Viki Leaks

Geld schießt keine Tore? Nun, diese These konnte Viktoria Köln letzten Samstag widerlegen, denn einmal traf Geld. In Form eines Spielers der Viktoria. Man sollte die Kölner Finanztrauben aber auch nicht zu hoch hängen. Natürlich existiert die Viktoria in der Regionalliga nur durch Mäzenatentum, der Kader gespickt mit ehemaligen Profis und anderen hochpreisigen Stutzen. 
Wir kennen das: Etat plus Namen ergibt: Aufstiegsfavorit. Dieser Rolle wurden die Fußballer in Diensten der Viktoria im bisherigen Saisonverlauf auch durchaus gerecht. Bis eben Rot Weiss Essen im rechtsrheinischen Sportpark Höhenberg auflief. Die sportliche Favoritenrolle der Kölner wurde mit Spielbeginn durch rot weisse Zweidrittelmehrheit auf den Rängen kompensiert. 
Heimspielatmosphäre also. Wie immer, wenn nun rot weisse auswärts eine Haupttribüne bevölkern: Verschreckte Blicke der schweigenden Einheimischen, erhebt sich der eigentlich sitzende Gästefan aus seiner Plastik und verleiht fortan lautstark seiner Vereinsliebe Ausdruck. Unterstützt von einer eigenen Mannschaft, die auf diesem schwierig zu spielenden Rasen und der extremen Lichtverhältnisse erstaunlich souverän begann. 
Die Kölner erwiesen sich zu Spielbeginn noch als guter Gastgeber und boten den rot weissen reichlich Platz auf dem Feld, welche sich stets gefährlich und flott kombinierend in Richtung Kölner Tor bewegten. Hatte was von „Entdecke die Möglichkeiten“. Zwei Tore, lautstark bejubelt, also für den RWE, waren die Folge. Freude auf der einen, völlige Verblüffung auf der anderen Seite. 
Fußball ist eben doch kein Ponyhof und schon gar kein Planspiel. Der zu Beginn angesprochene Treffer sorgte noch vor der Pause für den Anschluss und war zugleich das letzte Tor dieser Partie. Halbzeitpause und in der Mehrheit freudig überraschte Fans. 
Den gewünschten Kaffee gab es aber auch diesmal nicht. Ansonsten wusste das Ambiente der Viktorialzeit durchaus zu gefallen. Abseits des Rasens ging es nett zu. Zudem der Fußballnostalgiker noch durch die gemeine Pinkelrinne beglückt wurde. 
Die zweite Halbzeit bot nun das zu erwartende Schauspiel: Favorisiert wurde versucht, gegen Leidenschaft den Ausgleich zu erzwingen. Spannend allemal, lief es ab und an aus dem Ruder, flogen die Schwalben tief, lagen die Nerven auf dem Börsenparkett blank. Gelbe Karte, Rote Karte, auf die Tribüne, Rudelbildung… einmal mit alles bitte. Und es reichte! 
Ein altes Kölner Sprichwort kam dafür nicht zum Tragen, auch wenn die rechtsrheinischen sich bisweilen recht linkisch benahmen, gar wunderlich. Nein, der RWE gewann dieses Spiel mit 2 : 1, hält die Liga somit spannend, sein eigenes Umfeld bei Laune und freute sich verdient. Kerl inne Kiste, Trainer erreicht Mannschaft.

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