Kategorie-Archiv: Peter

Hinterm Horizont geht`s weiter.

Geschrieben spontan am Abend des 1. April 2009. Nie verändert. Du fehlst, und bist doch da.

Heute morgen um 8.00 Uhr ist Peter nach langer Krankheit verstorben. Peter war noch nicht bereit zu gehen, aber ich bin sicher, dass auf ihn ein nächstes Leben, eines ohne Schmerzen, wartet.

Unsere erste Begegnung fand natürlich beim Fussball statt: Es war in der Oberliga Saison 1979/1980 am Heideweg beim Spiel des SV Eintracht gegen den VfB Oldenburg. Seit diesem Treffen hat sich viel ereignet. Und nicht nur das, haben auch wir viele Phasen einer Männerfreundschaft durchlaufen. Das gemeinsame Interesse am Fußball, der Leidenschaft für diesen Sport, der heimische SV Eintracht und der schicksalhafte RWE, Dinge die verbinden.

Peter ist kein einfacher Mensch, aber jemand, der einen niemals im Stich lassen würde und der sein Leben im Gegensatz zu mir oftmals auf der Überholspur hat stattfinden lassen. Oft haben wir uns gegenseitig beklagt, warum wir nicht “ordentliche” Vereine abbekommen haben.

Aber ich bin der festen Überzeugung, ein FC Bayern hätte nicht zu Peter gepasst. Er brauchte die Hafenstraße und die Hafenstraße brauchte ihn, auch wenn sie es nicht wusste, schließlich gibt es in Essen zig Fans von seinem Schlag. Mir fehlen nun die richtigen Worte, passende gibt es in solch einer Situation sowieso nie.

Mir bleibt nur “DANKE” zu sagen für die vielen Jahre, die gemeinsamen Spiele, die Fahrten nach Essen oder zu Auswärtsspielen des RWE, für Deine vielen ungeplanten Besuche zu den unmöglichsten Zeiten, usw. Es wird seine Zeit dauern bis ich begreifen werde, dass Du nicht mehr an Dein Handy gehst, wenn ich anrufe oder dass auch der Heideweg Dich nicht mehr an Deinem Platz stehend erleben wird. Ganz davon abgesehen, dass ich nun mehr alleine den Weg von Nordhorn nach Essen antreten muss.

Danke auch für den Brief, den Du mir geschrieben hast, da war er endlich, der weiche Kern unter der rauen Schale. Eines werde ich übrigens ab sofort oft machen: Ich werde nach oben in den Himmel schauen, und wenn sich dort Wolken gefühlt zu Fußbällen formen, dann weiß ich, das Du den lieben Herrgott mit Deiner Leidenschaft für den Fußball angesteckt hast. Mach es gut und lass mal was von Dir hören…..

Hinterm Horizont geht`s weiter.

Geschrieben spontan am Abend des 1. April 2009. Nie verändert. Du fehlst, und bist doch da.

Heute morgen um 8.00 Uhr ist Peter nach langer Krankheit verstorben. Peter war noch nicht bereit zu gehen, aber ich bin sicher, dass auf ihn ein nächstes Leben, eines ohne Schmerzen, wartet.

Unsere erste Begegnung fand natürlich beim Fussball statt: Es war in der Oberliga Saison 1979/1980 am Heideweg beim Spiel des SV Eintracht gegen den VfB Oldenburg. Seit diesem Treffen hat sich viel ereignet. Und nicht nur das, haben auch wir viele Phasen einer Männerfreundschaft durchlaufen. Das gemeinsame Interesse am Fußball, der Leidenschaft für diesen Sport, der heimische SV Eintracht und der schicksalhafte RWE, Dinge die verbinden.

Peter ist kein einfacher Mensch, aber jemand, der einen niemals im Stich lassen würde und der sein Leben im Gegensatz zu mir oftmals auf der Überholspur hat stattfinden lassen. Oft haben wir uns gegenseitig beklagt, warum wir nicht “ordentliche” Vereine abbekommen haben.

Aber ich bin der festen Überzeugung, ein FC Bayern hätte nicht zu Peter gepasst. Er brauchte die Hafenstraße und die Hafenstraße brauchte ihn, auch wenn sie es nicht wusste, schließlich gibt es in Essen zig Fans von seinem Schlag. Mir fehlen nun die richtigen Worte, passende gibt es in solch einer Situation sowieso nie.

Mir bleibt nur “DANKE” zu sagen für die vielen Jahre, die gemeinsamen Spiele, die Fahrten nach Essen oder zu Auswärtsspielen des RWE, für Deine vielen ungeplanten Besuche zu den unmöglichsten Zeiten, usw. Es wird seine Zeit dauern bis ich begreifen werde, dass Du nicht mehr an Dein Handy gehst, wenn ich anrufe oder dass auch der Heideweg Dich nicht mehr an Deinem Platz stehend erleben wird. Ganz davon abgesehen, dass ich nun mehr alleine den Weg von Nordhorn nach Essen antreten muss.

Danke auch für den Brief, den Du mir geschrieben hast, da war er endlich, der weiche Kern unter der rauen Schale. Eines werde ich übrigens ab sofort oft machen: Ich werde nach oben in den Himmel schauen, und wenn sich dort Wolken gefühlt zu Fußbällen formen, dann weiß ich, das Du den lieben Herrgott mit Deiner Leidenschaft für den Fußball angesteckt hast. Mach es gut und lass mal was von Dir hören…..

Ferry Cross the Mersey

Es gibt Dinge, die verfolgen Dich quasi ein Leben lang und sind bestenfalls immer noch da. In meinem Falle trifft das definitiv auf die Stones zu.  Die WM von 1974; Auf Helmut Schmidt, die WDR Fußballkonferenz und das Ohnsorg Theater.  Auf Helmut Rahn bis zu seinem Tode und U2 seit ihrer Gründung. Dazu gehört aber auch eine Begeisterung für alles britische.

Hier besonders, es mag kaum zu verwundern, den dortigen Fußball. Mit all seinen Facetten. Somit auch negativen Fixpunkten, die da leider noch kommen sollten! Heysel, Bradford oder eben Hillsborough. Die Begeisterung begann recht früh. Eine Schuldzuweisung kann ohne Gewissensbisse in Richtung sonntäglicher Sportschau erfolgen. Aufgesaugte fünf Minuten „First Division“; Woche für Woche. Wogende Menschenmassen hinter den Toren, dessen Traversen unterhalb der Grasnarbe begannen. Vereinsnamen, wunderschöne Embleme und „Nicknames„; Preston North End, Queens Park Rangers, Crystal Palace, Accrington Stanley; „The Quakers, „The Seagulls“, „The Bees“, „Pompey“ seien hier stellvertretend für so viele identifikationsstiftende Maßna[h]men genannt.

Die Neugierde ward geweckt, die Neugierde verlangte nach einem Lieblingsverein. Wie aber diesen unter mehr als 92 Vereinen finden, so weit weg von der Insel ? Die Beatles konnten hier helfen: Den musikalischen Wettstreit zwischen Stones und Beatles hatten die Stones knapp für sich entschieden und konnten auch nicht wirklich einem Fußballstandort zugeordnet werden. Die Beatles hingegen schon. Liverpool also. Und da der Liverpool FC im Gegensatz zu den Evertonians oder Tranmere Rovers den Namen der Stadt, zudem noch aktuelle Meisterehren verkörperte, war dieser Drops gelutscht. Ohne jetzt allerdings in eine Euphorie zu fallen, die nach Fanbettwäsche verlangte. Die Ergebnisse im Kicker reichten da völlig aus.

Der Platz im eigenen Zimmer reichte alsbald jedoch nicht mehr aus, um die große Landkarte auszubreiten, die ich mir erspart hatte. Großbritannien also anderweitig ausgebreitet, begann die Spurensuche nach der Herkunft der Vereine. Farbig mit Stecknadeln auf die einzelnen Ligen abgestimmt. Es war spannend, was die entliehenen Bücher an Informationen preisgaben: Aston Villa kommt also aus Birmingham, ebenso wie Birmingham City; Port Vale FC kommt aus Stoke, ebenso wie Stoke City FC; City und die Rovers kommen beide aus Bristol, und wer alle in London gesteckt werden wollte…Natürlich blieb man in diesen jungen Jahren ziemlich allein mit seinem Wissen,  wen interessierte dieses Mutterland schon. Ich dagegen konnte diese Karte tagelang anschauen.

Eine Sprachreise nach England um 1980 herum brachte leider auch kein Fußballspiel live vor Ort, jedoch die Erkenntnis, dass die Stones auch nicht mehr das sind, was sie mal waren. „Emotional Rescue“, damit kam ich nicht klar. Wie gut, dass es fast zeitgleich noch die „Message in a Bottle“ gab. In London gab es noch etwas anderes, nämlich auf die bebrillten Augen, aber was suchte ich auch wieder auf eigene Faust in Gegenden, in denen man nichts zu suchen hatte. Die Jahre zogen also über das Land, jenes Internet noch in weiter Ferne. Es galt, sich auf anderem Wege Informationen zu beschaffen. Bücher zum Beispiel, die konnten bestellt werden. Das ging natürlich auch seinerzeit schon im Buchhandel des Vertrauens.

Der Preis allein war schon pfundig,  dass aber ein Buch von Simon Inglis bis zu einem halben Jahr über den Kanal nach Nordhorn brauchte, das kam einem menschlichen Drama gleich. Die Stadien im Bilde und Informationen darüber entschädigten. In den Niederlanden gefundene Zeitschriften über den englischen Fußball boten nicht viel Informationsgehalt, zu sehr auf Bravo getrimmt. Trotzdem immer gerne genommen, gab es beim liberalen Nachbarn zudem noch günstigere Zigaretten und lag direkt neben den Sportheften die horizontale Sportgemeinde zur schnellen Ansicht aus. Mal kurz gucken ohne zu kaufen tat ja nicht weh. Die Fußballzeitung aber war wichtiger.

Ab und an kam auch mal ein Brief aus England, ein Aufnäher oder eine Anstecknadel. Das örtliche Sportartikelgeschäft offerierte Aufnäher von Leeds United und Millwall FC [Warum gerade diese beiden Vereine mit nachweislich schlagkräftigem Gefolge von schlechtem Ruf, bleibt wohl auf ewig ein Geheimnis des damaligen Abteilungsleiters].

Es kam Heysel. Die Reds im Finale gegen Juve, live und in Farbe am Empfangsgerät. Was passierte ist hinlänglich bekannt und bis heute unfassbar. Keine Lust mehr an diesem Abend auf Fußball. Ich weiss noch, dass ich wie paralysiert in die Stadt gefahren bin. Ramakers Grillstube. Die mit der großen Kühltruhe und den halben Litern Rolinck Pils darin. Tage zuvor schon die schreckliche Tragödie, welche im „Valley Parade“ von Bradford City 56 Fans das Leben kostete.

Der Fußball in England hatte sich verloren: Der Mob wütete, die Stadien marode, Vereine und Polizei ohne Plan. Es gipfelte bekanntermaßen Jahre später in Hillsborough. Ob einer der 96 von Hillsborough vielleicht einer der Randalierer von Heysel war ? Darf man das fragen ? Ich gehe nicht davon aus. Wohl kaum zuvor und glücklicherweise bis heute nicht wieder, haben zwei der schlimmsten Momente der Fußballgeschichte so den Ruf einer [Fußball-]Nation geprägt und die Anhänger der Reds in einen emotionalen Ausnahmezustand versetzt, der bis heute andauert.

Fußball wurde natürlich  weiter gespielt, die Stadien nach und nach zu sogenannten „All Seatern“ um- oder direkt auf der Wiese neu gebaut. Im Gepäck auch bisweilen höchst skurrile Auflagen oder gar die Möglichkeit, den Sitznachbarn via sms zu verpetzen. Ein Privatsender brachte jetzt Sonntag kurz vor Mitternacht Ausschnitte, der nun als Premier League firmierenden First Division. Das Internet ward geboren und die Informationsbeschaffung stellte sich nun plötzlich nicht mehr abenteuerlich dar. Was aber nicht unbedingt mehr Freude bedeutete. Der Reiz des Unerreichbaren war plötzlich weg.

Die Spiele der Reds blieben am Rande interessant, in den Ergebnissen und den Tabellen. Live vor dem Fernseher gab es gegen Deportivo Alavés und AC Milan weitere dramatische Erlebnisse, diesmal aber rein sportlicher und umso aufregender Natur. Persönlich habe ich es nun nach all den ganzen Jahren nicht einmal zu einem Stadionbesuch auf der einstmals gelobten Insel gebracht! Nicht gut, eher peinlich! Aber er war dort. An der der Anfield Road. Hatte live sein YNWA Erlebnis und dieses mit auf die andere Seite genommen. Mein kleiner Anteil daran, fast so schön, wie selbst vor Ort gewesen zu sein. Ein großer Dank gebührte in jenen Tagen auch der 11Freunde Redaktion.

Außerdem habe ich doch die Hafenstraße und den Heideweg. Vergangenen Samstag aber, da habe ich nach fast 30 Jahren Sympathie mein erstes komplettes Ligaspiel der Reds live gesehen. Wenn auch nur am Fernseher. Aber im Trikot und es war episch. Wenn nun jemand wissen möchte, wie zum Beispiel das ehemalige Stadion von Rotherham United einst hieß, da kann ich gerne weiterhelfen. Den Traum von einem Fußballspiel in England, gar an der Anfield Road, oder eine Fotosafari zu den  vielen kleinen Vereinen mit einmaligen, urbanen „Grounds“, er ist zunächst geplatzt. Aber was heißt das schon. „Make Us Dream“

Aufbruchstimmung?!???

Da sind wir nun, angekommen in den Grenzen des eigenen Bundeslandes, namentlich der NRW Liga. Und letztendlich doch nur dem sportlichen Sensenmann von der Kreisklassenschippe gesprungen. Rot Weiss Essen ist insolvent, spielt in der niedrigsten Klasse seit anno dunnemals, das Stadion fragmentiert und doch an vielen Stellen noch Lebens- und liebenswerter als so mancher Stadion Komplettbausatz.

Die Spieler unbekannt den Fans, jung an Jahren und letzte Saison noch größtenteils in der zweiten Mannschaft spielend, und daher nicht neu in der NRW Liga. Es liest sich also prinzipiell nicht gut, schließlich schreiben wir das Jahr 2010 und da sollten wir es doch alle sehen….Aber, anstatt nun diverse Pokale in die Luft zu stemmen, galt es einfach nur tief durchzuatmen: Es hätte auch noch schlimmer kommen können (obwohl, bei RWE geht immer was…) und ein Nachfolgeverein RWE2010 in der Kreisklasse C antreten müssen. Die Streichung aus dem Vereinsregister konnte somit vermieden werden und viele sehen nun ENDLICH eine Basis für einen Neuanfang geschaffen.

Allein störend die Tatsache, dass es der gefühlte 35zigste ist. Was uns nun sportlich erwartet, keiner wagt bisher eine Prognose. Die meisten Spieler beendeten die letzte Saison quasi ohne Fanunterstützung auf einem respektablen fünften Platz in eben der gleichen Liga, in der sie nun wieder antreten werden. Der Unterschied dabei: An der Hafenstrasse werden 5000 statt 50 Fans zugucken und auswärts will jeder die Erben Helmut Rahns bezwingen und vor der größten Heimkulisse der Saison bestehen. Ansporn und Erwartungsdruck zugleich. Vielleicht auch endlich eine Saison ohne “Söldner in Stutzen”, denn an der Hafenstrasse dieser Tage werden keine überhöht dotierten Verträge mehr unter dem wandernden Fußballvolk verteilt. Und wenn es auch nur gedacht, denn öffentlich ausgesprochen wird: Die Auswärtsspiele gerade am Schloß Strünkede bei Westfalia Herne oder im Stimberg Stadion der SpVgg Erkenschwick sind allemal interessanter als bei den Zweitvertretungen.

Alles in allem trotzdem eine traurig stimmende Entwicklung und ein fast einmaliger Abstieg binnen weniger Jahre. In diesem Zusammenhang möchte ich mich einmal bei denjenigen bedanken, die in den öffentlichen Mitleidsbekundungen stets zu kurz kommen, denn da wird meistens an uns Fans gedacht. Natürlich bleiben wir, während die meisten Spieler am nächsten Tag das Wappen mit dem meisten Netto küssen, aber was ist mit denjenigen, die Tag für Tag den RWE leben? Ich denke, es wird höchste Zeit sich zu bedanken! Und zwar bei den vielen tollen Menschen, die für den RWE arbeiten, sofern sie es denn noch dürfen.

Ein sportlicher Abstieg bedeutet zumeist auch personeller Abbau auf logistischer Ebene. Da geraten Arbeitnehmer in Existenznöte, die aber nun mal öffentlich nicht für einen Artikel taugen oder von besonderem Interesse sind. Speziell für mich als auswärtigem Fan sind aber gerade diese Mitarbeiter von Belang. Egal ob es um Unterstützung für Peter ging, für Karten auch nach Feierabend, für das Zurücklegen von Fanartikeln, Freikarten für unseren WFCG und noch so vieles mehr….auch, oder gerade diese Menschen sind es, die einen Verein ausmachen und unter dessen Entwicklung zu leiden haben. Vielen Dank für alles! Also, um hier ein Ende zu finden: Freitag, 13. August 2010, 19:30 Uhr, Georg Melches Stadion an der Hafenstrasse: Der RWE startet in eine neue Saison. Ich freu mich darauf.

Nicht vergessen

Es ist schön, dass sowohl der RWE, als auch die Nordhorner Eintracht heute Ligaspiele bestreiten. Das passt zu diesem ersten Jahrestag. Du fehlst uns. Es wird für mich heute eine besondere Fahrt nach Essen.Peter


Özil, Kehl und die gute Sache

Ich denke auch, oder gerade im Namen von Peters Familie zu sprechen, wenn ich mich recht herzlich bei dem Eintracht Spieler Özcan Baysoy für diese famose Idee bedanke.I ch würde mich sehr freuen, wenn viele Fussballfans an dieser Lotterie teilnehmen,: Es dient einem guten Zweck und offeriert die seltene Chance auf ein sogenanntes „match worn“ Originaltrikot der genannten Spieler. Was ist schon eine fünf Euro Note gegen selbige aus Duft von Sebastian Kehl….sollte der Lotteriegewinner nicht aus Nordhorn stammen, so will ich mich dann gerne um den garantierten Versand kümmern:

Özil, Kehl und die gute Sache

Text von Holger Wilkens, Grafschafter Nachrichten. (Vielen Dank für die Genehmigung)

Von Eintracht Nordhorn ist man es ja hinlänglich gewohnt, dass für die positiven Nachrichten in erster Linie die Spieler allein sorgen. Jetzt macht sogar einer von sich reden, der eher in der zweiten Reihe steht, in der laufenden Oberliga-Saison noch nicht einmal in der Startelf stand und nur drei Mal eingewechselt wurde: Özcan Baysoy. Der Kicker trennt sich von zwei lieb gewonnenen Erinnerungsstücken von den Gastspielen der Bundesligisten in Nordhorn, um der Familie des verstorbenen Eintracht-Fans Peter Simons zu unterstützen.

Zweimal traten Eintrachts Oberligafußballer in dieser Saison gegen traditionsreiche Bundesligisten an. Im Gegensatz zu vielen seiner Mitspieler konnte Baysoy dabei Originaltrikots eines gegnerischen Spielers erhaschen: die Jerseys von Mesut Özil (Werder Bremen) und Sebastian Kehl (Borussia Dortmund). Dies brachte ihm zahlreiche Anfragen seiner Freunde und Bekannten ein, doch Özcan Baysoy lehnte sämtliche Anfragen ab – bis jetzt.

Nach dem Tod von Peter Simons, dem langjährigen Eintracht-Mitglied und aktiven Vorstandsmitglied des Eintracht-Fanclubs, startete Özcan Baysoy eine Trikot-Verlosung. Der Erlös geht an die beiden Kinder des Verstorbenen. Und so funktioniert’s: Wer Interesse an den Trikots hat, kann sich ein oder mehrere Lose reservieren lassen. Jedes Los kostet fünf Euro, der Gegenwert ist auf das Konto 107 104 101 des SV Eintracht bei der Sparkasse Nordhorn (BLZ 26750001) zu überweisen. Für jede fünf Euro wandert ein Los in eine große Lostrommel, die Gewinner werden beim Heimspiel am Sonntag, 26. April (15 Uhr), gegen den TSV Havelse gezogen. Wichtig ist, auf der Überweisung die Adresse anzugeben und einen Vermerk „Özil“ oder „Kehl“. Der Erstgezogene erhält das Trikot seiner Wahl.

Hinterm Horizont gehts weiter


Heute morgen um 8.00 Uhr ist Peter nach langer Krankheit verstorben. Peter war noch nicht bereit zu gehen, aber ich bin sicher, dass auf ihn ein nächstes Leben, eines ohne Schmerzen, wartet. 
Unsere erste Begegnung fand natürlich beim Fussball statt: Es war in der Oberliga Saison 1979/1980 am Heideweg beim Spiel des SV Eintracht gegen den VfB Oldenburg. Seit diesem Treffen hat sich viel ereignet. Und nicht nur das, haben auch wir viele Phasen einer Männerfreundschaft durchlaufen. Das gemeinsame Interesse am Fußball, der Leidenschaft für diesen Sport, der heimische SV Eintracht und der schicksalhafte RWE, Dinge die verbinden. 
Peter ist kein einfacher Mensch, aber jemand, der einen niemals im Stich lassen würde und der sein Leben im Gegensatz zu mir oftmals auf der Überholspur hat stattfinden lassen. Oft haben wir uns gegenseitig beklagt, warum wir nicht „ordentliche“ Vereine abbekommen haben. 
Aber ich bin der festen Überzeugung, ein FC Bayern hätte nicht zu Peter gepasst. Er brauchte die Hafenstraße und die Hafenstraße brauchte ihn, auch wenn sie es nicht wusste, schließlich gibt es in Essen zig Fans von seinem Schlag. Mir fehlen nun die richtigen Worte, passende gibt es in solch einer Situation sowieso nie. 
Mir bleibt nur „DANKE“ zu sagen für die vielen Jahre, die gemeinsamen Spiele, die Fahrten nach Essen oder zu Auswärtsspielen des RWE, für Deine vielen ungeplanten Besuche zu den unmöglichsten Zeiten, usw. Es wird seine Zeit dauern bis ich begreifen werde, dass Du nicht mehr an Dein Handy gehst, wenn ich anrufe oder dass auch der Heideweg Dich nicht mehr an Deinem Platz stehend erleben wird. Ganz davon abgesehen, dass ich nun mehr alleine den Weg von Nordhorn nach Essen antreten muss. 
Danke auch für den Brief, den Du mir geschrieben hast, da war er endlich, der weiche Kern unter der rauen Schale. Eines werde ich übrigens ab sofort oft machen: Ich werde nach oben in den Himmel schauen, und wenn sich dort Wolken gefühlt zu Fußbällen formen, dann weiß ich, das Du den lieben Herrgott mit Deiner Leidenschaft für den Fußball angesteckt hast. Mach es gut und lass mal was von Dir hören…..