Monatsarchive: Oktober 2016

Sunshine on Leith. Absatz Eins.

„Oh, wie ist das schön, oh, wie ist das schön. So was hat man lange nicht erlebt, so schön, soooooo schön!“

Ja es muss doch endlich einmal gewürdigt werden, was uns Funktionäre diverser Fußballverbände zur Zeit an aberwitzigen Ideen und Wünschen in die Gazetten diktieren. Natürlich ist das obige Liedchen nicht wirklich ernst gemeint! Nur lassen Vielzahl dieser aktuellen Gedanken, durchgesteckt und die Seele des Spiels tunnelnd, nur noch ironische Gesänge zu. Die Ideen der Herren Infantino und Ceferin, aber auch Rummenigge und Watzke und wie sie alle heißen, dienen nur der einen guten Sache: Dem Fußball.

Natürlich nicht, so blöd sind wir Fußballfans auch wieder nicht! Sie dienen nur den monetären Interessen und drängen auf lange Sicht den, der sich auch schon in den 80ern in einem zugigen Stadion bei Wind und Wetter den Arsch abgefroren und den Hals heiser geschrien hat, langsam aber sicher aus den Stadien. Der Fußball alter Prägung soll in Teilen „outgesourct“, die alten Ligen, Wettbewerbe und Strukturen zerschlagen werden. Natürlich nur, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Egal eigentlich, was jetzt noch an abstrusen Ideen und Umsetzungen kommt; egal ob die DFB Elf in ferner Zukunft eine EM Qualifikation gegen die Auswahl der Grafschaft Bentheim oder das Königreich Beisen zu bestreiten hat. Egal ob Willi Lippens Markenbotschafter des RWE in China wird, der HSV endlich einmal absteigt oder Tönnies Schalke löscht wie seine Firmen, um Steuernachzahlungen zu umgehen:

Der Fußball, wie wir ihn lieben gelernt haben, existiert schon lange nicht mehr. Der Drops ist gelutscht, die Blase schon lange aufgeblasen. Nur eben noch nicht geplatzt. 

Dafür könnten dann langfristig eben jene Bestrebungen sorgen wie beispielsweise die, gefühlt direkt die ganze Welt an der WM teilhaben teilnehmen zu lassen. Oder auch die angedachte Landflucht, wie sie führende Vereine in Nordeuropäischen Ländern wünschen, da ihnen die eigene Liga nicht mehr die Erfüllung zu geben scheint, die sie sich erhofft haben. Interessant auch die Idee, das Finale der Champions League außerhalb Europas stattfinden zu lassen. Warum muss das sein? Obwohl, der Wettbewerb ist doch auch schon kein Pokal der Landesmeister mehr und somit an sich schon verwässert. Dann ist es doch eigentlich Latte, wo das Finale stattfindet. An die Fans wird doch von Haus aus nicht mehr gedacht, können doch am heimischen Empfangsgerät gucken.

Das CL Finale also dann in New York, während zeitgleich das Eröffnungsspiel der Major League Soccer zwischen Dosen New York und Chicago Fire in Leipzig stattfinden wird. Noch ziemlich zeitgleicher treten Ajax Amsterdam und der FC Kopenhagen in der Weststaffel der Nordliga im Südstadion von Köln an. Die für das Spiel vorgesehene Starke Arvid Arena in Ljungskile stand unerwartet durch das Wiederholungsspiel um die asiatische Meisterschaft zwischen RW Oberhausen und Shandong Luneng Taishan nicht mehr zur Verfügung. Die Europa League kommt zunächst einmal ziemlich bescheidener daher, so als Pokal der Verlierer. Daher ist es auch nur konsequent, dass Finale ab dem Jahre 2022 immer im Stadion am Heideweg zu Nordhorn austragen zu lassen. Da wurde schließlich schon oft verloren.

Wie sich die Europa League dann letztendlich zusammensetzt, steht allerdings noch in den Sternen. Die Bestrebungen der Funktionäre gehen in die Richtung, alle Vereine jeder nationalen Liga Europas daran teilnehmen zu lassen. Um Gelder zu generieren natürlich. Ausgeschlossen nur der HSV, da ständig in irgendeine Relegation eingebunden.

Was das Ganze nun mit Rot-Weiss Essen zu tun hat? Bis hierhin noch gar nichts, aber das kann sich schon in Absatz Zwei von „Sunshine on Leith“ ändern.

Fortsetzung folgt.