Den Rubikon überschritten.

Ok, es ist an der Zeit, Klartext zu schreiben und zu riskieren, dass die Meisten diese Wahrheit nicht ertragen und hier abspringen werden.  Aber, ich habe mich dazu entschlossen, weil alles andere so langsam in eine Art Selbstgeißel abdriftet! Also: Unser geliebter Verein ist auf dem, wo wichtig ist, Viertklassig! Und wir können momentan gerade nichts daran ändern, bleiben es vielleicht bis zum jüngsten Tag. Wir spielen aber  nicht die Spiele. Wir verfolgen sie lediglich. Nein, wir leben sie! Und wir leben sie mit einer Erwartungshaltung, die unsere Spieler nicht im Ansatz erfüllen können.

Wir sind das hässliche Entlein Liga Vier in des Königs Kleider Rot-Weiss Essen. Vielleicht sind unsere Finanzen zu gut, das Stadion zu groß, die Angebotspalette Fanshop zu exorbitant; Faninitiativen zu aktiv und tanzen wir auf vielen, manch einem zu vielen, Hochzeiten. Beziehen Stellung außerhalb, anstatt das Stellungsspiel auf dem Platz zu beherrschen. Wir posten Termine anstatt termingerecht zu punkten. Schreiben immer wieder davon, den Mund abzuwischen und weiterzumachen. Den Bock umzustossen. Von der Kuh wage ich ja gar nicht zu schreiben. Sehen wir doch endlich den Tatsachen in die Augen: Wir haben den Rubikon Richtung sportlicher Bedeutungslosigkeit schon lange überschritten. Wir haben so manch einen vom Hof gejagt. Haben wütend aufgejault, wenn es wieder  nicht den erwarteten Dreier gab. Wir sind doch schon lange sportlich untergetaucht.

Was nützt es denn, einmal in drei Jahren von der Sportschau im DFB Pokal als schlafender Riese tituliert zu werden, wenn wir weder schlafen, noch Riese sind. Wir sind klein. Punkt! Amateurverein. Auch! Und nun können wir nicht einmal mehr mit aktiven Fans auswärts punkten oder für Schlagzeilen sorgen. Wir kommen nach Köln zu einer Zweitvertretung in deren Zweitstadion. Wetter doof, Anfahrt doof. Anfeuern doof. Alles doof. Der RWE reiste vielschichtig an. Bis auf die Mannschaft, die im Bus gemeinsam anreiste. Diesen zu entleeren zeigt die Hierarchie einer Mannschaft. Bei uns haben demzufolge Rotsünder und A- Jugendliche zu schleppen. Ein freundliches „Hallo“ kam derweil nur einem einzigen Spieler über die Lippen. Aber, war in Ordnung so, wir standen nur in Busnähe, weil ein Baum Schutz vor dem Regen bot.

Ich nun, und vielleicht stehe ich auch hier ziemlich alleine da, fand die erste Halbzeit gar nicht sooo schlecht. Natürlich: Es ergeben sich keine zwingenden Torchancen. Aber es stimmte wieder der Einsatz, und auch der junge Trainer mit Bartflaumansatz zeigte in Gestik, Mimik und Engagement, dass er eigentlich einen Matchplan hat, den es nur noch umzusetzen gilt. Und das ist doch genau der Punkt: Die Mannschaft kann bis zum Erbrechen gebrieft worden sein, will natürlich gewinnen. Und dann kommt doch alles anders. Eine Unachtsamkeit, ein Gegentor…und schon rennst Du der Musik und den Ansprüchen hinterher…

Was also tun? Ich kann die Mannschaft nicht aufstellen. Ob ich schreibe, dass ich mir permanent einen Baier wünsche, oder ob in China…na, Ihr wisst schon! Der Gala von Erndtebrück folgte eine Achterbahnfahrt, wie sie selbst für hartgesottene Fans einfach zu viel des Guten ist. Wir können damit nicht mehr umgehen. Die Vorwürfe dann in Richtung Verein und sportlicher Leitung reflexartig seit Jahr und Tag dieselben. Stereotype Frustration in Rot und Weiss. Nichtmal pöbeln könnten wir unseren Verein eine Liga höher.

Das einzige, was dem Verein und uns nun hilft ist Geduld! Geduld, Geduld und noch mehr Geduld. Wir können uns vielleicht an der Tastatur abreagieren, aber einen Aufstieg forcieren wir dadurch nicht. Es war natürlich keine lustige Heimfahrt aus Köln Richtung Nordhorn. Wir haben halt verloren. Und vielleicht würde ich das Ganze anders aufziehen, würde junge Spieler um etablierte aufbauen und heranziehen; anstatt etablierte auf die Bank zu setzen. Aber ich bin kein Trainer, und somit steht mir Kritik an dieser Stelle nicht zu. Ich stelle den Trainer aber nicht in Frage. Punkt! Ich kenne ihn auch nicht. Nur, ich gehe mit ihm in die Dritte Liga. Aber, ich weiss nicht, wann das der Fall sein wird, denn das erfordert Geduld. Nur will ich mich einfach nicht mehr aufregen, dafür bin ich zu alt. Ab sofort zeige ich Geduld. Ertrage Niederlagen, und freue mich über gewonnene Spiele. Was soll ich denn auch machen? Fan bleibe ich schließlich ein Leben lang.

Der Rubikon in Liga Vier ist also nun schon seit Jahren überschritten. Und das sportlich zu akzeptieren, ist ein erster und guter Schritt in Richtung Zukunft. Nur der RWE!

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