Drecksspiel

Ein Spiel also, welches einige der folgenden Attribute mit sich bringen sollte: Mieses Wetter, harter Gegner, schlechte Platzverhältnisse, um nur einige zu nennen. Mitunter tragen noch die Unparteiischen oder das Spielniveau allgemein zu einer solch kurzen, aber auf den Punkt bringenden Spielanalyse bei. Das Spiel des RWE beim VfB Homberg hatte den Berichten nach bis auf einen Punkt alles zu bieten: Es herrschte strahlender Sonnenschein. Unter dem Strich aber hatte dieses Drecksspiel sogar noch einen Gewinner ermittelt: Der RWE gewann wie im Hinspiel durch einen Treffer von Alexander Thamm mit 1:0.
Und weil es rund um den RWE zur Zeit so entspannt zugeht, feierten Mannschaft und Fans diesmal nicht durch einen Zaun getrennt, sondern gemeinsam auf dem Homberger Acker. Die Erfolgsserie dieser jungen Mannschaft (21,1 Jahre im Durchschnitt) hält somit nicht nur weiter an, auch die bisher einzige Saisonniederlage gegen den VfB Hüls wurde in der Vorwoche mit einem 2:0 Heimerfolg korrigiert. Das Heimspiel gegen die Mannschaft der Ikone für angewandte Fußball Rethorik, Olaf Thon, war im Prinzip auch ein Drecksspiel: Der VfB Hüls stand tief und agierte bisweilen überhart. Ein kleinlich pfeifender Schiedsrichter tat sein übriges dazu und schon bedurfte es einer guten Portion Geduld, bis erlösende und den Erfolg bringende Tore fallen. Sie taten es, und zwar in diesem Falle in den Minuten 73 und 84.
Vielleicht an dieser Stelle eine kleine Erklärung für alle Fans, die nicht so oft mit dem RWE zu tun haben: Die Freude darüber, zwei dieser sogenannten Drecksspiele, die wahrlich nichts mit schönem Fußball gemein haben, gewonnen zu haben ist sehr groß. Genau diese Art Spiele wurden in der Vergangenheit und quer durch alle Ligen in schöner Regelmäßigkeit verloren . Was zählte war der Gehaltsscheck, nicht die Bereitschaft sich über 90 Minuten für den Verein „dreckig“ zu machen. Vielleicht auch das ein Indiz dafür, warum diese Mannschaft in der Fünftklassigkeit eine enormen Anziehungskraft auf die RWE Fans ausübt. Und, glauben wir den Statistikern, kann sogar alsbald der Aufstieg in die Regionalliga gefeiert werden: Vier weitere Siege aus den restlichen Saisonspielen sollten dazu ausreichen. Wer hätte das gedacht. Die nötigen Lizenzunterlagen dazu wurden heute komplettiert und beim DFB in Frankfurt eingereicht.
Wer nun denkt, das wären genug der positiven Nachrichten rund um diesen insolventen Krisenverein mit den wüsten Fans, dem maroden Stadion und diesem dusseligen Nachbarverein: Das Osnabrücker Bauunternehmen Köster hat nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für den Rohbau der neuen Hafenstrasse erhalten. Ab Morgen kann gebaut werden. Und das ist definitiv kein Aprilscherz mehr.

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