Aufbruchstimmung?!???

Da sind wir nun, angekommen in den Grenzen des eigenen Bundeslandes, namentlich der NRW Liga. Und letztendlich doch nur dem sportlichen Sensenmann von der Kreisklassenschippe gesprungen. Rot Weiss Essen ist insolvent, spielt in der niedrigsten Klasse seit anno dunnemals, das Stadion fragmentiert und doch an vielen Stellen noch Lebens- und liebenswerter als so mancher Stadion Komplettbausatz.

Die Spieler unbekannt den Fans, jung an Jahren und letzte Saison noch größtenteils in der zweiten Mannschaft spielend, und daher nicht neu in der NRW Liga. Es liest sich also prinzipiell nicht gut, schließlich schreiben wir das Jahr 2010 und da sollten wir es doch alle sehen….Aber, anstatt nun diverse Pokale in die Luft zu stemmen, galt es einfach nur tief durchzuatmen: Es hätte auch noch schlimmer kommen können (obwohl, bei RWE geht immer was…) und ein Nachfolgeverein RWE2010 in der Kreisklasse C antreten müssen. Die Streichung aus dem Vereinsregister konnte somit vermieden werden und viele sehen nun ENDLICH eine Basis für einen Neuanfang geschaffen.

Allein störend die Tatsache, dass es der gefühlte 35zigste ist. Was uns nun sportlich erwartet, keiner wagt bisher eine Prognose. Die meisten Spieler beendeten die letzte Saison quasi ohne Fanunterstützung auf einem respektablen fünften Platz in eben der gleichen Liga, in der sie nun wieder antreten werden. Der Unterschied dabei: An der Hafenstrasse werden 5000 statt 50 Fans zugucken und auswärts will jeder die Erben Helmut Rahns bezwingen und vor der größten Heimkulisse der Saison bestehen. Ansporn und Erwartungsdruck zugleich. Vielleicht auch endlich eine Saison ohne “Söldner in Stutzen”, denn an der Hafenstrasse dieser Tage werden keine überhöht dotierten Verträge mehr unter dem wandernden Fußballvolk verteilt. Und wenn es auch nur gedacht, denn öffentlich ausgesprochen wird: Die Auswärtsspiele gerade am Schloß Strünkede bei Westfalia Herne oder im Stimberg Stadion der SpVgg Erkenschwick sind allemal interessanter als bei den Zweitvertretungen.

Alles in allem trotzdem eine traurig stimmende Entwicklung und ein fast einmaliger Abstieg binnen weniger Jahre. In diesem Zusammenhang möchte ich mich einmal bei denjenigen bedanken, die in den öffentlichen Mitleidsbekundungen stets zu kurz kommen, denn da wird meistens an uns Fans gedacht. Natürlich bleiben wir, während die meisten Spieler am nächsten Tag das Wappen mit dem meisten Netto küssen, aber was ist mit denjenigen, die Tag für Tag den RWE leben? Ich denke, es wird höchste Zeit sich zu bedanken! Und zwar bei den vielen tollen Menschen, die für den RWE arbeiten, sofern sie es denn noch dürfen.

Ein sportlicher Abstieg bedeutet zumeist auch personeller Abbau auf logistischer Ebene. Da geraten Arbeitnehmer in Existenznöte, die aber nun mal öffentlich nicht für einen Artikel taugen oder von besonderem Interesse sind. Speziell für mich als auswärtigem Fan sind aber gerade diese Mitarbeiter von Belang. Egal ob es um Unterstützung für Peter ging, für Karten auch nach Feierabend, für das Zurücklegen von Fanartikeln, Freikarten für unseren WFCG und noch so vieles mehr….auch, oder gerade diese Menschen sind es, die einen Verein ausmachen und unter dessen Entwicklung zu leiden haben. Vielen Dank für alles! Also, um hier ein Ende zu finden: Freitag, 13. August 2010, 19:30 Uhr, Georg Melches Stadion an der Hafenstrasse: Der RWE startet in eine neue Saison. Ich freu mich darauf.

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