Aufgeben ist keine Option.

Schreiben wir nicht lange um den heißen Brei herum: Es war alles vorbereitet, heute nach Mönchengladbach – Rheydt zu fahren, um unsere Roten zu unterstützen. Ich hatte Urlaub, das Auto war betankt und selbst die langersehnte Zaunfahne kam pünktlich aus England an. Man ahnt: Ich bin nicht gefahren. Ich konnte es nicht. Mir ging es schlecht, ich fühlte mich krank. Hatte Angst davor, dass genau das eintreten wird, was nun passiert ist: Unser RWE hat bei den kleinen Fohlen mit 0:1  und somit auch den Anschluss an die Tabellenspitze verloren.

Meine Frau hat mich ermutigt, doch zu fahren, aber ich habe mich wie ein Häufchen Elend hinter mir selbst verkrochen und allerlei Ausreden erfunden. Es ging mir erst besser, als ich es rein zeitlich absolut nicht mehr bis zum Anpfiff in das Grenzlandstadion geschafft hätte. Viel Zeit wollte ich mitbringen, denn nebenan galt es auch noch, das weitaus schönere Jahnstadion des Rheydter SV fotografisch zu erkunden. Auch das also heute keine Option, die mir ansonsten viel Entspannung bereitet. Die Fotografie, nicht der Fußball. Es ist nicht schön, so im eigenen „Ich“ gefangen zu sein, will man doch eigentlich dabei sein.

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Die Zeit, in der die psychosomatischen Beschwerden etwas nachließen ging mit Anpfiff der Partie auch schnell wieder vorbei. Der quirlige Hund, die Fußballkonferenzen am TV und all das andere traten nun hinter dem kleinen Handydisplay zurück, welches mir via mehrer Liveticker und persönlicher Nachrichten aus dem Stadion nun den Spielverlauf aus dem mager besuchten Grenzlandstadion zu berichten hatte. Dummerweise hatte ich mich in Form eines Tweets auch noch selbst sehr weit aus dem Fenster gelehnt und unbedingt die drei Punkte eingefordert:

War es dieser Tweet, der mich vor Sorge hat krank werden lassen, oder wirklich nur die Furcht davor, dieser schöne Saisonbeginn könnte schon bald wieder Geschichte sein? Ich weiss es genau nicht. Sicher steckt auch ein ernsthafter eigener Prozess dahinter, der weit über die Sorge um den RWE hinausgeht, aber eine professionelle Distanz, wie ich sie zum Beispiel im Beruf wahren muss, gelingt mir bei meinem Verein einfach nicht mehr. Ich war so froh, als wir dermaßen gut aus den Startlöchern der Saison kamen, so dass Boykott und andauernde Häme in den (a-)sozialen Medien Geschichte waren. Rot und Weiss wuchsen nach Jahren wieder zusammen, auch nach den ersten Punktverlusten gab es nur Aufmunterung, keinen kaputten Hass. Es war so schön, anzureisen und noch schöner, fröhlich pfeifend wieder nach Hause zu fahren. Und selbst die Ergebnisse der Etablierten und Gesponserten Mitkonkurrenten passten endlich.

Bis heute Abend in Mönchengladbach – Rheydt. Aber, selbst nach diesem Spiel kann es eigentlich keinen Vorwurf an die Mannschaft geben, wurde doch alles versucht und hat der Trainer im Nachgang ziemlich ehrlich und gut die Situation beschrieben. Das Netz also solches schwankt noch zwischen Aufmunterung und ersten „Luschen“ Kommentaren. Ich kann es nicht ändern. Ich kann nur versuchen, diese Dinge auszublenden und auf das nächste Spiel zu hoffen, damit endlich wieder die Kuh umgestoßen und der Bock vom Eis geholt werden kann.  Oder umgekehrt. Vielleicht kommt ja mit der aktuell aufstrebenden Aachener Alemannia genau der richtige Gegner, um dann wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.

Ich versuche einen Weg zu finden, wie ich mit der Situation umzugehen habe und vielleicht helfen mir diese ehrlichen Zeilen dabei. Aber, eines ist klar: Aufgeben ist keine Option. Und somit läuft der RWE am Sonntag wieder in der Hoffnung und mit festem Willen auf, das Spiel zu gewinnen. Lassen wir ihn genau jetzt nicht hängen. Wir sehen uns Sonntag im Stadion. Diesmal wirklich!

Nur der RWE!

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