Monatsarchive: März 2010

Quot Erat Demonstrandum

Die Stadt Essen hat rund 580.000 Einwohner und “nur” 0,431% davon haben Samstag Vormittag friedlich für einen Stadionneubau an der Hafenstrasse demonstriert. Eine solche Berechnung ist sicher Wasser auf den Mühlen derer, die von Haus aus gegen den Fußball als Kulturgut, den RWE als Heimat des “kleinen Mannes” und ein neues Stadion sowieso sind.

Bei genauerer Betrachtung erscheint die Teilnehmerzahl dann aber doch nicht mehr so gering, für mich sogar überraschend hoch. Die im Vorfeld erwartete Anzahl von 5.000 Teilnehmern empfand ich etwas unglücklich angesetzt, steckt doch die Faninitiative in Essen noch in den Kinderschuhen und muß die Szene in Essen erst einen gemeinsamen Konsens finden. Aufgrund dieser Tatsachen, und der selten blöden Niederlage gegen die Wormatia aus Worms (selten blöd in Bezug auf den Zeitpunkt), finde ich die Anzahl von ca. 2.500 Teilnehmern durchaus angemessen.

Hinzu kommt ja noch die Tatsache, dass für einen momentan mittelprächtigen Viertligisten auf die Straße gegangen wurde. Was wir uns hätten sparen können, war die “Diskussion” in den Foren, ob diese Demonstration auch friedlich verlaufen wird und nicht eventuell alkoholisierte Jugendliche aus dem Ruder oder politisch Extreme in eine andere Demonstration reinlaufen. Leider wohl eine Folge unserer Gesellschaft und auch der Anonymität im Zeitalter von Web 2.0! Es ist natürlich nichts passiert, denn jedem Teilnehmer war klar, dass Zuwiderhandlungen medial ausgeschlachtet und durch die Krake youtube in Form von wackeligen Handyfilmchen verbreitet werden würde.

So aber können die Initiatoren stolz auf sich und das Geleistete sein. Aber auch jeder einzelne Teilnehmer kann eines Tages von sich behaupten, etwas zum neuen Stadion beigetragen zu haben. Die anderen, die Erfolgsfans und honorigen Politiker, die kommen dann schon von ganz allein………(Die ganzen Eindrücke des Wochenendes wie immer bei jawattdenn)

Leistungsprinzip

Am vergangenen Samstag hat der WFCG nun schon zum dritten Mal am traditionellen Integrativen Hallenfußballturnier für Sportler mit Behinderungen der Lebenshilfe Nordhorn teilgenommen. Und doch war für uns in diesem Jahr so ziemlich alles anders als in den beiden Jahren zuvor.

So haben wir nur eine Mannschaft gemeldet, während andere Einrichtungen gleich mit zwei oder drei Teams antraten. Zu den Beweggründen später mehr. Und dann liefen wir das erste Mal in den schwarz – gelben Vereinsfarben unseres Vereines DJK Arminia Gronau auf. Kurz vor Turnierbeginn bekamen wir unseren eigenen Mannschaftskoffer überreicht. Dafür recht herzlichen Dank.

Die Metamorphose von “Garten Fußballern” zu einer eigenständigen Sparte in einem Sportverein ist somit beendet. Auf dem Weg dahin haben wir aber auch leider einige Spieler “verloren”, für die Dabeisein wichtiger ist als ein sportlicher Erfolg. Wir sollten es als unsere Aufgabe ansehen, Ihr Engagement vielleicht bald wieder mit einer eigenen Trainingseinheit belohnen zu können.

Am Turnier selber nahmen nun 16 Mannschaften teil, und jede bekam einen Betreuer zur Seite gestellt, der nicht nur für organisatorische Fragen zur Verfügung stand, sondern auch als integrativer Part auf dem Hallenboden zu glänzen wusste. Eine willkommene Unterstützung für unsere Mannschaft, schließlich konnten wir sonst nur einen Spieler aufbieten, der A) mit dem Ball umzugehen wusste und B) für den integrativen Gedanken des Turniers stand.

Zurück zu der Entscheidung, nur mit einer Mannschaft anzutreten: Natürlich spielt dabei auch stets der logistische Aufwand eine Rolle: Es bedarf genügend Fahrzeuge und zusätzliche Mitarbeiter, die vielleicht bereit sind, einen Teil des freien Wochenendes zu opfern. Oder aber für diesen Tag vom Dienst befreit zu werden, was wieder zu Lasten anderer Kollegen geht. Keine einfache Aufgabe und für Außenstehende auch nicht immer zu verstehen.

Zudem hat uns die Leistungsdichte des Turnieres dazu bewogen, nur noch eine Mannschaft ins Rennen zu schicken. Speziell die Teams von Westfalenfleiß Münster spielen zwar einen guten Ball, legen aber auch einen Ehrgeiz und bisweilen eine Aggressivität an den Tag, die völlig konträr zum Grundgedanken dieses wunderbaren Turnieres steht. Während der Siegerehrung ließ der Turnierleiter dann auch gewohnt nonchalant seine Kritik daran durchblicken. Eine zweite Mannschaft von uns gemeldet, wäre also nur ein vielzitiertes “Kanonenfutter” gewesen.

So aber konnten wir in unserer Gruppe wirklich gut mithalten (Es wäre schlichtweg gelogen, zu behaupten, wir würden auch nicht gerne gewinnen) und in der Gruppenphase die komplette Ergebnispalette abdecken: Niederlage, Unentschieden und Sieg bedeuteten aufgrund des Torverhältnisses Platz drei. Somit gab es im Gesamtklassement ein Platzierungsspiel um Platz 9 oder 10. Ein tolles Spiel aller Beteiligten wurde mit 3:1 erfolgreich gestaltet. Ein schöner Erfolg und alle waren zufrieden. Zudem war jeder Spieler im Laufe des Turnieres auf dem Feld.

Beeindruckend gut und vor allem sympathisch organisiert, einmal mehr das Drumherum. Viele Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf und auch für das leibliche Wohl wurde selbstredend gesorgt. Highlight hier die Frikadellen! Fast so gut wie die an der Hafenstrasse zu Essen, und das soll was heißen! Wir kommen im nächsten Jahr gerne wieder.