch nahe dran am Geschehen. Mit dem Erwerb einer solchen Karte bekommt der Fan nicht nur das Recht auf einen Platzsturm, sondern auch eine Sturmmaske in den Vereinsfarben überreicht. Nach Spielende kann der Platzsturmwillige zusätzlich ein Foto mit mit einer Actionszene seiner Wahl beim Ordnungsdienst abholen. Für nur 20€ mehr können zusätzlich Grüße oder Wünsche benannt werden, die von Steffen Simon während der Übertragung öffentlich vorgelesen werden.

Nun zur Praxis: In der 75. Minute wird der Ordnungsdienst das Fluchttor öffnen, und die Front of Stage Besucher des zurückliegenden Vereins dürfen auf den Platz. Zeitgleich wird das Spiel geordnet und vom DFB genehmigt unterbrochen. Die Platzsturmwilligen können sich nun  vor dem Tor „knubbeln“, oder auf dem Platz Spielerautogramme abholen. Sie dürfen Richtung Fanblock gegnerische Mannschaft rennen, einmal kurz winken oder fangen spielen mit Laiendarstellern in Uniform. Nach exakt 15 Minuten geht es wieder zurück in den Front of Stage Bereich. Das Spiel wird wieder angepfiffen und kann somit völlig geordnet über die Bühne gebracht werden. Eine Win-win-Strategie für alle Beteiligten also. Hysterie fehl am Platz, keine Sach- und Personenschäden, keine negative Presse.

Das nun trotzdem einer der beteiligten Vereine als Verlierer aus dieser Relegation hervorgehen wird: Das ist und bleibt der eigentliche Skandal. Nicht nur die frei drehenden Emotionen derer, die sich ein weiteres Jahr um sämtliche Hoffnungen und Mühen auf und neben dem Feld betrogen sehen! Lieber DFB, natürlich ist diese „Front of Stage“ Idee total bescheuert. Aber dieses Konstrukt namens Regionalliga und deren Aufstiegsmodalität, das ist aktuell noch bescheuerter.

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