So schön sind die Reisen niemals gewesen, wie sie in den Augenblicken des Heimkommens sind (Erich Kästner).

Kommenden Freitag dürfte für viele der erste Stadionbesuch seit langen Monaten anstehen. Und möglicherweise stellt sich dem einen oder der anderen die Frage, wie das noch geht, so mit dem Stadiongang. Also ganz langsam und der Reihe nach:

Das Spiel beginnt um 19:30 Uhr. Eine angenehme Zeit, um nach dem Frühstück mal raus zu kommen. 

Man darf natürlich im Jogger kommen. Wenn die Buxe dann auch noch im Fanshop bestellt wurde, reden wir hier von einer klassischen Win-win Situation. Wichtig ist nur, dass man untenherum überhaupt etwas trägt. Was bei Zoom Konferenzen noch durch die Arbeitsplatte gerettet werden kann, kommt im Stadion leider nicht zum Tragen. Daher sollte man also komplett angekleidet erscheinen.

Der Herbst kommt mit aller Macht und es wird abends schon mal frisch. Daher vielleicht lieber den Seidenschal zuhause lassen und schon den Übergangsschal in Balkenoptik umwickeln. Empfehlenswert auch noch der kurze Blick nach unten, bevor die Wohnung verlassen wird: Pantoffel oder Adiletten sind nicht strafbar, könnten aber für frische Füße sorgen.

Die geliebte Fernbedienung muss nicht mitgenommen werden. Der neue Bildschirm ist nicht für Netflix oder Disney+ gedacht, sondern dient als neue Informationsquelle und stellt zugleich ein neues optisches Highlight der Hafenstraße dar. Man kann sich dort also nicht einloggen.

Unbedingt Hartgeld in die Bauchtasche packen. Hartgeld könnte an den Verzehrständen wichtig sein, denn die erste Stadionwurst seit viel zu langer Zeit mit Karte zu bezahlen hat fast was von Frevel und ist wahrscheinlich auch gar nicht möglich. Und vielleicht esst Ihr einfach eine Wurst mehr und gönnt Euch den Extrabecher Stauder. Wir sind beileibe nicht die einzigen, die magere Zeiten durchlebt haben.

Tiefkühl-Pizzen können nirgendwo aufgebacken werden. 

Toilettenpapier hängt wie immer auf den dafür vorgesehenen Toilettenpapierhalterungen. Wer nur noch heimische Feuchttücher gewohnt ist, muss diese selbst mitbringen. Gibt es aber auch in Reisegröße.

Es könnte nach den Monaten der Stille ungewohnt laut werden. Daher empfiehlt der Verband zugelassener HNO`s die Mitnahme von Ohropax, um sich und seine Ohren im Bedarfsfalle zu schützen. 

Wenn sich jemand einen Senflecken einfängt: Senfflecken haben ihren Schrecken verloren. Sie können uns nichts mehr anhaben und gelten ab sofort als Beleg dafür, seinen Verein wieder im Stadion anzufeuern. Übrigens: Wer ungeduscht zum Spiel erscheint, hat in Anbetracht unserer Stürmerqualitäten gute Chancen, frisch (Bier-)geduscht nach Hause zu fahren.

(Und mal ernsthaft: Wir werden uns sicher wieder recht schnell an den „Umstand Stadion“ gewöhnen, der aber in der aktuell abgespeckten Form für viele verständlicherweise nicht die gewohnte Umsetzung der Eigeninterpretation Stadionerlebnis bedeutet. Das gilt es definitiv zu respektieren. Vielleicht können wir es einfach kompensieren, indem wir für alle mitschreien, die mit der Rückkehr noch warten wollen oder schlicht noch keine Karte bekommen konnten)

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