Monatsarchive: Mai 2020

Vatertag. Pfingsten. WDFV. Ole Ole.

Es war am sogenannten Vatertag. Tagsüber verbracht nicht nur mit der Liebsten, sondern abends auch mit Fans des SV Werder, des FC St. Pauli und von Borussia Mönchengladbach. Allesamt langjährige Freunde und Väter. Daher trafen wir uns mit gebotenem Abstand zueinander. Wir haben kaum über Fußball geredet. Eigentlich gar nicht. Schließlich sind die drei Freunde keine „aktiven“ Fans (Sprich Stadiongänger) wie ich es einer bin. Sondern eher TV Konsumenten. 

Aber selbst der vergangene Geisterspieltag war jetzt nicht so wirklich von Interesse, viel zu unwirklich das Ganze. Somit war ich wohl der einzig wirklich leidende Fan von uns Vieren. Schließlich ist für mich Fußball weiterhin Rot-Weiss Essen. Ist Frikadelle und Freunde. Findet im Stadion statt statt nur anderweitig dabei. Geht bis ins Mark anstatt auf der Mattscheibe dahin zu vegetieren. 

Unser diesjähriger Urlaub war geplant rund um die Relegationstermine zwischen dem Vertreter aus dem Westen und dem Nordosten. Grundsätzlich eine aberwitzige Ansetzung, denn Meister müssen aufgrund der gebotenen Saisonleistung zwingend aufsteigen. Nun wollte unser designierter Meister jetzt nicht wirklich, was kurzfristig die Hoffnung nährte, dass unser aller RWE für die Küchenjungs aus Rödinghausen einspringt. Hätten wir natürlich auch sehr gerne gemacht.

Ich glaube übrigens weiterhin fest daran, dass sich der weitere Saisonverlauf insofern positiv für uns entwickelt hätte, so dass wir spätestens Mittwoch vor Vattertach eine Rot-Weisse Karawane auf der Autobahn Richtung Leipzig, Cottbus oder Berlin hätten erleben dürfen.

Man darf ja gar nicht daran denken, was ein erstes Pflichtspiel außerhalb der eigenen Landesgrenzen für Euphorie rund um die Hafenstraße ausgelöst hätte. Von Kategorie A bis Z wäre so ziemlich alles auf der Bahn, was jemals die Buchstaben RWE aufsagen konnte oder irgendwie damit sozialisiert wurde. Mit im Reisegepäck die Euphorie der Stunde, aber auch die Angst des Scheiterns. 

Naturgemäß und allseits bekannt wurde nichts aus diesen erträumten Sternstunden Rot-Weisser Fußballkultur.  Zwischen uns und unseren Plänen steht immer noch ein Westdeutscher Fußballverband. Ja gut, und die Tabelle. Wattenscheid hin oder her. 

Im Norden und Südwesten der Regionalligarepublik wurden mittlerweile Entscheidungen getroffen: Aus dem Südwesten hat es der 1.FC Saarbrücken in die dritte Bundesliga geschafft. Aktuell ohne eigenes Stadion und in Völklingen zu Gast. Herzlichen Glückwunsch an die Saar. Der Parforceritt durch den DFB Pokal hat gezeigt, das da eine gute Truppe am Start ist. Aus dem Norden hat es via Anordnung der VfB Lübeck zurück geschafft. VfB Lübeck…da dreht sich mir als Erstes der Magen um und macht es mehr als nur „Örks“. Der VfB kann nichts für unseren charakterlosen Haufen vom 31.5.08. Aber er wird stets damit in Verbindung gebracht werden. Die Lohmühle ein schöner Fußballort. Alles Gute zum Aufstieg.

Bleiben unter anderem wir. Also die Regionalliga hier. In unserem Revier. Liga Vier. Mit dem Angebot einer sportlichen Auseinandersetzung ist der RWE wie erwartet beim WDFV gescheitert. Das muss man verstehen, denn sportliche Entscheidungen sind nicht so das Ding da im Verband. Das wäre ja auch alles zu einfach. Nee, wir warten einfach ab, bis der SC Verl eine entsprechende Spielstätte präsentiert und bekommen die Geschichte dann wie folgt abgenickt: „Aufgrund der aktuellen tabellarischen Aktualität unter Berücksichtigung aller punktuellen Punkte nebst temporärer Tabellensituation unter Missachtung der Wattenscheid Tragödie und unter vollkommener Vernachlässigung weiterer Spiele haben wir vor, wie folgt zu entscheiden: Mit sofortiger Wirkung werden wir spätestens am 20. Juni den SC Verl zum Relegationsteilnehmer bestimmen. Sollen die Verler dort machen, was sie wollen, aber wir benötigen weiter den RWE in der Regionalliga, um mit den Abgaben unsere Rechnungen zu bezahlen“. 

Und somit harren wir also nun der Dinge, um endlich Klarheit zu bekommen. Die wir ja eigentlich schon haben. Seien wir ehrlich: Wir werden auch kommende Saison Viertklassig erstklassig unsere Lieder singen. Und in Anbetracht der Tatsache, wie sich der DFB und seine Dritte Bundesliga gerade präsentieren, vielleicht nicht einmal die schlechteste Idee. Das dortige „Alle gegen Alle“ ist nicht mehr so unsere Sache. Bei uns ist gerade und einmal mehr Zusammenhalt gefragt. Die Mitgliederzahl tendiert Richtung „Allzeithoch“ und ganz nebenbei wurde auch noch der Engelmann aus Rödinghausen verpflichtet. Auch nicht schlecht, cooler Move!

Meine Güte, was vermisse ich die Hafenstraße. Diesen Moment, wenn die Mannschaft aus den Katakomben kommt, um sich vorzubereiten. Die ersten Gesänge angestimmt und unsere Fahnen geschwenkt werden. Wenn sich Vorfreude auf das Spiel mit wohliger Aufgeregtheit abwechselt. Der letzte Blick vor dem Anpfiff über die Tribünen. Der gewunkene Gruß Richtung „R4“. Das sind die Momente, in denen Rot-Weiss Essen völlig losgekoppelt von jeder Liga agiert. Momente, in denen RWE stets erstklassig ist. Neunzig Minuten nur der RWE!

Alles wird gut! 

 

 

 

 

Nichts genaues weiß man nicht.

Eins vorneweg: Ich habe die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Ersten und Zweiten Bundesliga am Empfangsgerät nicht verfolgt. Es macht für mich so keinen Sinn: Fans gehören zum Fußball wie keine Meisterschaft zu Schalke oder die herrliche Blume auf dem frisch gezapften Pils. Meinetwegen kann der Ball aber trotzdem dort rollen, was habe ich von den Ligen der anderen?

Im Autoradio hörten sich die kurzen Einblendungen fast wie immer an. Lediglich die Geräuschkulisse im Hintergrund hatte etwas von Kreisklasse C inklusive lautstarken Eingebungen. Doch brach es mir auch da kurz das Fußballer- und Fanherz: „Fußball kann auch ohne Fans Spaß machen“, sprach der Radiokommentator aus Köln-Müngersdorf.

Er tat dies sicher ohne jedweden Hintergedanken, sondern einfach aus der Freude darüber, wohl ein schönes Spiel gesehen zu haben. Trotzdem war dieser Satz schmerzhaft zu verkraften. Fußball muss ja nicht einmal Spaß machen. Schließlich ist Fußball unser Leben, so wie unser Verein die Luft zum Atmen ist. Und da ist eben auch nicht immer alles heile Welt. Wir sind ja nicht auf dem Ponyhof.

Einen kleinen Vorteil übrigens haben Fans von Vereinen, die der DFL zugehörig sind, trotzdem. Auch ohne aktiven Stadionbesuch: Sie wissen wenigstens um die Liga, können sich wieder an Spieltagen orientieren und sehen die Zukunft ihres Vereins zunächst einmal gesichert. Die so wichtigen „Aki“Millionen „Kalle“-Gelder, nachfolgend schlicht TV-Gelder genannt, fließen wieder. Schön, denken sich nun die Vereine ab Liga Drei: Und was ist mal wieder mit uns?

Irgendwie fühlt sich der DFB mittlerweile an wie seinerzeit die Titanic: Mit überteuertem Luxusdampfer sehenden Auges auf den Eisberg namens Kollaps zu. Rettungsboote lediglich für die Passagiere der oberen 36 an Bord. Die Passagiere der unterklassigen Holzklasse stören eigentlich eh schon und würden bei Bedarf gerne über Bord geworfen. Keine Zeit für Rettungsaktionen, Solidarität? Fehlanzeige.

Somit weiß also auch Rot-Weiss Essen (Holzklasse) immer noch nicht, wie es weitergeht. Ob es mit der aktuellen Saison überhaupt weitergehen wird. Da nun der Westdeutsche Fußballverband aus seinem Hauptquartier immer noch keinen weißen Rauch in Form einer Entscheidungsfindung hat aufsteigen lassen, ist man mit Nachbar RWO nach gemeinsamem Brainstorming überein gekommen, einen Vorschlag zur sportlichen Lösung im Rennen um den Relegationsplatz zu unterbreiten.

Dem temporären Tabellenplatz des SC Verl Rechnung tragend, würde laut Vorschlag Rot-Weiss Essen gegen Rot Weiß Oberhausen ein geisterhaftes Halbfinale austragen. Der Sieger daraus ist wie von Geisterhand für das gespenstische Finale gegen den SC Verl qualifiziert. Und der Gewinner dieser Begegnung dann, darf in der verhexten Relegation gegen den Nordostvertreter antreten, um dem Spuk Regionalliga endgültig ein Ende zu bereiten. Bislang habe ich weder von Verbandsseite noch aus Verl eine Reaktion auf den Vorschlag mitbekommen.

Auf Fanebene diverser Vereine wird der Vorschlag wie zu erwarten kontrovers diskutiert. Meines Erachtens wird es niemals eine Lösung geben, mit der alle Vereine auch nur annähernd zufrieden sein werden und können. Keiner hat es sich so ausgesucht. Was man aber nun den beiden Kontrahenten aus dem Pott hoch anrechnen sollte, ist die Bereitschaft, mit einem Halbfinale ein großes sportliches Risiko einzugehen. Da wird wenigstens mal Mumm gezeigt, sich überhaupt in Richtung einer zielorientierten Lösung zu bewegen. Das verdient Respekt!

 

Soweit die Kolumne für die WAZ vom vergangenen Dienstag. Einen Tag später erfolgte dann die mittlerweile schon obligatorische Telefonkonferenz zwischen Verband und Vereinen. Das Resultat dieser „TelKo“ entnervt und irritiert einmal mehr: Erst am 20. Juni   2020 will der Verband seine endgültige Entscheidung bekanntgeben. Vorher soll aber schon der Teilnehmer zur Relegation gegen den Nordostvertreter feststehen. Und der SC Verl seinerseits hat noch bis Ende Juni (faktisch also bis zum 30.Juni 2020) Zeit, in der Stadionfrage nachzubessern, so dass die Lizenz erteilt werden könnte.

Also eigentlich haben wir einen Termin, der aber egal ist, weil möglicherweise schon vorher etwas ganz relevantes verkündet wird, und sich auch nachher noch alles verschieben kann, weil dann eventuell doch noch eine Lizenz vergeben wird. Ja hömma, bin ich jetzt zu doof, dass alles noch auf die Kette zu bekommen, oder ist es wirklich so verwirrend?

Warum gibt es vielerorts schon Beschlüsse und Entscheidungen, so tragisch und unsportlich sie auch immer sein mögen, nur der Westdeutsche Fußballverband dehnt seine Entscheidung weiter und weiter hinaus. Man kann nicht ewig hinauszögern, bis es  alles so auf dem Tisch liegt, wie es dem Verband genehm ist.

Und nein! Definitiv nein: Es ist aus meiner Sicht kein Versuch von Rot-Weiss Essen, sich einen Aufstieg am grünen Tisch als Corona Günstling zu erschleichen. Wattenscheid darf und kann hier nicht außer Acht gelassen werden, und sollte den RWE Gegnern noch einmal vor Augen geführt werden: Hätte Wattenscheid sein Konto im Griff gehabt, wäre RWE aktuell vor dem SC Verl und es gäbe keine Diskussion diesbezüglich. Zudem: Kann jemand garantieren, dass der SC Verl die Nachholspiele allesamt gewonnen hätte? Oder das Heimspiel gegen den RWE, welches definitiv ein Auswärtsspiel für den Gastgeber geworden wäre…. also alles legitim, was an der Hafenstraße gerade probiert wird. Und sicher weiß man nicht nur hier, sondern auch an der Verler Poststraße und bei RWO, dass alle drei sportlich natürlich nur die Kronprinzen hinter den Küchenjungs sind.

Eine Entscheidung nun aber um weitere vier Wochen hinauszuzögern bekommt den Makel des Zugeständnisses Richtung SC Verl, um notwendige Zeit in Sachen Lizenzfrage zu gewinnen. Für alle anderen Vereine jedoch bedeutet es wertvolle Wochen des Verlustes, um seriös die kommende Saison zu planen. Wie willst Du mit den Spielern verhandeln, wenn Du als Verein gar nicht weißt, wo es möglicherweise im September anzutreten gilt? Natürlich kann auch der Verband nichts für dieses verfluchte Virus. Aber bitte: kommt endlich mal in die Pötte (Und außerdem: Eigentlich ist es mir mittlerweile auch fast egal, wo unser RWE in der kommenden Saison auflaufen wird: Hauptsache, wir sehen ihn überhaupt endlich wieder auflaufen)!

Ansonsten fordere ich auch einfach mal „Gerechtigkeit für Rot-Weiss Essen“! Eben so, wie es eine Abordnung Essener Fans schon 1972 am Rande des Endspiels um die Deutsche Amateurmeisterschaft in Neuwied zwischen dem FSV Frankfurt und dem TSV Marl-Hüls tat.

Finale Deutsche Amateurmeisterschaft 1972 in Neuwied zwischen TSV Marl H¸ls und FSV Frankfurt am Ra

(Eine Bitte: Ich habe die Lizenz an diesem Bild ausschließlich für diesen Beitrag erworben. Eventuelles Teilen könnte strafrechtliche Folgen durch Imago  Images als Rechteinhaber zur Folge haben. Leider.)

 

„Feuerwalze“

Ich habe selbst auch mal Fußball gespielt. Nicht allzu lange zwar, aber dazu später mehr. In Nordhorn spielt man als Kind zumeist in dem Verein, welcher der eigenen Straße am nächsten ist (Ganz früher wohl in vielen Fällen mit dem heimlichen Wunsch, irgendwann bei Eintracht zu landen. Was natürlich zunächst keiner zugeben mochte). Der für mich in erreichbarer Nähe gelegene Verein war der SV Vorwärts Nordhorn aus dem Stadtteil Stadtflur. Was eigentlich cool war, denn nicht nur der große Bruder spielte schon für die Grün-Weiß-Blauen, sondern auch Nachbar „Onkel Jupp“ hatte dereinst für den SV Vorwärts gekickt. Noch im alten Stadion am Immenweg; gegen den SV Wietmarschen gerne auch mal vor 1.000 Zuschauern. Wie er gebetsmühlenartig immer und immer wieder zu erzählen wusste.

Das kurze Abenteuer Fußball startete also in der E-Jugend um 1975 herum auf einem Kleinfeld am Immenweg, welches wohl immer noch existiert. Heute bin ich überzeugt davon, dass einer großen Fußballkarriere lediglich meine Kurzsichtigkeit im Wege stand. Schließlich war es als Brillenträger fast von Kindesbeinen an nicht einfach, sich einen Platz in der Startelf zu ergattern. Außerdem schleppte man zu damaligen Zeiten gerne mal einige Kilos mehr auf der Nase mit über das Feld. Brillen waren alles andere als filigran. Überhaupt: Ich war wohl nicht zwingend für das Laufen gemacht. Und doch hat mir der aktive Fußball fünf kleine Erinnerungen auferlegt, die ich auch über vierundvierzig Jahre später schmunzelnd nicht vergessen kann:

Ein Heimspiel am Immenweg bescherte mir die wohl einzige rote Karte meiner Karriere. Zumeist als rechter Verteidiger aufgestellt, entwischte mir der stürmende Gegenspieler ausgerechnet auf Höhe des zuschauenden Vaters. Und was ein zusehender Spielervater gerne mal macht ist, verbal in das Spielgeschehen einzugreifen. Somit bekam ich direkt die Anweisung, dass ich mir den Ball zurückholen sollte. Der Junge mit der Brille hatte einen Auftrag, den es aber spielerisch leider nicht zu lösen galt. Also „senste“ ich den gegnerischen Stürmer einfach um und wurde dafür direkt vom Platz gestellt…

Gleicher Platz, anderes Heimspiel. Es war kalt und wir hatten Abschlag. Und während unser Torwart zu seinem Abschlag anlief, dachte ich mir, dass es eine gute Idee sei, sich zu ihm umzudrehen. Ballkontrolle und so. Als die Drehung vollzogen war, wurde mir auch schon schwarz vor Augen, schlug doch der Ball genau dort ein, wo ein heranwachsender Fußballer es am allerwenigsten haben konnte. Ich fiel wie ein Baum. Konnte aber weiterspielen.

Irgendwo in der Niedergrafschaft. Auswärts also. Immer noch rechter Verteidiger. Was mich in der Erinnerung irritiert, denn laut dieser stürmte ich wie entfesselt über die linke Seite auf das gegnerische Tor zu und traf dieses tatsächlich. Ich hatte ein Tor geschossen. Davon zehre ich noch heute…

Auswärts bei Eintracht. Auf Asche hinter der Stehgeraden, auf der man sonst selbst stand. Und wir hatten Angst: Denn bei Eintracht spielte einer im Mittelfeld, der wurde in der „Szene“ nur Feuerwalze genannt. Nach dem Spiel hatten wir alle unsere Schrammen an den Beinen. Und haben Feuerwalze auf dem Platz Platz gemacht. Wir waren zwar jung, aber nicht lebensmüde.

Der absolute Höhepunkt meiner Fußballerlaufbahn ereignete sich aber 1977! Man ahnt fast, dass dieser Höhepunkt nicht auf dem Spielfeld stattgefunden hat. Woanders natürlich auch nicht, dafür war ich noch zu jung! Am 7.7.1977 bekam ich im Sommerzeltlager des SV Vorwärts als Sieger der dortigen Lagerolympiade einen offiziellen Wimpel des DFB überreicht. Keiner hatte diesen Erfolg kommen sehen. Ein Erfolg, so überraschend wie die Europameisterschaft Griechenlands oder die jährliche Lizenz für Schalke 04. Lange Jahre habe ich diesen Wimpel aufbewahrt.

Doch dann, mich im Zenit meines Fußballerlebens wähnend, kam das Sichtungstraining für die kommende Saison in der D- Jugend. Auf dem Platz im alten Vorwärts Stadion stand die Disziplin Weitschuss an. Falsches Schuhwerk, schlechte Platzverhältnisse. Keine Ausrede konnte mich retten: Die kommende Saison hätte höchstens einen Platz in der D4 bedeutet, so weit hinkte ich hinter den Erwartungen hinterher.

Für den rechten Verteidiger der bisherigen D2 konnte dieses nur eines bedeuten: ich mach rüber zum Volleyball. Der relativ kurzen Karriere im Lieblingssport folgten nun viele Jahre am Netz beim TVN. Aber vergessen werde ich diese Zeit auf dem grünen Rasen wohl nie. Sinnbildlich in der Erinnerung auch die vielen Trikots auf der Wäscheleine im heimischen Garten, wenn einer  von uns beiden mal wieder mit der Trikottasche „dran“ war. Fußball ist schon toll. Hoffentlich merkt das auch eines Tages der DFB wieder.