Es begab sich also zu jener Zeit,

daß Rot Weiss Essen verkündete, ein neues Stadion müsse her. Das war so zu Beginn der 90iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Denn welch schöne Liga küsst schön einen hässlichen Frosch, selbst wenn dieser in seiner Jugend einmal der schönste seiner Art war. 
Aber es wurde nichts, und der Frosch, nennen wir ihn einmal „Georg Melches Stadion“, wurde immer älter. Anstatt aber auf seine alten Tage doch noch von einer schönen Liga geküsst, gab es hässliche Knutschflecken von Abstiegen, finanziellen Desastern und präsidialen Selbstdarstellern zuhauf. 
Und es kam noch dicker für unseren armen Frosch: Da keiner sich dafür verantwortlich fühlte, seine maroden Schenkel zu richten, wurde einer davon einfach amputiert. Zudem noch der Lieblingsschenkel seiner Freunde. Zum Glück hatte er davon aber sehr viele. Allein Ihretwegen hielt er durch. Diese vielen Freunde sorgten positiv wie negativ für seinen legendären Ruf, was den Frosch mit Stolz erfüllte. 
Aber, irgendwann kann auch der stolzeste Frosch seinen körperlichen Zustand nicht mehr verbergen und somit wurde just zu einer Zeit, als es seinen Freunden mal so richtig dreckig ging, folgendes beschossen: Da sich immer noch keine schöne Liga gefunden hat, um diese nun ach so runzeligen Lippen zu küssen, stellen wir dem Frosch einfach einen schönen Prinzen zur Seite. 
Diese Idee fand der Frosch gar wunderbar! Bedeutete aber zugleich für ihn, seit vielen Jahren ungeküsst, sein langes Leben auszuhauchen. Auch einige seiner Freunde konnten sich damit nicht anfreunden und bemerkten, wieviel ihnen dieser alte und körperlich verfallene Frosch eigentlich bedeutet hat. Aber auch sie sahen mit eigenen Augen, wie der schöne Prinz mit jedem Tag ein wenig schöner wurde, und sich, allen Unkenrufen zum Trotz, prächtig entwickelte. 
Und bald ist es soweit: Die Stadt Essen begrüsst ihren Prinzen, diesen jungen Kerl, noch viel zu jung um geküsst zu werden. Aber sicher wird schon bald eine schöne Liga auf ihn aufmerksam und küsst ihn sanft von Saison zu Saison.

Ja so in etwa trug es sich zu mit unserem Georg Melches Stadion. Und auch wenn es „gestorben“ ist, so lebten seine Freunde noch bis heute.

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