Streichelzoo

Der eine Teil der großen rot weissen Fangemeinde macht am Samstag einen Ausflug in, oder besser gesagt, an den Zoo; Der andere Teil macht es sich vor den Empfangsgeräten gemütlich, wickelt einen Schal darum und fühlt sich um Jahre zurückversetzt. Kurz gesagt: Der RWE tritt beim alten Rivalen Wuppertaler SV in dessen Stadion am Zoo an und Sport1 überträgt diese Begegnung live. 
Bis gestern hatten wir ja auch noch auf „Buschi“ als Kommentator gehofft, dem Viertligakick mit vielen Bonmots den Esprit eines WM Finales verleihend. Bis jener den RWE mit dem SSV Hagen verglich, der da spielt in der Kreisliga A1. Das aber nur am Rande. 
Beim Wuppertaler SV geht es mal wieder drunter und drüber. Wie in jeder Saison halt. Irgendwie läuft es einfach nicht Runge, die Zuschauer bleiben weg oder liegen im Clinch mit der eigenen Mannschaft. Höflich ausgedrückt. Und wo der RWE aus der Not eine Tugend gemacht hat, beziehungsweise endlich machen musste, belegt der WSV wie üblich einen Spitzenplatz nur im Marktwert sowie dem Altersdurchschnitt seines kickenden Personals. (Für Statistiker: Platz 1 und 3). 
Unterschiedliche Voraussetzungen also monetärer Natur, was aber nicht groß von Bedeutung sein muß. Zum einen hat der RWE natürlich auch einen angemessenen Etat und zum anderen gewann man ja in Köln bei der Viktoria. Einmal abgesehen von der Tatsache, daß man in der Tabelle über derer aus dem Tal rangiert und zudem auf Heimspielatmosphäre hoffen kann. Beträgt doch die Entfernung zwischen den beiden Stadien nur 36 Kilometer. 
Das „D-Wort“ anzubringen überlassen wir diesmal anderen. Für uns ist es ein alter Rivale, welcher aufgrund der häufigen Begegnungen wohl das Schalke im „Real Life“ geworden ist. Für zusätzliche Brisanz sorgen wohl auch die Vorkommnisse der letzten Saison, unschöne Szenen in beiden Begegnungen. Jetzt aber nach Jahren wieder für beide Szenen die ganz große Bühne. In einer Zeit, in welcher wir Fans uns an den Kriegsschauplätzen trotzdem noch sicher fühlen, DFB und DFL dieses  aber nicht wahr haben wollen! Und der Boulevard schmollt, wenn an einem Spieltag mal kein Stadion von marodierenden Horden in Schutt und Asche gelegt wird. 
Man kann allen Beteiligten nur wünschen, mit der nötigen Gelassenheit an dieses Spiel heranzugehen. Hoffen, daß der Kommentator gut vorbereitet ist und weiss, daß sich beide Vereine nicht grün sind und zudem die roten Fans den Grünen Ensatzkräften aus Wuppertal nicht wohlgesonnen und umgekehrt. Bleibt also zu hoffen, daß die Fans des RWE diese große Bühne lautstark, kreativ und emotional zur Eigenwerbung nutzen. 
So schön geordnete Bürotechnik ausschaut: Es besteht momentan die Gefahr, daß der Rauch einer einzigen Zigarette, richtig aufbereitet, zu einem medialen Horrorszenario namens Alptraum Stadion verkommen kann. Überspitzt formuliert.
Der RWE kann auf dem Platz einen riesigen Schritt Richtung spannender Rückrunde gehen. Und wir Fans auf den Rängen können alles dafür tun, daß sich „Fußballdeutschland“ den RWE wieder in den Profifußball zurück wünscht. 
Wem das jetzt zu appelativ war, wir können es auch direkt: Liebe Trittbrettfahrer, macht unseren derzeit guten Ruf nicht kaputt, es wird leider nicht mehr differenziert in diesen Tagen.

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