Sunshine on Leith. Absatz Eins.

„Oh, wie ist das schön, oh, wie ist das schön. So was hat man lange nicht erlebt, so schön, soooooo schön!“

Ja es muss doch endlich einmal gewürdigt werden, was uns Funktionäre diverser Fußballverbände zur Zeit an aberwitzigen Ideen und Wünschen in die Gazetten diktieren. Natürlich ist das obige Liedchen nicht wirklich ernst gemeint! Nur lassen Vielzahl dieser aktuellen Gedanken, durchgesteckt und die Seele des Spiels tunnelnd, nur noch ironische Gesänge zu. Die Ideen der Herren Infantino und Ceferin, aber auch Rummenigge und Watzke und wie sie alle heißen, dienen nur der einen guten Sache: Dem Fußball.

Natürlich nicht, so blöd sind wir Fußballfans auch wieder nicht! Sie dienen nur den monetären Interessen und drängen auf lange Sicht den, der sich auch schon in den 80ern in einem zugigen Stadion bei Wind und Wetter den Arsch abgefroren und den Hals heiser geschrien hat, langsam aber sicher aus den Stadien. Der Fußball alter Prägung soll in Teilen „outgesourct“, die alten Ligen, Wettbewerbe und Strukturen zerschlagen werden. Natürlich nur, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Egal eigentlich, was jetzt noch an abstrusen Ideen und Umsetzungen kommt; egal ob die DFB Elf in ferner Zukunft eine EM Qualifikation gegen die Auswahl der Grafschaft Bentheim oder das Königreich Beisen zu bestreiten hat. Egal ob Willi Lippens Markenbotschafter des RWE in China wird, der HSV endlich einmal absteigt oder Tönnies Schalke löscht wie seine Firmen, um Steuernachzahlungen zu umgehen:

Der Fußball, wie wir ihn lieben gelernt haben, existiert schon lange nicht mehr. Der Drops ist gelutscht, die Blase schon lange aufgeblasen. Nur eben noch nicht geplatzt. 

Dafür könnten dann langfristig eben jene Bestrebungen sorgen wie beispielsweise die, gefühlt direkt die ganze Welt an der WM teilhaben teilnehmen zu lassen. Oder auch die angedachte Landflucht, wie sie führende Vereine in Nordeuropäischen Ländern wünschen, da ihnen die eigene Liga nicht mehr die Erfüllung zu geben scheint, die sie sich erhofft haben. Interessant auch die Idee, das Finale der Champions League außerhalb Europas stattfinden zu lassen. Warum muss das sein? Obwohl, der Wettbewerb ist doch auch schon kein Pokal der Landesmeister mehr und somit an sich schon verwässert. Dann ist es doch eigentlich Latte, wo das Finale stattfindet. An die Fans wird doch von Haus aus nicht mehr gedacht, können doch am heimischen Empfangsgerät gucken.

Das CL Finale also dann in New York, während zeitgleich das Eröffnungsspiel der Major League Soccer zwischen Dosen New York und Chicago Fire in Leipzig stattfinden wird. Noch ziemlich zeitgleicher treten Ajax Amsterdam und der FC Kopenhagen in der Weststaffel der Nordliga im Südstadion von Köln an. Die für das Spiel vorgesehene Starke Arvid Arena in Ljungskile stand unerwartet durch das Wiederholungsspiel um die asiatische Meisterschaft zwischen RW Oberhausen und Shandong Luneng Taishan nicht mehr zur Verfügung. Die Europa League kommt zunächst einmal ziemlich bescheidener daher, so als Pokal der Verlierer. Daher ist es auch nur konsequent, dass Finale ab dem Jahre 2022 immer im Stadion am Heideweg zu Nordhorn austragen zu lassen. Da wurde schließlich schon oft verloren.

Wie sich die Europa League dann letztendlich zusammensetzt, steht allerdings noch in den Sternen. Die Bestrebungen der Funktionäre gehen in die Richtung, alle Vereine jeder nationalen Liga Europas daran teilnehmen zu lassen. Um Gelder zu generieren natürlich. Ausgeschlossen nur der HSV, da ständig in irgendeine Relegation eingebunden.

Was das Ganze nun mit Rot-Weiss Essen zu tun hat? Bis hierhin noch gar nichts, aber das kann sich schon in Absatz Zwei von „Sunshine on Leith“ ändern.

Fortsetzung folgt.

7 Kommentare

  • Pingback: Sunshine on Leith. Absatz Eins. | re: Fußball

  • Ah Ok. Ja, endlich formten sich Gedanken wieder zu Wörtern und Sätzen. Allein das Sitzen und Schreiben ist noch sehr anstrengend, daher versuche ich die aktuellen Ideen einfach in mehrere Absätze zu unterteilen.

  • Hallo Uwe,

    wir hatten ja gestern beim Frühstück schon darüber gesprochen…ja, der Fussball hat sich verändert. Er ist rein sportlich gesehen, in den letzten Jahren viel schneller und athletischer geworden. Aber auch das ganze “ Drumherum “ hat mittlerweile Ausmaße angenommen, die oft nicht mehr schön sind. Es geht schon lange nicht mehr “ nur “ um Fussball, Punkte, Pokale und Fans. Heute geht es um den Asienmarkt, Globalisierung, Merchandising etc. Und wenn du da als Spitzenverein nicht mitmachst, dann hast du ganz schnell den wirtschaftlichen und damit auch den sportlichen Anschluss verloren. Viele Fans, gerade auch von Spitzenvereinen, beschweren sich ja über diese Prozesse und schwelgen in Erinnerungen der 80er Jahre. Nur hat sich der professionelle Fussball total verändert. Früher waren die Vereine extrem abhängig von den Stadionbesuchern und ihren Eintrittsgeldern, heute spielen die Zuschauereinahmen bei den Clubs eher eine untergeordnete Rolle, da die Vereine sich aus vielen anderen Einnahmequellen finanzieren. Vor 30 Jahren gab es auch in Bundesligastadien nur Bratwurst und Bier, heute sind die Spiele in den modernen Arenen Events für ganze Familien. Dadurch hat der Fussball natürlich viel von seinem ursprünglichen Charakter verloren. Aus dem Proletensport ist ein lukratives Geschäft geworden, wo sehr viele Personen, Firmen, Fernsehanstalten etc finanziell partizipieren. Es ist aber auch so, wie Watzke u Rummenigge argumentieren. Fans von Dortmund und Bayern, die sich über die ganze Kommerzialisierung aufregen, gehen bei sportlichen Negativerlebnissen als Erstes auf die Barrikaden. Nur durch Wirtschaftskraft lässt sich in der Spitze auch sportlicher Erfolg erzielen. Wir in Deutschland haben zumindest mit Bayern und auch Dortmund Vereine die auch international eine Rolle spielen und dabei ganz ohne Scheichs und Abhramowitsch und Co auskommen. Gerade Bayern ist ein wirtschaftlich gesunder Verein, weil hier seriös und gut gewirtschaftet wurde. Nicht umsonst gilt Bayern München auch als Weltclub, bei den Fans immer noch als Club zum Anfassen mit hohem Identifikationsgrad.
    Leider ist es aber so, dass dem Fussball viele Typen verloren gegangen sind. Hatte man früher noch Orginale wie Paul Breitner, Charly Neumann oder Udo Lattek, hat man heute weichgespülte u nichtssagende Leute wie Mario Götze, die sich nur über die sozialen ( der Begriff ist schon der blanke Hohn..) Medien mitteilen und sich so ein künstliches Image aufbauen.

    Grüße aus Gronau von Bernd und auch von Thomas N 🙂

  • Hallo Uwe,

    schön Dich wieder an den Schreibtasten zu wissen.

    Tja, ob es uns gefällt oder nicht, diese Zustände nennt man wohl Entwicklung. Ich schätze, seit vor Generationen der erste Zuschauer mal dafür bezahlt hat, Anderen beim Kicken zuzusehen, wird am Fußball Geld verdient. Der Fußball hat’s damals schon überstanden. Oder: Was wurde sich beispielsweise aufgeregt, als Eintracht Braunschweig Ende der Sechziger und Anfang der Siebziger dank des Jägermeister-Mast-Sponsorings erfolgreicher wurde und später sogar die Trikotwerbung durchsetzte, indem der Hubertushirsch mal eben zum Vereinslogo erklärt wurde. Ein Aufschrei: Der kommerzialisierte Fußball. Danach kräht heute kein Hahn mehr, weil Reklame auf dem Zwirn mitterweile zum Phänotyp des Profisportlers gehört. Es ist halt anders als früher. Ich fürchte bisweilen, wir alle werden einfach nur allmählich alt und drücken kopfschüttelnd unsere Unlust über etwas aus, das wir z.B. als Jugendliche für ganz selbstverständlich gehalten haben oder sogar gut fanden. Wie cool war es für mich als 14Jährigen, dass sich die geschmähte Eintracht aus Braunschweig zu einer Rekordablöse den Paul Breitner leisten konnte!
    Und was ist eigentlich die Seele des Fußballs, um die wir glauben kämpfen oder trauern zu müssen? Keine Ahnung, aber für mich wäre sie wahrscheinlich eine fast klischeehafte Kindheitserinnerung, die sich wie Fußballreportage im Radio anhören, nach salzigen Tränen von Niederlagen schmecken und nach Grasflecken auf der Hose und nassem Lederball riechen müßte. Mann, seit wann sind Fußbälle nicht mehr aus Leder? Weiß nicht. Aber wenn Fußball denn eine Seele hätte, wäre sie verloren, weil das Spielgerät aus Kunststoffen besteht? Wieder keine Ahnung. Aber vielleicht geht’s nur darum,was wir persönlich im Fußball sehen wollen.
    Deshalb wünsche ich mir manchmal die unschuldige Begeisterung und Unvoreingenommenheit der Kindheit und Jugend zurück. Nicht nur in Bezug auf den Fußball. Leider ging diese aber einher mit gehöriger Unerfahrenheit und Naivität. Manchmal möchte ich diese ganze von Gier nach Geld, Macht und neuen Sensationen durchsetzte Welt für verrückt erklären. Leider sehe ich mich über weite Strecken gezwungen mitzumachen und die Welt dreht einfach weiter, mit oder ohne mein Einverständnis.

    Guter Beitrag, denn aus o.g. Gründen resignierend zu schweigen ist auch keine gute Lösung, denn irgendwie muss man ja schließlich damit „um“, weil man jetzt „groß“ ist. Warum also nicht mit Humor.

    Grüße aus der Eifel

    Andreas

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