Die fünfte Kalenderwoche: Dienstag (Danach).

Man mag sich gerade lebhaft vorstellen, wie Günter Barchfeld und all die anderen Rot-Weissen Seelen dort oben auf Wolke neunzehnhundertsieben stehen und dieser Mannschaft applaudieren. Diese Mannschaft zu begreifen ist nicht mehr in normale Worte zu fassen. Das ist der Inbegriff von „einer für alle und alle für einen“. Bisweilen in bester Handballmanier vor dem Tor festgenagelt, war immer irgendwie ein Bein, ein Kopf, das Aluminium oder auch ganz, ganz viel Glück dabei und konnte die frühe Führung der Werkself verhindert werden. Und dann unser Schnapper: Was für ein Davari, der Daniel. Das Trikot eher Eddingmarker als schön, war es doch der Fixpunkt in diesen packenden hundertzwanzig Minuten. Und wenn der Ball nicht mit seinen Händen zu bekommen war, halfen eben sämtliche anderen Gliedmaßen dabei, das Tor zu verhindern. Lohn der Mühe: Mann des Spiels!

Manches klappte zu Beginn gar nicht, selbst der Regulator irgendwie ohne richtige Bindung zum Spiel. Nur um dann am Ende doch wieder aus unmöglichem Winkel einzunetzen. Man könnte sich jetzt noch weiter darüber auslassen, wie unglaublich passgenau unsere Trainer Personalveränderungen vorgenommen haben und wie genervt sich die Leverkusener immer wieder in der berühmten Körpersprache dargestellt haben. Aber das interessiert morgen keinen mehr.

Was hier und heute bleibt ist das Rot-Weiss Essen, in welches wir uns verliebt haben. Eine Mannschaft, die arbeitet bis zum Umfallen, um auch unser Leben ein wenig glücklicher zu gestalten. Heute gehen wir garantiert alle mit einem Lächeln zu Bett. Liegen bei dem Wetter zwar nicht träumend im Gras, aber haben so unsere Planungen für das Viertelfinale. Für einen Tag ist die Hafenstraße 97a wieder Mythos. Dieser Mythos, der wir so viele Jahre nicht mehr sein konnten, weil immer irgendwas dazwischen kam. Es wird sicher auch jetzt immer mal wieder etwas dazwischen kommen auf unserem Weg. Vielleicht schon Samstag. Aber, das ist heute Abend komplett egal. Wir brauchen endlich nicht mehr von vergangenem Ruhm zu zehren. Diese Mannschaft baut neuen Ruhm für uns und unsere Farben auf.

Man möchte jeden einzelnen Spieler knuddeln. Wenigstens auf Abstand. Das Spiel heute Abend, diese wahnsinnige Mannschaftsleistung, kann die Initialzündung sein für den endgültigen Startschuss Richtung Aufstieg. Das sind natürlich alles Kollegen auf dem Feld. Sicher nicht alles Freunde. Aber Kumpels. Das spürt man. Und sie malochen füreinander im besten Sinne, wie einst auch die Kumpels dieser Stadt füreinander malocht und gegenseitig auf sich aufgepasst haben.

Glückauf Rot-Weiss Essen. Danke für einen weiteren unfassbaren Abend!

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